Bundesliga startet in die Rückrunde: Bayern gegen BVB – das Duell um den Titel
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.01.2012 - 09:40Düsseldorf (RP). Bayern München geht als Favorit auf die Meisterschaft in die zweite Saison-Hälfte. Der Konkurrent in diesem Wettbewerb ist Borussia Dortmund, der amtierende Titelträger. Die Münchner wollen schon zum Auftakt bei Borussia Mönchengladbach ein Zeichen setzen.
Wenn es nach den Experten geht, dann muss diese Bundesliga-Rückrunde gar nicht erst angepfiffen werden. Für die Fachleute steht der Meister nämlich schon lange fest. "Bayern München wird Meister", sagt der ehemalige ARD-Experte Günter Netzer stellvertretend für die Fußballweisen im Lande, "weil die Bayern das beste Potenzial von allen haben. Es ist eine schlechte Leistung, wenn sie es zulassen, dass jemand anders Meister wird." So sehen das die Münchner selbst. "Wir wollen vorne wegmarschieren", erklärt ihr Mittelfeldspieler Toni Kroos, "und schon am Freitag ein Ausrufezeichen setzen." Der Rekordmeister startet am Freitag um 20.30 Uhr (Live-Ticker) beim Tabellenvierten Borussia Mönchengladbach in die zweite Saisonhälfte.
Die Bayern gehen mit den branchenüblichen Respektbezeugungen in diese Auseinandersetzung. "Das ist eine Mannschaft, die defensiv sehr gut organisiert und schwer zu spielen ist", sagt Trainer Jupp Heynckes. Zum Rivalen im Kampf um die Meisterschaft erhebt er seinen ehemaligen Klub aber ebenso wenig wie der frühere Teamkollege Netzer. "Die Gladbacher spielen am obersten Rand ihrer Möglichkeiten", sagt der im Gespräch mit "Sport-Bild", "wenn es ihnen gelingt, Platz vier zu halten, dann wäre das eine Sensation."
BVB schreibt Titel noch nicht ab
Der natürliche Konkurrent der Münchner ist Borussia Dortmund, immerhin amtierender Titelträger. Der Meister geht als Tabellenzweiter in die Rückrunde, und er sieht schon deshalb keinen Grund, den Bayern vorzeitig zu gratulieren. "Wer einmal Meister war, will das wieder erleben", betont der Dortmunder Mittelfeldspieler Mario Götze im "Kicker"-Interview, "der Gedanke daran ist immer da, und der Gedanke ist immer gut."
Das Dortmunder Selbstbewusstsein hat drei wesentliche Gründe. Der Meister geht ohne zusätzliche Belastungen in der Champions League in den Wettlauf mit den Münchnern. Er hat die Bayern in der Rückrunde noch zu Gast im eigenen Stadion. Und er hat die drei zurückliegenden Begegnungen mit dem Team von Jupp Heynckes gewonnen – zwei davon sogar in der Münchner Arena. So etwas macht die Brust deutlich breiter.
So richtig erschrecken lassen sich die Bayern davon in der Öffentlichkeit allerdings nicht. "Unser Ziel ist ganz klar die Meisterschaft", beteuert Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Und damit sich der wichtigste Mitbewerber um den nationalen Titel zumindest ein bisschen ärgert, spricht er Borussia Dortmund "das internationale Flair" ab. Solche Botschaften beweisen, wie ernst die Münchner ihren Gegner nehmen. Ihr möglicherweise entscheidender Vorteil aber liegt schlicht in der höheren Klasse der einzelnen Spieler.
Im Tor haben sie in Manuel Neuer einen Weltklassemann, die Abwehr entspricht zumindest höheren nationalen Anforderungen, Mittelfeld und Angriff werden internationalen Ansprüchen gerecht. Dortmund ist zwar in der Mittelachse der Verteidigung durch Mats Hummels und Neven Subotic besser besetzt, in den vorderen Mannschaftsteilen trotz Götze, Robert Lewandowski und Shinji Kagawa aber schwächer. Bislang haben die Dortmunder diesen Nachteil in den direkten Treffen mit den Münchnern durch geradezu hemmunglose Laufarbeit und mannschaftlichen Zusammenhalt ausgeglichen, die Bayern wollen jedoch auch diese Herausforderung annehmen.
Das Team ist trotz einer Schwächephase in der Hinrunde, als ein Fünfpunkte-Vorsprung verspielt wurde, zusammengewachsen. "Wir kriegen den Mix zwischen Offensive und Defensive inzwischen besser hin", urteilt Kapitän Philipp Lahm, "und wir können einen Gegner immer zerlegen." Das klingt nicht nur wie eine Drohung, das soll auch eine sein.
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