Derby gegen den 1. FC Köln: Bayer bangt um Nationaltorwart Adler
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.12.2010 - 13:12Leverkusen (RP). Wenn das Geschäft mit der Fußball-Bundesliga ein Kuchen ist, von dem sich viele ein Stück sichern wollen, stehen vor Derbys wie Leverkusen gegen Köln am Sonntag besonders viele mit Tortengabeln bereit. Im Vorfeld der Partie erreichte den Autor so der Anruf einer Frau, die im Namen eines Orthopäden-Verbandes ein Statement des Vorsitzenden zum Thema Hexenschuss feilbot.
Weil René Adler ja einen habe. Und da könnte ihr Fachmann etwas zu sagen, wie lange so etwas dauere und ob Adler gegen Köln ins Bayer-04-Tor zurückkehren könne. Interesse? Nicht wirklich. Leverkusens Trainer Jupp Heynckes konnte gestern natürlich auch etwas zu dieser Personalie sagen: "Ich hoffe, dass er spielt. Er hat schon wieder Gymnastik und Krafttraining absolviert und kehrt am Samstag ins Mannschaftstraining zurück."
Während die Rückenblockade des Nationaltorhüters also von absehbarer Dauer ist, behaupten Spötter, der 1. FC Köln hangele sich in Sachen Außendarstellung von einem Hexenschuss zum nächsten: die sportliche Talfahrt, die Entlassung von Trainer Zvonimir Soldo, der nicht geahndete Ego-Trip von Torwart Faryd Mondragon, Präsident Overaths unflätige Kritik an kritischen Mitgliedern auf der Hauptversammlung und als bislang letztes Kapitel in der Krankenakte des FC die vorzeitige Entlassung von Manager Michael Meier. Der hatte im Juli noch einem verdutzten Journalisten in den Block diktiert, Minimalziel sei es, am Ende der Saison vor Mönchengladbach zu stehen. Und das nächste Ziel sei dann, Leverkusen anzugreifen. Mit dem Abstieg wolle man aber nichts mehr zu tun haben.
Immerhin, vor Gladbach stehen die Kölner, gemeinsam aber droht beiden der Gang in Liga zwei. Und davon, Leverkusen zu attackieren, sind sie in Müngersdorf so weit entfernt wie Geißbock Hennes von der freien Wildbahn. Auf Meiers Aussage angesprochen, kommentierte Leverkusens Kapitän Simon Rolfes süffisant im Stadionheft: "Umso größer ist dann der Genuss, die Spiele gegen sie zu gewinnen."
Eifrig sucht der FC nun nach einem Meier-Nachfolger. Der Name Dietmar Beiersdorfer (früher Hamburger SV, heute beim Retorten-Regionalligist Red Bull Leipzig), fällt am häufigsten, auch der vom früheren Hoffenheimer Jan Schindelmeiser. Angeblich sollen die Gedanken auch um Michael Reschke kreisen. Der ist bei Bayer 04 für Transfers und Kaderzusammenstellung zuständig und scheint in Sidney Sam den nächsten Coup gelandet zu haben. Ein neidischer Blick aus der Domstadt ist da verständlich.
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