Bundesliga
| 08.23 Uhr
Viele Klubs auf der Suche
Bayer, Köln & Co.: Wer wird neuer Trainer?
Das ist Holger Stanislawski
Das ist Holger Stanislawski FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Es gibt interessante Kandidaten auf dem Trainermarkt. Pep Guardiola, Andres Villas-Boas und Peter Neururer zum Beispiel. Der Ex-Barcelona-, der Ex-Chelsea und der Ex-Überall-Coach wären zweifellos Bereicherungen für die Bundesliga. Es steht allerdings zu befürchten, dass unsere trainersuchenden Erst- und Zweitligisten zu anderen Lösungen gelangen. Von Martin Beils

Bayer Leverkusen Der Klub will diese Woche eine Entscheidung darüber treffen, wer den Europa-League-Teilnehmer in die nächste Saison führt. Sami Hyypiä als Teamchef und Sascha Lewandowski, die eine verkorkste Saison zu Ende führen mussten, gelten als erste Ansprechpartner der Verantwortlichen. Spekulationen um Kandidaten wie den Nürnberger Dieter Hecking sind nach Lage der Dinge nicht mehr als eben das: Spekulationen. Bei Bayer 04 geht es übrigens zu wie im richtigen Leben: Die Frauen sind schneller. Thomas Obliers löst nächste Saison Doreen Meier ab. Wenigstens hier herrscht Klarheit.

1. FC Köln Seit einiger Zeit – und mit wachsender Begeisterung der Medien – wird der Noch-Fürther Mike Büskens beim Wieder-einmal-Zweitligisten gehandelt. Ein Aufsteiger zu einem Absteiger und noch dazu ein gebürtiger Düsseldorfer in Köln – das hätte etwas. Doch Büskens will nicht, sagte dem FC laut eines "Bild"-Berichts ab. In der kölschen Trainertombola rotiert nun der in Hoffenheim gescheiterte Holger "Stani" Stanislawski. Gewagt wäre ein Comeback von Augsburg-Flüchtling Jos Luhukay. Rein statistisch ist er der schlechteste FC-Trainer aller Zeiten: mit einer Niederlagenquote von 100 Prozent. In der Nach-Funkel-vor-Koller-Phase saß er 2003 allerdings nur beim 1:2 gegen Hannover 96 auf der Bank.

Hertha BSC Siebenmal werden wir noch wach, dann wissen wir, ob die Hauptstadt mal wieder zweitklassig ist oder ob Otto Rehhagel die Siegessäule mit nach Hause, nach Essen-Heisingen, nehmen darf. In Berlin mag er nicht bleiben, selbst wenn seine Mannschaft die Relegation gegen Fortuna Düsseldorf unbeschadet übersteht. Topkandidat für das Erbe: der nach dem Burn-out genesene und erholte frühere Schalker Ralf Rangnick. Auch der frühere Lauterer Marco Kurz wurde schon mal genannt.

SpVgg Fürth Die Franken haben einen Trainer. Mike Büskens besitzt einen bis 2013 gültigen Vertrag, hat aber nach der ständigen Pendelei über die Autobahn zwischen seinem Arbeitsort und Gelsenkirchen, wo seine Familie lebt, eine A-3-Allergie. Er will zurück in den Westen. Spätestens übermorgen gibt er Auskunft über seine Zukunft – nach Köln will er nicht.

FC Augsburg Die famosen Schwaben aus Bayern haben ihren Aufstiegs- und Klassenerhaltstrainer schon verloren. Jos Luhukay ist aus seinem Vertrag ausgestiegen. Präsident Walther Seinsch hat ihm angeblich zu sehr hineinregiert. Luhukay mag sich gedacht haben: "Marionetten gibt es in Augsburg schon genug. Ich muss nicht auch noch eine werden." Markus Weinzierl, noch in Regensburg, soll ihn ablösen.

FC St. Pauli Die Hamburger haben das Fußball-Land schön zum Narren gehalten. Erst hieß es, André Schubert müsse nach dem verpassten Aufstieg und ein paar unschönen Dialogen mit den Spielern weg. Nach ein bisschen Gänseblümchen-Gezupfe ("Er bleibt, er bleibt nicht, er bleibt ...") lud Pauli zur Pressekonferenz. Und wer sprang da aufs Podium? Schubert persönlich. "Damit habt ihr nicht gerechnet, was?", rief er den verdutzten Journalisten zu.

FC Bayern München Mit keiner Silbe und keinem Augenzwinkern hat Jupp Heynckes bisher zu erkennen gegeben, dass er die Münchner demnächst verlassen könnte. Doch was passiert am 19. Mai nach gewonnenem Champions-League-Finale gegen Chelsea? Heynckes, ganz der Profi, sagt jetzt: "Ich denke nicht vorher, wir gewinnen das Endspiel oder das Pokalendspiel. Das ist mir völlig fremd, solche Gedankengänge habe ich überhaupt nicht." Mit einem Sieg hätte er dann – nach dem Triumph 1998 mit Real Madrid – als dritter Trainer nach Ottmar Hitzfeld (Borussia Dortmund und Bayern München) und Jose Mourinho (FC Porto und Inter Mailand) mit zwei Klubs die Champions League gewonnen. Wer wollte es ihm verdenken, wenn er dann sagt: "Kinder, das war's."

Quelle: RP/can
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