1. Bundesliga 16/17
| 05.54 Uhr

Zehn Hingucker des Spieltags
Wie Henrich Mchitarjan am leeren Tor vorbeiköpfte

Fotos: Mchitarjan köpft den Ball aus kürzester Distanz über das leere Tor
Fotos: Mchitarjan köpft den Ball aus kürzester Distanz über das leere Tor FOTO: Screenshot Youtube
Düsseldorf. Stefan Kießling schießt sich gegen Borussia Mönchengladbach den Frust von der Seele. Beim Auswärtsspiel in Bremen lässt sich Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke zu einer wenig charmanten Formulierung hinreißen. Die zehn Hingucker des Spieltags.

Spieler des Tages - Stefan Kießling

Ausgerechnet der in dieser Saison oft auf die Reservebank verbannte Stefan Kießling - er stand nach sieben Wochen erstmals in der Startelf - hat Bayer Leverkusen und Cheftrainer Roger Schmidt aus der Krise geschossen. Der Stürmer war gegen Borussia Mönchengladbach der Held des Abends und rechtfertigte das Vertrauen seines Trainers. 

Fotos: Enttäuschte Gladbacher nach erster Schubert-Pleite FOTO: afp, apr

Beim 5:0-Kantersieg gegen Mönchengladbach erzielte "Kies" zwei Treffer per Kopf und legte seinem Sturmpartner Javier Chicharito Hernandez zwei der drei erzielten Tore noch auf. Vier Torbeteiligungen in einem Bundesligaspiel waren dem Angreifer noch nie gelungen, im Alter von 31 Jahren und nach schweren Wochen und Monaten bei Bayer Leverkusen war es soweit.

Torgigant des Tages - Javier Hernandez

Chicharito wusste, bei wem er sich vor allem zu bedanken hatte. Der mexikanische Nationalspieler umarmte seinen Sturmpartner Stefan Kießling, als er unter dem Jubel der Bayer-Fans nach der 5:0-Gala der Leverkusener gegen Borussia Mönchengladbach in der 79. Minute ausgewechselt wurde.

Bayers Tor-Garant Hernandez schoss innerhalb von 13 Minuten einen Dreierpack. Zwei Treffer hatte dem Lateinamerikaner Kießling aufgelegt. "Drei Tore in einem Spiel zu machen, ist natürlich fantastisch", sagte Hernandez, "am meisten habe ich mich aber über den Auftritt der Mannschaft gefreut." 

Pressestimmen: "Chicharito und Kießling vermöbeln Gladbach" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Der Mexikaner war damit in sechs der letzten sieben Ligaspielen erfolgreich. Insgesamt hat der Neuzugang von Manchester United nun schon zehn Bundesliga-Treffer und 17 Pflichtspieltore für Bayer erzielt.

Kopfball des Tages: Henrich Mchitarjan  

Mit der besten Hinrunden-Heimbilanz aller Zeiten verabschiedete sich Borussia Dortmund am Sonntag von den Fans im Signal Iduna Park in die Winterpause. Vor dem Jahresausklang in der Liga am kommenden Samstag in Köln festigte das 4:1 (1:1) gegen eine am Ende überforderte Eintracht aus Frankfurt Platz zwei.

Dass der BVB nicht noch mehr Treffer erzielte, lag an einer gewissen Großzügigkeit der Gastgeber und einem verunglückten Kopfball von Henrich Mchitarjan. Mchitarjan brachte das Kunststück fertig, den Ball mit dem Kopf aus einem Meter Entfernung unbedrängt über das Tor zu befördern.

Freistoß des Tages - Marvin Plattenhart

Überraschungsteam Hertha BSC setzt seinen Höhenflug in der Bundesliga fort. Die Berliner gewannen bei Aufsteiger SV Darmstadt 98 klar mit 4:0 (2:0) und kletterten in der Tabelle auf Platz drei. 29 Punkte oder mehr nach 16 Spieltagen hatte die Hertha zuletzt im Dezember 2008 auf dem Konto. Damals landeten die Berliner am Ende der Saison auf Platz vier.

Im Stadion am Böllenfalltor traf Herthas Marvin Plattenhardt mit einem sehenswerten Freistoß zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Berliner. Der Linksverteidiger zirkelte den Ball aus gut 25 Metern ins Toreck. 

Foul des Tages - Pierre-Michel Lasogga

Heißsporn Pierre-Michel Lasogga hatte trotz ausgekugelter Schulter im Nordderby beim VfL Wolfsburg (1:1) großen Anteil am verdienten Punktgewinn der wiedererstarkten Hanseaten. Allerdings zog sich der Angreifer des Hamburger SV durch eine unfaire Aktion auch den Unmut der Zuschauer zu.

