1. Bundesliga 16/17
| 07.38 Uhr

Zehn Hingucker des Bundesliga-Spieltags
Batman returns

Morales bewirbt sich mit Schauspieleinlage für Hollywood
Morales bewirbt sich mit Schauspieleinlage für Hollywood FOTO: Dirk Päffgen
Düsseldorf. Alfredo Morales bewirbt sich in Mönchengladbach für einen Hollywood-Film, Pierre-Emerick Aubameyang erinnert während des Derby-Siegs erneut an Batman, und Manuel Neuer sieht an der Seite seiner Freundin Nina ein bisschen aus wie James Bond. Die Hingucker des Spieltags.

Schauspiel-Einlage des Tages: Alfredo Morales

Viele Freunde machten sich die Spieler des FC Ingolstadt bei ihrem Gastspiel in Mönchengladbach nicht, was allerdings nicht nur daran lag, dass sie der Borussia beim 0:0 den siebten Bundesliga-Sieg in Folge verwehrten. Mit ihren Provokationen und ihrem Zeitspiel brachte der Aufsteiger Fans und Gegenspieler gegen sich auf. Auch Gladbachs Verteidiger Alvaro Dominguez hatte irgendwann genug und wollte seinen Kontrahenten Alfredo Morales, der sich am Boden krümmte, wieder auf die Beine helfen. Da der das aber nicht wollte, zerrte der Gladbacher ihn am Kragen, was zur Folge hatte, dass sich Morales an den Hals griff und so aussah, als sei er gewürgt worden. Die Schauspiel-Einlage hatte Erfolg: Nach einer Rudelbildung sah Dominguez die Gelbe Karte.

Pressestimmen: "Treten & Theater!" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Verletzung des Tages: Leon Andreasen

Leon Andreasen, Profi von Hannover 96, ist an der linken Hand operiert worden. Bei dem Eingriff musste eine tiefe Fleischwunde zwischen Daumen und Zeigefinger versorgt werden. Der dänische Nationalspieler hatte sich allerdings nicht während eines Spiels verletzt, sondern zu Hause mit einem Messer, mit dem er ein großes Paket öffnen wollte. Durch die extrem scharfe Klinge erlitt Andreasen eine erhebliche Schnittverletzung, bei der auch eine Sehne in der linken Hand in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach der Operation wurde Andreasen von den behandelnden Ärzten eine Gipsschiene angepasst. Es war nicht die erste kuriose Verletzung eines Fußballers – und vermutlich auch nicht die letzte.

Ausflug des Tages: Manuel Neuer

Gleich nach dem 4:0-Sieg des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart ging es für Torhüter Manuel Neuer nach Berlin. Dort besuchte er mit seiner Freundin Nina die Operngala für die Aids-Stiftung. Allzu oft hatte man den Nationaltorhüter und seine neue Liebe noch nicht zusammen in der Öffentlichkeit gesehen, schon gar nicht so vertraut. Auf dem Oktoberfest mieden sie die Fotografen noch, nun posierten der 29-Jährige und seine sieben Jahre jüngere Freundin gut gelaunt auf dem roten Teppich. Ein Hauch von James Bond umwehte den Torhüter.

Fotos: Neuer und Freundin Nina bei Operngala in Berlin FOTO: dpa, car pil

Foul des Tages: Julian Draxler

Julian Draxler wusste sofort, was passiert war. Nach seinem unabsichtlichen Kung-Fu-Tritt gegen den Kopf von Gegenspieler Gonzalo Jara in der Anfangsphase des 0:2 (0:1) beim FSV Mainz 05 beugte sich der Fußball-Weltmeister des VfL Wolfsburg über den am Boden liegenden Jara – und entschuldigte sich mehrfach. Vom Platz musste er trotzdem. "Wenn ich die Situation bewertet hätte, hätten wir mit elf gegen elf weitergespielt", sagte Trainer Dieter Hecking, der Sieberts Rote Karte in "0,4 Sekunden" aus der Hosentasche kommen sah. Auch Draxlers Mitspieler Dante und Diego Benaglio sagten unisono: "Keine Rote Karte." Die Mainzer hielten sich in der Bewertung zurück.

Respektlosigkeit des Tages: Rudi Völler

Natürlich war er mit der 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln alles andere als zufrieden, dennoch hätte sich Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer Leverkusen, diese Respektlosigkeit nach dem Schlusspfiff durchaus sparen können. Als Sky-Moderatorin ihn fragte, wie es denn um den Job von Trainer Roger Schmidt stehe, tätschelte er ihr nur die Hand, statt auf die Frage einzugehen.

