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München - Frankfurt 0:0: Bayern vergibt über 20 Chancen

zuletzt aktualisiert: 03.11.2007 - 18:59

München (RPO). Chancen in Hülle und Fülle, aber nur ein Punkt: Bayern München hat am zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga völlig überraschend einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld konnte ihre deutliche Überlegenheit gegen Eintracht Frankfurt nicht nutzen und kam nicht über ein 0:0 hinaus.

Franck Ribery wird in letzter Sekunde von Patrick Ochs gestört.  Foto: AP, AP
Franck Ribery wird in letzter Sekunde von Patrick Ochs gestört. Foto: AP, AP

Als die letzte Torchance vereitelt und der Punkt gesichert war, stand Oka Nikolov noch einmal im Mittelpunkt. Anders als in den 90 Minuten zuvor war es nun allerdings kein Schuss, kein Kopfball, den der Torwart von Eintracht Frankfurt abwehren musste, sondern die unzähligen Gratulanten, die ihm als Anerkennung für seine Topleistung auf die Schulter klopften.

Dank des Keepers, der kurzfristig für die grippekranke Nummer eins Markus Pröll eingesprungen war, und der insgesamt guten Defensivleistung erkämpften die Hessen ein 0:0 bei Tabellenführer Bayern München und stürzten den Rekordmeister in eine Sinnkrise.

"Wir hatten eine richtig schlechte Chancenverwertung", klagte dessen Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem zweiten torlosen Remis nach dem 0:0 in Dortmund binnen einer Woche. Die Münchner behielten zwar Platz eins, ihre stolze Serie bauten sie auf 23 Pflichtspiele ohne Niederlage aus, doch der Vorsprung auf den Hamburger SV schmolz auf zwei mickrige Pünktchen zusammen.

"Recht ist uns das nicht, aber es macht uns auch nicht nervös", behauptete der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rumenigge trotzig: "Wer Meister werden will, muss auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein."

Auch der ehemalige Weltklasse-Stürmer haderte mit der Lässigkeit seiner Nachfolger vor dem Tor. "Der Ball wollte einfach nicht rein", sagte Rummenigge über die vergeblichen Bemühungen von Miroslav Klose, Luca Toni und der eingewechselten Angreifer Lukas Podolski und Jan Schlaudraff.

Der zuletzt schmerzlich vermisste Franck Ribery hatte gute Szenen, doch auch ihm gelang es nicht, das zu statische Bayern-Spiel mit Überraschungseffekten anzureichern. "Da haben wir einiges zu verbessern", sagte Hitzfeld über die nicht effektive Offensivleistung.

Schon nach zwölf Sekunden hatte Toni die beste Chance, als er am hervorragend reagierenden Nikolov scheiterte. Weitere klare Möglichkeiten folgten, am Ende hatten Statistiker 38:5 Versuche sowie 16:2 Ecken gezählt - wenn auch unklar blieb, wann Frankfurt einen Torschuss abgegeben hatte. Rückkehrer Oliver Kahn blieb im ersten Spiel nach sechs Wochen Verletzungspause beschäftigungslos.

"Die haben gespielt, wie alle bei uns spielen: nur defensiv", sagte Rummenigge über den ebenso ersatzgeschwächten wie harmlosen Gast. Dass sich der englische Abstiegskandidat Bolton Wanderers am Donnerstag im zweiten Uefa-Cup-Gruppenspiel nicht anders verhalten wird, weiß Rummenigge. Die Briten haben aber keinen Mazedonier im Tor.

"Wir haben den Punkt allein Oka zu verdanken", sagte Christoph Spycher über den Schlussmann, der unverhofft zum zweiten Einsatz in dieser Saison kam. "Ich hatte so eine Ahnung, als Markus Pröll beim Frühstück fehlte", sagte Nikolov. Seine Ahnung täuschte ihn nicht, Stammkeeper Pröll fiel aus - und Nikolov avancierte zum Helden von München.

Während Mitspieler und Verantwortliche Nikolov lobten, blieb der Schlussmann selbst gelassen. "Ich bin ja nicht hergefahren, um hier Urlaub zu machen", sagte der 33-Jährige in sachlichem Ton über seine Glanztaten. Mit seiner ruhigen Art war "der Stoiker Nikolov genau der Richtige für so ein schweres Spiel", meinte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Nikolov bekam aber auch tatkräftige Unterstützung von seinen Vorderleuten. Die neuformierte Dreierkette, in der Chris und Aaron Galindo ihre ersten Spiele von Beginn an bestritten, stand sicher. "Hut ab vor den Jungs, die haben viel weggemacht", sagte Nikolov über die gute Defensivleistung, mit der Frankfurt seine Fans für das Aus im DFB-Pokal bei Borussia Dortmund entschädigte und sich im gesicherten Mittelfeld behauptete.

Die Bayern hatten ihre besten Spieler in Kapitän Lucio, dem Kahn die Binde noch einmal für eine Begegnung überlassen hatte, und dem manchmal zu uneffektiven Ribery. Bei der Eintracht gefiel neben Nikolov auch Marco Russ.


Statistik:

München: Kahn - Lell, Lucio, Demichelis, Lahm - Altintop (67. Schweinsteiger), Ze Roberto (85. Podolski), van Bommel, Ribery (76. Schlaudraff) - Toni, Klose. - Trainer: Hitzfeld

Frankfurt: Nikolov - Galindo, Chris, Russ - Ochs, Preuß, Inamoto, Spycher - Weissenberger (72. Köhler) - Amanatidis, Takahara (82. Thurk). - Trainer: Funkel

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)

Beste Spieler: Lucio, Ze Roberto, Ribery - Nikolov, Russ

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karten: Altintop (3) - Inamoto (3), Preuß


 
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