1. Bundesliga 17/18
| 18.39 Uhr

Fulminantes Schalke-Comeback
BVB gibt in irrem Revierderby 4:0-Vorsprung aus der Hand

Der Spielfilm des dramatischen Revierderbys
Der Spielfilm des dramatischen Revierderbys FOTO: rtr, RC
Dortmund. Mit dem größten Comeback der Derbygeschichte hat Schalke 04 den Erzrivalen Borussia Dortmund auf Distanz gehalten und BVB-Trainer Peter Bosz an den Rand der Entlassung gebracht.

Nach einem frühen 0:4-Rückstand kamen die Königsblauen in Dortmund noch fulminant zurück, sie retteten in einer Schlussoffensive ein 4:4.

Guido Burgstaller (61.) und Amine Harit (65.) verkürzten in einem 90-minütigen Spektakel zunächst auf 2:4, dann sah Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang (72.) Gelb-Rot. Danach trafen noch Daniel Caligiuri (86.) und Naldo (90.+4). Burgstaller traf außerdem den Pfosten (73.).

Aubameyang hatte mit seinem sechsten Derbytor (12.) für den anfangs wie berauschten BVB vorgelegt. Allerdings war die Hand des Gabuners im Spiel. Nach einem Eigentor von Benjamin Stambouli (18.) erhöhten Weltmeister Mario Götze (20.) und Europameister Raphael Guerreiro (25.) schnell auf 4:0.

Die Verletzung von Stammtorwart Roman Bürki bescherte Weltmeister Roman Weidenfeller einen Rekord. Der 37-Jährige bestritt sein 24. Revierderby und zog damit mit dem Schalker Klaus Fichtel gleich. Es war nicht die einzige Umstellung: Denn Bosz warf in seinem "Endspiel" auch sein geliebtes 4-3-3-System über Bord.

Mit einer Dreier-Innenverteidigung um Sokratis, der nach einem Rippenknorpelbruch rechzeitig fit geworden war, und einer Doppelsechs versuchte er, seine schwächelnde Defensive zu stabilisieren. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison spielten Nuri Sahin und Julian Weigl gemeinsam im defensiven Mittelfeld.

Schalke-Coach Domenico Tedesco ließ Confed-Cup-Sieger Leon Goretzka nach einer Stressreaktion im Unterschenkel zunächst auf der Bank Platz nehmen. Wie schon bei den Siegen in Freiburg (1:0) und gegen Hamburg (2:0) ersetzte der 19-jährige Weston McKennie den Nationalspieler.

Die Dortmunder Führung sorgte für hitzige Diskussionen. Aubameyang scheiterte zunächst an Schalke-Torhüter Ralf Fährmann, der Ball sprang dem Gabuner an die Hand und von dort ins Tor. Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied auf Tor, Videoassistent Günter Perl griff nicht ein.

Schalke bricht ein - und wechselt schon vor der Pause zweimal

Danach brach die Schalker Defensive, die in den fünf Spielen zuvor nur einen einzigen Gegentreffer erhalten hatte, völlig auseinander. Erst köpfte Stambouli nach einem Freistoß von Sahin den Ball ins eigene Tor, dann traf Götze ebenfalls per Kopf nach einer Flanke von Aubameyang. Damit kassierten die Königsblauen in acht Minuten genauso viele Gegentore wie in zwei Monaten zuvor. Nach dem 4:0 durch Guerreiro sangen die Dortmunder Fans schadenfroh: "Schalke 04".

Auf den völligen Einbruch seiner Mannschaft reagierte Schalke-Coach Domenico Tedesco mit zwei klugen Auswechslungen bereits vor der Pause. Leon Goretzka und Amine Harit kamen für Weston McKennie und Franco Di Santo. Das verhalf immerhin zu mehr Stabilität und zur ersten Torchance. Doch Jewgeni Konopljanka (44.) verfehlte das Tor knapp.

Erst nach Wiederanpfiff fanden die Schalker ins Spiel - allerdings auf beeindruckende Manier. Ein Treffer von Naldo in der 53. Minute wurde jedoch nach Hinweis des Videoschiedsrichters zurückgenommen. Dennoch schöpften die Gäste neuen Mut und kamen durch ein Kopfballtor von Burgstaller zum Anschlusstreffer. Der zweite Treffer durch den eingewechselten Harit erweckte den FC Schalke endgültig zu neuem Leben. Nach der gelb-roten Karte für Aubameyang nach wiederholtem Foulspiel drängte das Tedesco-Team mit Macht auf das Dortmunder Tor. So landete Burgstallers Kopfball (73.) an der Latte.

Mit einem Traumtor von Caligiuri zm 3:4 leitete Schalke die Schlussoffensive ein. Naldos Ausgleich in der Nachspielzeit stürzte den BVB dann in eine noch tiefere Krise.

(sid/dpa)
 
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