Champions League: Bayerns Adventsreise ohne Geschenke
zuletzt aktualisiert: 07.12.2011 - 18:14Manchester (RPO). Superstar Arjen Robben fällt mal wieder aus, eine "kleine Grippewelle" greift um sich - doch von schlechter Laune keine Spur: In lockerer Vorweihnachts-Stimmung bestiegen die Stars des deutschen Rekordmeisters Bayern München am Dienstag auch ohne den erkrankten Robben den Lufthansa-Airbus nach Manchester. Advents-Geschenke wollen die bereits als Gruppensieger feststehenden Münchner bei Manchester City am Mittwoch (20.45 Uhr im Live-Ticker)allerdings nicht verteilen.
"Wenn ManCity rausfliegt, ist ein gefährlicher Konkurrent draußen", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor dem abschließenden Vorrundenspiel der Champions League ohne einen Hauch weihnachtlicher Güte.
Während der englische Liga-Krösus als Gruppendritter (sieben Punkte) für das Weiterkommen unbedingt einen Sieg braucht und gleichzeitig auf Schützenhilfe des noch punktlosen Schlusslichts FC Villarreal gegen den SSC Neapel (acht Zähler) angewiesen ist, könnten die Bayern den Trip auf die Insel als Lustreise genießen. Doch das ist, so betonen alle Beteiligten, nicht mit dem Selbstverständnis des FC Bayern zu vereinbaren.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
Manchester: Hart - Richards, Kolo Toure, Kompany, Clichy - Yaya Toure, Barry - Silva, Nasri, Johnson - Agüero. - Trainer: Mancini
München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm - Timoschtschuk, Luiz Gustavo - Ribery, Müller, Olic - Gomez. - Trainer: Heynckes
Schiedsrichter: Stephane Lannoy (Frankreich)
"Es gibt Punkte fürs Uefa-Ranking, und außerdem sind 800.000 Euro eine schöne Weihnachtsprämie. Wir fahren da nicht hin, um abzuschenken. Das ist nicht Bayern München. Und das werden wir auch nicht einführen bei Bayern München", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Zumal nach der Rückeroberung der Tabellenspitze in der Bundesliga keinesfalls der wieder eingekehrte Weihnachts-Frieden gefährdet werden soll.
"Wir tun alles, um das Spiel nicht zu verlieren", sagte deshalb auch Nationalspieler Thomas Müller, der ähnlich wie Hoeneß ein Vorrunden-Aus des englischen Liga-Krösus als "schöne Nebensache" bezeichnete: "Es gibt keinen Grund, nachlässig zu sein oder einen Meter weniger zu laufen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir da mit einer laschen Einstellung reingehen."
Ziel ist es, sich im Prestigeduell "zu beweisen und gut zu verkaufen", wie Müller sagte. Dass das Ganze ohne Druck passiere, sei "eine sehr gute Situation für uns". Das erspare "eine ganze Menge Nervenkitzel", ergänzte Hoeneß.
Zudem könnte der Champions-League-Sieger von 2001 mit einem Erfolg beim englischen Pokalsieger ausgerechnet in der von vielen zunächst gefürchteten "Todesgruppe" einen Vereinsrekord aufstellen. Denn 16 Punkte holte noch keine Bayern-Mannschaft in der Vorrunde seit Einführung der Königsklasse.
Heynckes will rotieren
Trainer Jupp Heynckes kündigte dennoch an, gegen City rotieren zu wollen. Der geplante Einsatz von Robben fällt allerdings erneut aus. Der Niederländer musste die Reise ebenso wie Toni Kroos wegen eines grippalen Infekts absagen. Dabei hätte der 27-Jährige, für den es nach monatelanger Verletzungspause ein weiterer kleiner Rückschlag ist, eigentlich Spielpraxis sammeln sollen. "Das kann man nicht ändern", sagte Rummenigge gelassen.
Neben Robben und Kroos sind auch Müller, Daniel van Buyten und Danijel Pranjic leicht angeschlagen, aber immerhin einsatzfähig. Sportdirektor Christian Nerlinger sprach deshalb von einer "kleinen Grippewelle in der Mannschaft".
Festgelegt hat sich Heynckes, dass der abwanderungswillige Ivica Olic von Beginn an spielt. Zudem wird wohl der Brasilianer Rafinha als Rechtsverteidiger starten, dafür dürfte Jerome Boateng gegen seinen Ex-Klub in die Innenverteidigung rücken.
Während die Münchner am Dienstagvormittag entspannt nach Manchester flogen, steht der Gegner gehörig unter Druck. Das in dieser Saison zu Hause noch unbesiegte City, das die Premier League souverän mit fünf Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen Manchester United anführt, tut sich in der Champions League mehr als schwer. Die Bayern seien "wie eine Maschine", warnte deshalb auch Mittelfeldspieler Yaya Toure im kicker. Dennoch glaubt der Ivorer an die Chance aufs Weiterkommen: "Da ist noch alles drin, alles machbar".
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