Fußball-Bundesliga: Bayern trotz Patzer ganz oben
zuletzt aktualisiert: 02.09.2007 - 19:21Hamburg (RPO). In der Fußball-Bundesliga läuft alles für den FC Bayern. Obwohl die Münchner beim 1:1 gegen den Hamburger SV erstmals nicht gewinnen konnten, haben sie ihre Tabellenführung ausgebaut. Titelverteidiger Stuttgart ist indes in der Krise.
Die Schwaben sind in der Abstiegszone wiederzufinden. Nach der 0:1 (0:0)-Pleite bei Aufsteiger Karlsruher SC hat der VfB mit vier Punkten den Saisonstart vollends verpatzt. Tamas Hajnal machte den KSC-Sieg mit seinem dritten Saisontor (54.) perfekt.
Miroslav Klose (70.) hatte die Bayern mit seinem 100. Ligatreffer sogar vom vierten Sieg im vierten Spiel träumen lassen, doch Mohamad Zidan schafften drei Minuten vor Schluss für den HSV noch den verdienten Ausgleich.
Bereits am Samstag, einen Tag vor dem Gipfel in Hamburg, hatten die Verfolger dem FC Bayern kollektiv in die Karten gespielt. Weder Arminia Bielefeld, noch der VfL Bochum oder auch Eintracht Frankfurt vergaben die große Chance, wenigstens für einen Tag mal Tabellenführer zu sein.
Das Bielefelder 0:3 beim MSV Duisburg, das Bochumer 2:3 bei Hannover 96 und das Frankfurter 1:2 bei Werder Bremen holten die drei Gipfelstürmer nach zuvor je sieben Punkten aus drei Spielen jäh auf den Boden der Tatsachen zurück.
Doch vielleicht waren es auch Niederlagen "zur rechten Zeit", wie Bochums Coach Marcel Koller sinnierte: So sehe der ein oder andere, dass nicht alles von alleine geht. Eine Meinung, der sich seine Kollegen aus Bielefeld und Frankfurt vermutlich anschließen dürften.
Einen Sieg zur rechten Zeit durfte dagegen Werder Bremen schon am vergangenen Mittwoch in der Champions-League-Qualifikation bei Dinamo Zagreb feiern. Für Werder-Sportdirektor Klaus Allofs war jedenfalls klar, dass das Erreichen der Gruppenphase in der europäischen Königsklasse auch eine Initialzündung für das Meisterschaftsrennen war.
Deshalb mache man sich dem zweiten Bundesligasieg in Folge nun auch wieder "berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im oberen Teil der Tabelle", wo man sich mit nunmehr ebenfalls sieben Punkten schon wieder angesiedelt hat.
Die oberen Gefilde der Liga haben auch Vizemeister Schalke 04, Borussia Dortmund und Hertha BSC trotz Startschwierigkeiten in der jungen Saison weiter vor Augen. Während sich die Schalker nach dem etwas enttäuschenden 1:1 am Freitag gegen Bayer Leverkusen damit trösten durften, auch nach vier Partien noch ohne Niederlage dazustehen, konnten der BVB (1:0 bei Hansa Rostock) und die Hertha (2:1 gegen den VfL Wolfsburg) ihre bisherige Saisonbilanz mit dem jeweils zweiten Sieg immerhin ausgleichen.
Berlins Manager Dieter Hoeneß kamen angesichts der guten Vorstellung der Hertha sogar schon wieder Gedanken an die europäischen Wettbewerbe, für die er sogleich einen Drei-Jahres-Plan hervorzauberte: "Wir wollen in dieser Saison einen einstelligen Tabellenplatz. Im kommenden Jahr wollen wir in den UEFA-Cup und im Jahr darauf in die Champions League", verkündete Hoeneß.
Ganz so weit ist man bei der Borussia indes noch nicht. "Das Dortmunder Umfeld ist zu hektisch. Nur wenn mit der Situation vernünftig umgegangen wird, können wir eine gute Saison spielen. Man sollte immer die Kirche im Dorf lassen", meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Schwere Zeiten kommen dagegen auf die Rostocker zu, die im vierten Spiel die vierte Niederlage kassierten und am Tabellenende nach und nach Boden auf die vor ihnen platzierten Teams verlieren.
Dennoch wollte Hansa-Trainer Frank Pagelsdorf auch positive Ansätze sehen und sein Team noch lange nicht abschreiben: "Es ist klar, dass es an der Mannschaft nagt, wenn wir nicht so in Tritt kommen. Aber das wird kommen. Davon bin ich überzeugt, weil die Mannschaft sich kontinuierlich gesteigert hat und ich glaube, dass mein Team nun weiß, wozu es in der Lage ist."
Auch Energie Cottbus, das nach dem 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg mit zwei Punkten Vorletzter ist, konnte die eigenen Ansprüchen noch nicht erfüllen. "Wir hinken jetzt etwas hinterher. Die Ausbeute ist eindeutig zu wenig", meinte Trainer Petrik Sander.
Sein Nürnberger Kollege Hans Meyer sah sein Team nach weiterhin nur einem Sieg ebenfalls noch nicht in der Saison angekommen und erinnerte seine Spieler an die guten Auftritte der vergangenen Saison: "Einige können sich nur schlecht daran erinnern, dass sie vor gar nicht so langer Zeit mit sehr breiter Brust aufgelaufen sind."
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