Aubameyang packt gegen Schalke wieder Batman-Jubel aus FOTO: afp, PST/DG

Jubel des Tages: Pierre-Emerick Aubameyang

Vor einigen Monaten feierte Pierre-Emerick Aubameyang den Derby-Sieg gegen den FC Schalke 04 zusammen mit Marco Reus in Batman-und-Robin-Kostümen, nun war beim 3:2-Sieg von Borussia Dortmund Reus zwar nicht dabei, dafür traf Aubameyang erneut – und erinnerte an den Jubel aus dem Frühjahr. Auf seinem Shirt unter dem Trikot, das er nach seinem Treffer zum 3:1 enthüllte, war erneut das Batman-Logo zu sehen. Darunter die Frage: Do you remember? (Könnt ihr euch erinnern?)

Comeback des Tages: Holger Badstuber

Und dann, ja tatsächlich, lief Holger Badstuber zurück zur Bank und zog seinen roten Sweater aus. Die Anhänger in der Südkurve reagierten sofort, "Badstuber, Badstuber", schallte es durch die Arena, und da begriffen alle: Holger Badstuber wird eingewechselt. 59. Minute im Spiel von Bayern München gegen den VfB Stuttgart: die Tafel wurde hochgehoben, 28 für 25 (Thomas Müller), das Publikum erhob sich, nach zuvor vier Münchner Treffern brandete noch einmal Jubel auf. "Ich hatte Gänsehaut", sagte Arjen Robben über diesen Moment. Robben ist ungewollt ein Experte für Verletzungen, Reha-Maßnahmen und Comebacks. Auch der zuletzt von Blessuren gebeutelte DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger war berührt, wie er über die sozialen Netzwerke mitteilte: "Ich habe mich gestern riesig über dein Comeback gefreut. Schön, dich wieder auf dem Platz zu sehen, mein Freund!" Beide können sich vorstellen, wie es Badstuber in den letzten Jahren erging.

Doppelpack des Tages: Dominic Maroh

Nach seiner Glanztat musste Dominic Maroh tanzen. Der 28 Jahre alte Innenverteidiger des 1. FC Köln sicherte per Doppelpack den prestigeträchtigen 2:1-Erfolg im rheinischen Derby bei Bayer Leverkusen. Beim 1:0 (17.) verwertete er nach seinem Freistoß von Marcel Risse eine unglückliche Kopfballrückgabe von Bayer-Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos. Beim 2:1-Siegtreffer (72.) war Maroh per Kopfball nach Eckball von Risse zur Stelle. Erstmals seit einem Jahr hatte der FC damit in der Bundesliga Kapital aus Standards geschlagen. "Wenn ich gewusst hätte, dass er zwei Tore schießt, hätte er jede Woche gespielt", witzelte der FC-Coach bei Sky.

Nullnummer des Tages: 1899 Hoffenheim

"Die Null muss stehen" – kein Trainer hat diesen Spruch so sehr geprägt wie Huub Stevens, und das schon vor fast 20 Jahren beim FC Schalke 04. Mittlerweile ist der Niederländer bei 1899 Hoffenheim gelandet, und da befolgen seine Spieler die Vorgabe des Coaches gleich doppelt. Dem 0:0 im ersten Spiel unter Stevens beim 1. FC Köln folgte gleich die nächste Nullnummer bei der Heimpremiere gegen Eintracht Frankfurt. Nach der Länderspielpause geht es Stevens' Ex-Klub Hertha BSC. Ein weiteres 0:0 ist nicht ausgeschlossen.

Spieler des Tages: Salomon Kalou

Salomon Kalou redete sich nach dem Gala-Auftritt in Hannover den Mund fusselig. Nicht allein seine drei Tore sollte der Ivorer nochmal und nochmal erklären. Vor allem sein merkwürdiger, weiß-blauer Turban sorgte für reichlich Gesprächsstoff nach dem 3:1 (1:0)-Sieg von Hertha BSC in der niedersächsischen Landeshauptstadt. "Er hat mir wohl Glück gebracht", sagte der 30-Jährige, der mit seinem Kopfschmuck eine frische Narbe an der Schläfe schützte. Es war der erste Dreierpack des Champions-League-Siegers von 2012 - zumindest in der Bundesliga. "Ich hatte in meiner Karriere das Glück, viele Tore zu schießen", sagte Kalou anschließend, nur noch ein Pflaster über dem linken Ohr schützte nun seine Wunde: "Ob bei Feyenoord, Chelsea oder Lille – ich habe bei jedem meiner Klubs einen Dreierpack geschafft." Jetzt auch bei den Berlinern, die es sich damit so richtig bequem machen in der erweiterten Spitzengruppe der Liga.

(spol/sid/dpa)
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