"Kaiser" kritisiert Bayern-Star: Beckenbauer: Robben ist "ein Egoist"
zuletzt aktualisiert: 13.02.2012 - 12:17München (RPO). Franz Beckenbauer hat Bayern Münchens Superstar Arjen Robben hart kritisiert und der Debatte um den Niederländer eine neue Dimension gegeben.
Mit scharfer Kritik an der "Ich-AG" Arjen Robben hat Franz Beckenbauer seinem FC Bayern München wieder einmal einen Bärendienst erwiesen und erneute Unruhe gestiftet. Während Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Jupp Heynckes am Wochenende bemüht waren, die Diskussion um den Superstar und derzeitigen Edel-Reservisten zu beruhigen, goss der "Kaiser" weiteres Öl ins Feuer.
"Die Anerkennung hat er teilweise verspielt. Er ist ein Egoist, wie viele andere auch", sagte Beckenbauer bei der Talkrunde Sky90 und fügte an: "Allein die Reaktion, wenn er mal eine gute Szene hat oder ein Tor schießt: Er rennt nicht zu dem, der ihm die Vorlage gegeben hat, wie das höflichkeitshalber normalerweise der Fall sein sollte, sondern zu seinen Familienmitgliedern auf die Tribüne und grüßt die und so weiter."
Robben lasse die Mannschaft "hinter sich her laufen. Das sind gefährliche Entwicklungen," sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern: "Irgendwann sagt der Mitspieler: Wenn ich Dir den Ball gebe und ich kriege die Anerkennung nicht zurück, dann kannst du Dir den Ball das nächste Mal selbst holen. Da müsste er ein bisschen mannschaftsdienlicher denken."
Der niederländische Nationalspieler sei ein Weltklassespieler, der im Moment aber nicht wahrhaben wolle, so Beckenbauer weiter, "dass er noch nicht die Klasse hat wie vergangene Saison, als er wichtige und entscheidende Tore geschossen hat, als er Spiele fast im Alleingang gewonnen hat. So weit ist er noch nicht."
"Er braucht ein Erfolgserlebnis"
Allerdings ist der "Kaiser" überzeugt davon, dass der Vize-Weltmeister wieder seine Topform finden wird: "Er braucht wieder ein Erfolgserlebnis. Wenn er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, dann hat er keinen Konkurrenten, auch einen Thomas Müller nicht."
Robben (28) hatte im Pokal-Viertelfinale gegen Stuttgart (2:0) die komplette Spielzeit auf der Bank verbracht. Nach dieser Degradierung war er am Samstag beim 2:0 gegen Kaiserslautern in der 56. Minute für Müller eingewechselt worden und hatte für einigen Schwung gesorgt. Bisher hat er seine unbefriedigende Situation noch nicht kommentiert.
Rummenigge meinte derweil, dass der FC Bayern "entspannt, sehr sachlich und nicht emotional" mit der Geschichte umgehe, "und dass macht auch der Spieler sehr gut. Er ist sehr professionell." Der Bayern-Boss stellte dem Niederländer deshalb abermals eine Verlängerung des 2013 auslaufenden Vertrags in Aussicht. Erste Gespräche zwischen Sportdirektor Christian Nerlinger und Robbens Vater Hans hat es bereits gegeben.
Auch Trainer Jupp Heynckes hatte Robbens Reaktion gegen den FCK herausgestellt. "Er war hochmotiviert. Das war sehr positiv", sagte Heynckes und ergänzte: "Wir brauchen in den nächsten Wochen jeden sehr guten Spieler. Wenn Arjen in Topform ist, ist er ein Weltklassespieler."
Den Mitspielern geht die Diskussion um Robben anscheinend auf die Nerven. "Kein Spieler sitzt gerne draußen, aber wir müssen nicht jeden Tag darüber sprechen", sagte Torjäger Mario Gomez, "wir sind nicht elf, die spielen, und dagegen die sieben auf der Bank - wir sind eine Mannschaft."
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