München - Mainz 3:0: Bayern nehmen Revanche
zuletzt aktualisiert: 30.01.2010 - 17:35München (RPO). Den siebten Ligasieg in Folge gefeiert, in Arjen Robben den derzeit überragenden Bundesligaspieler im Team und Mittelfeldstar Franck Ribery in der Hinterhand - Bayern München kann sich auf dem Weg zur 22. deutschen Meisterschaft wohl nur noch selbst aufhalten. Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat beim 3:0 (0:0) gegen einen fast schon bedauernswerten FSV Mainz 05 seine momentane Dominanz eindrucksvoll unterstrichen und seinen Angriff auf Bayer Leverkusen fortgesetzt.
"Wir selbst sind die größte Gefahr für uns, nicht der Gegner", meinte auch Bayern-Trainer Louis van Gaal, dessen Handschrift immer deutlicher zu erkennen ist. Er glaube aber, "dass wir das schaffen. Dafür bin auch ich da", fügte der Niederländer selbstbewusst an und geriet angesichts einer erneut starken Leistung seiner Truppe regelrecht ins Schwärmen: "Das war unser bestes Heimspiel. Ich habe einen sehr guten FC Bayern gesehen. Ich bin sehr zufrieden."
Bei zum Teil starkem Schneetreiben trafen Daniel van Buyten (58.), begünstigt von einem schweren Patzer des ansonsten guten FSV-Keepers Heinz Müller, Mario Gomez (75.) und Robben (86.). Der bärenstarke Niederländer bereitete zudem das 1:0 vor und war auch sonst von den überforderten Gästen nicht zu bremsen.
Einziges Manko der klar überlegenen Bayern: die Chancenverwertung. Der Rekordmeister, der 64 Prozent Ballbesitz und 31:6 Torschüsse verzeichnete, verpasste sogar ein Schützenfest. In der 32. Minute vergab Jörg Butt einen von Niko Bungert an Thomas Müller verschuldeten Foulelfmeter. Für den Bayern-Keeper ("Ich ärgere mich am meisten darüber") war es der fünfte Fehlschuss seiner Karriere, 26-mal hatte er bisher getroffen.
München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber - Robben, Schweinsteiger, van Bommel, Thomas Müller - Gomez (76. Klose), Olic (58. Ribery)
Mainz: Heinz Müller - Hoogland, Svensson, Noveski, Bungert - Karhan, Polanski - Ivanschitz (69. Amri), Simak (46. Soto), Schürrle - Bance (74. Szalai)
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore: 1:0 van Buyten (58.), 2:0 Gomez (75.), 3:0 Robben (86.)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Demichelis (2) - Ivanschitz (4)
Bes. Vorkommnis: Heinz Müller hält Foulelfmeter von Butt (32.)
Es war aber der einzige Schönheitsfehler beim neunten Pflichtspielsieg in Serie, den auch Mainz-Coach Thomas Tuchel "neidlos" anerkennen musste: "Sie haben eine Topleistung gezeigt. Wir waren gegen eine Klassemannschaft chancenlos." Im Hinspiel hatten die Mainzer noch mit 2:1 gewonnen.
Van Gaal kann sich momentan sogar den Luxus leisten, seinen genesenen Star Franck Ribery 58 Minuten lang auf der Ersatzbank schmoren zu lassen. "Auch Franck kann sehen, dass wir ohne ihn sehr gut spielen. Er hat Extra-Qualitäten. Ich muss ihn integrieren, das ist nicht so einfach", sagte der Bayern-Coach.
Ribery habe drei Monate nicht gespielt, "nun soll er in einer hervorragenden Mannschaft in hohem Tempo spielen. Das ist auch für Franck Ribery nicht möglich. Das hat man gegen Bremen und auch heute gesehen", erklärte van Gaal seine Gründe.
Der Franzose wird sich deshalb auch am kommenden Samstag in Wolfsburg mit der Reservistenrolle zufrieden geben müssen. Doch Nationalspieler Philipp Lahm ist "froh, wenn Franck wieder fit ist. Das tut uns und auch ihm gut".
Doch auch ohne Ribery hat der FC Bayern eine echte Attraktion zu bieten: Arjen Robben. Der 26-Jährige wirbelt derzeit nach Belieben. "Es ist eine schöne Sache, solche Spieler im Kader zu haben", lobte van Buyten. Und auch Lahm outete sich als Bewunderer des Flügelflitzers: "Robben ist überragend, so kennen wir ihn, wie er Eins gegen Eins oder Eins gegen Zwei geht."
Torschütze Gomez konnte deshalb zufrieden feststellen, dass es derzeit "unheimlich viel Spaß macht". Für Butt ist es deshalb auch keine Frage, "dass wir am Ende oben stehen, wenn es so weitergeht."
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