1. Bundesliga 16/17
| 16.28 Uhr

Weltmeister wird 70
Hölzenbein hat keine Lust auf eine große Feier

Bend Hölzenbein hat keine Lust auf eine große Feier
Eintracht-Legende Bernd Hölzenbein wird 70. FOTO: dpa, hrad hak
Frankfurt/Main. Am Mittwoch feiert Eintracht-Ikone Bernd Hölzenbein seinen 70. Geburtstag. An die Rente denkt der Weltmeister von 1974 aber noch lange nicht.

Auf die Frankfurter Abstiegssorgen hat Bernd Hölzenbein an seinem Geburtstag keine Lust. Seinen 70. feiert die Eintracht-Ikone am Mittwoch (9. März) lieber mit seiner Frau im Ausland - eine große Feier, wie sie der Bundesligist für Hölzenbeins früheren Mannschaftskameraden Jürgen Grabowski vor knapp zwei Jahren veranstaltet hatte, wollte der Weltmeister von 1974 nicht. "Für mich sind die ganzen Medientermine schon Stress genug", sagte er dem kicker.

Dabei könnte die Eintracht, die als Tabellen-16. vor dem Abstieg zittert, so einen wie den (jungen) Hölzenbein gerade gut gebrauchen. In 420 Bundesliga-Spielen kam der Außenstürmer auf 160 Treffer. "Seinem" Sport ist er auch im Anschluss immer treu geblieben. "Ich habe noch keine Ambitionen, aufzuhören. Ich kann ja nicht nur Golf spielen", sagte er der Frankfurter Rundschau.

Der 70. Geburtstag ist ein guter Anlass, um mit einer gewissen Distanz auf seine Vergangenheit zurückzublicken. So kann Hölzenbein heute mit einem Lächeln davon erzählen, dass der Wechsel zur Eintracht damals beinahe geplatzt wäre, weil er das Probetraining verpasst habe. "Ich wollte vorspielen und habe mich total verfahren. Ich kam zwei Stunden zu spät. Das Training war gerade fertig", sagte Hölzenbein. Zu seinem Glück lud ihn der damalige Trainer Elek Schwartz für die folgende Woche erneut ein.

Die für beide Seiten erfolgreichen Folgen sind bekannt: Zwischen 1967 und 1981 stand der heutige Ehrenspielführer in 511 Pflichtspiele für die Eintracht auf dem Platz. In der Bundesliga, dem DFB-Pokal und dem Europacup erzielte er insgesamt 201 Tore. Mit Hölzenbein gewannen die Hessen 1974, 1975 und 1981 den DFB-Pokal sowie 1980 den UEFA-Pokal.

Zudem absolvierte Hölzenbein 40 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Im WM-Finale gegen die Niederlande (2:1) wurde er zur "Mutter aller Schwalben" - auch wenn er bis heute beteuert, in der entscheidenden Szene im niederländischen Strafraum gefoult worden zu sein. Weil der Schiedsrichter das auch so sah, konnte Paul Breitner im Anschluss das zwischenzeitliche 1:1 vom Elfmeterpunkt erzielen.

Nicht nur positiv fällt jedoch der Blick auf die Zeit nach seiner aktiven Karriere aus. Von 1988 bis 1994 war Hölzenbein Vizepräsident der Eintracht, anschließend zwei Jahre Manager. 2001 wurde er wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten und 300 Arbeitsstunden verurteilt, weil er einen dubiosen Vertrag mit dem ehemaligen Eintracht-Stürmer Anthony Yeboah unterschrieben hatte.

In seine Zeit als Manager fällt zudem der erste Abstieg des Vereins 1996. "Das wurmt mich sehr. Das war meine Verantwortung, ich hatte das unterschätzt", sagte Hölzenbein. Im Blick auf die laufende Saison gibt die Eintracht-Ikone sich jedoch zuversichtlich: "Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir drinbleiben."

(old/sid)
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