Leverkusen - Freiburg 3:1: Bayer macht kurzen Prozess
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 31.01.2010 - 19:25Leverkusen (RPO). 159 Getreue hatten sich auf den Weg gemacht. Die 440 Kilometer aus dem Breisgau hinauf nach Leverkusen, um ihren SC Freiburg anzufeuern. 159 von 3000 – so viele Eintrittskarten hätten dem Sportclub für die Gästeecke in der BayArena zugestanden.
Die, die gekommen waren, durften eine halbe Stunde lang träumen. Dann machte Bayer ernst. 3:1 (3:0) hieß es am Ende. Der erste Jubel der fast 26.000 Bayer-Fans galt der Einblendung der Dortmunder 1:4-Niederlage in Stuttgart. Die Vergrößerung des Abstands nach unten zählt.
Der zweite Jubel brach jäh ab, als Stefan Kießling nach elf Minuten völlig freistehend an Freiburgs Torhüter Simon Pouplin scheiterte. Im Gegenzug reagierte Nationalkeeper René Adler einmal im Herauskommen und einmal buchstäblich auf der Torlinie. Bayers Nummer eins wirkte wieder wacher als in den vergangenen Partien.
Freiburg, bei dem Afrika-Cup-Rückkehrer Mo Idrissou (Kamerun) und Neuzugang Papiss Cissé (Senegal) den Sturm bildeten, nutzte die sich bietenden Räume geschickt. Sie wollten die Partie auch für ihren verletzten Kapitän Simon Rolfes gewinnen, hatten die Profis der Werkself im Vorfeld betont.
Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Vidal (90.+1 Bender), Reinartz - Barnetta (88. Renato Augusto), Kroos - Kießling, Derdiyok. - Trainer: Heynckes
Freiburg: Pouplin - Williams, Toprak, Butscher, Bastians - Flum, Schuster (69. Bechmann) - Cha, Makiadi (87. Abdessadki) - Cisse, Idrissou (80. Jäger). - Trainer: Dutt
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Tore: 1:0 Kießling (36.), 2:0 Derdiyok (37.), 3:0 Hyypiä (40. ), 3:1 Bastians (66.)
Zuschauer: 26.000
Beste Spieler: Hyypiä, Kießling - Cha, Idrissou
Gelbe Karten: - Idrissou (4), Schuster (3)
Allein die Breisgauer machten es ihnen schwerer, als von vielen gedacht. Es war oft nur der finale Pass, der vielversprechende Konter der Gäste vorzeitig beendete.
Nach 36 Minuten lud der Tabellenführer dann aber binnen vier Minuten gleich dreimal den Turbo durch: Erst köpfte Kießling nach einer einmal mehr sehenswerten Kombination über Toni Kroos und Tranquillo Barnetta mit seinem 13. Saisontor zur Führung ein, wenige Zeigerumdrehungen später schob Sturmpartner Eren Derdiyok nach einem kapitalen Fehlpass Pouplins zum 2:0 ein.
Schließlich erinnerte sich Bayers Finne Sami Hyypiä, wie gut sich sein erster Saisontreffer vergangene Woche gegen Hoffenheim angefühlt hatte, und drückte eine Ecke von Kroos per Kopf zum dritten Tor der Gastgeber ein. Da waren sie dann wieder, die schon kultverdächtigen "Jupp, Jupp, Jupp"-Sprechchöre an die Adresse von Bayer-Coach Heynckes.
Bayer zauberte in der Folge: Derdiyok mit der Hacke, Vidal per Außenrist, Kroos volley nach einer Ecke nicht effektiv, aber etwas fürs Auge. Derdiyok vergab sogar allein vor Pouplin ein mögliches 4:0. Das Tor fiel dann auf der Gegenseite, und Adler sah beim Schuss von Linksverteidiger Felix Bastians aufs kurze Eck nicht glücklich aus. Bayer zeigte Nerven, schwamm für einige Minuten regelrecht. Der Herbstmeister geriet aber nicht mehr in Gefahr und holte sich mit dem Sieg die Tabellenführung zurück.
"Wir haben uns den Sieg erarbeitet", sagte Kießling. Und Heynckes ergänzte: "Das Gerede vom Titel überlassen wir den anderen. Aber was intern besprochen wird und was extern, ist ein großer Unterschied."
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