1. Bundesliga 17/18
| 13.16 Uhr

Bochum - Frankfurt 1:2
Beim VfL hat das Zittern begonnen

Bundesliga 09/10: Bochum - Frankfurt
Bundesliga 09/10: Bochum - Frankfurt FOTO: ddp
Bochum (RPO). Jetzt ist doch noch genau das passiert, was Trainer Heiko Herrlich unter allen Umständen verhindern wollte: Sechs Spieltage vor dem Saisonende ist der VfL Bochum in den tiefsten Abstiegsstrudel der Bundesliga geraten. Von Thomas Schulze

Die Westfalen verloren gestern Abend gegen Eintracht Frankfurt mit 1:2 (1:1). Es war bereits die vierte Niederlage in Folge, zuvor gab es lediglich zwei Unentschieden. Für die Gäste hingegen war es der erste Sieg in Bochum seit 15 Jahren. Und er war hochverdient.

Was hatten sich die Frankfurter vor einer Woche gefreut, als sich der Münchner David Alaba auf der linken Abwehrseite vernaschen ließ und die Eintracht den Rekordmeister im Schlussspurt besiegt hatte. Nun erging es den Hessen nicht anders als den Bayern –­ allerdings in der Anfangsphase, so dass sie noch genügend Zeit zur Korrektur hatten.

Benjamin Köhler und Marco Russ ließen sich auf der linken Seite von Vahid Hashemian austanzen; der von Schalke ausgeliehene Lewis Holtby lief in die scharfe Hereingabe und verwandelte zur Bochumer Führung. "Ich bin kein Wunderkind", hatte der Torschütze vor dem Spiel versichert, der im Vorjahr die höchste Auszeichnung für einen Nachwuchsspieler, die Fritz-Walter-Medaille in Gold, erhalten hatte. Kein Wunderkind, aber ein Lichtblick beim schwachen VfL, der sich als Abstiegskandidat präsentierte.

Die Frankfurter zeigten sich hingegen wenig beeindruckt und waren weiterhin die aktivere Mannschaft. So war der Ausgleich durch den Kopfball von Russ nach einem Freistoß von Köhler hochverdient. Bei den Bochumern hinterließ der Treffer Wirkung.

Das Herz in der Hose

Das Herz schien ihnen in die Hose zu rutschen, sie zogen sich noch weiter zurück. Der Pausenpfiff war eine Erlösung und bot Trainer Heiko Herrlich die Gelegenheit, sein Team aufzurichten und neu einzustellen, während Eintracht-Manager Heribert Bruchhagen bekannte: "Ich bin mit dem Spiel unserer Mannschaft sehr zufrieden."

Die Gastgeber kamen zwar mit etwas mehr Schwung aus der Kabine, wirkten engagierter, doch brachten sie das gegnerische Tor nicht ernsthaft in Gefahr. Die Gäste waren abgeklärter, reifer in der Spielanlage und gingen durch einen trockenen 20-Meter-Schuss von Caio in Führung.

Der Unterschied wurde eine Viertelstunde vor Schluss deutlich, als Zlatko Dedic den Ball freistehend aus acht Metern in die Wolken jagte. Dass die Bochumer sich nicht einmal zu einer mitreißenden Schlussoffensive aufraffen konnten, ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Mannschaft stärker angeschlagen ist, als viele vermuten. Ohne kämpferische Tugenden kann der VfL kaum bestehen.

 
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