In der 16. Minute grätschte Lasogga Wolfsburgs Dante an der Seitenauslinie so unfair von den Beinen, dass er eigentlich hätte Rot sehen müssen. Schiedsrichter Wolfgang Stark beließ es bei Gelb - wenige Minuten später bereitete der Stürmer die HSV-Führung vor. Der Übeltäter sah die ganze Sache nicht so dramatisch: "Man muss jetzt nicht gleich wieder übertreiben, wir spielen ja kein Schach. Ein bisschen Körperkontakt gehört dazu, auch mal ein bisschen mehr."

Serie des Tages - André Schubert

Die Serie von André Schubert ist gerissen. Nach zehn Bundesligaspielen ohne Niederlage als verantwortlicher Gladbach-Trainer verlor die Borussia mit 0:5 bei Bayer Leverkusen. 

Zuvor hatte Gladbach in zehn Bundesligapartien unter Schubert 26 Punkte (acht Siege, zwei Unentschieden) geholt. "Wir haben dem Gegner in die Karten gespielt und vieles nicht richtig gemacht. Dennoch war es eine gute Serie, die Kräfte lassen langsam nach", sagte Schubert.

Postbote des Tages: Philipp Lahm 

Eigentlich hätte sich Philipp Lahm auch eine blau-gelbe Uniform überstreifen können, schließlich war der Kapitän von Bayern München gegen den FC Ingolstadt (2:0) vor allem als Postbote gefragt. Trainer Pep Guardiola schickte seinen Spielführer in der 58. Minute mit taktischen Anweisungen los - und Lahm arbeitete artig einen nach dem anderen Adressaten ab. Ob Thomas Müller, Robert Lewandowski oder Javi Martinez - Lahm lieferte zuverlässig und entschied so, von Guardiola angeleitet, das bis dahin zähe Spiel.

Was drauf stand, auf dem von Guardiolas Assistent Domenec Torrent verfassten Briefchen? "Namen. Und in welcher Anordnung wir spielen sollen", verriet Müller. Die wichtigste Änderung: Guardiola stellte seine Viererkette in der Abwehr um und beorderte Lahm ins rechte Mittelfeld. Dort sorgte der 32-Jährige für enormen Schwung. Schon beim 1:0 (65.) war er zur Stelle, doch Torschütze Lewandowski schnappte ihm da noch den Ball weg.

Das 2:0 (75.) ließ sich Lahm aber nicht nehmen - es war das erste Tor des gelernten Außenverteidigers seit 18. Oktober 2014 (6:0 gegen Werder Bremen/Doppelpack). "Der Trainer hat mir mitgeteilt, dass ich ein Tor machen soll - am besten mit links", sagte Lahm im Scherz über Peps Papierchen.

Turban des Tages - Holger Badstuber

Beinahe wäre für Holger Badstuber das Spiel gegen den FC Ingolstadt schon nach 15 Minuten wieder vorbei gewesen. Bei seinem Startelf-Comeback in der Bundesliga war der Verteidiger des FC Bayern München mit Lukas Hinterseer zusammengerasselt. Blutüberströmt musste Badstuber den Platz zunächst verlassen und am Spielfeldrand behandelt werden. 

Die Teamärzte verpassten dem 26-Jährigen einen dicken Turban, so dass er in der 20. Minute unter großem Applaus wieder auf den Rasen zurückkehren konnte. Weil der Verband während des Spiels aber verrutschte und die Blutung dadurch wieder anfing, musste Badstuber in der 40. Minute erneut für zwei Minuten vom Platz. "Einmal ein Kämpfer, immer ein Kämpfer. Macht euch keine großen Sorgen, mir geht es gut", postete Badstuber nach dem Spiel auf seinem Facebook-Account.

Elfmetertöter des Tages - Timo Horn

Kurz vor der Pause bekamen die Bremer die große Chance die 1:0-Führung gegen den 1. FC Köln auszubauen. Anthony Ujah kam im Zweikampf mit Dominique Heintz im Strafraum zu Fall. Elfmeter. Der gefoulte Ex-Kölner trat selbst an und scheiterte an Timo Horn. 

Ujah ist nicht der Erste, der im Duell gegen Horn den kürzeren zog. Die Nummer eins des 1. FC Köln wehrte wettbewerbsübergreifend den achten von 22 Strafstößen ab. 

Wutausbruch des Tages: Jörg Schmadtke 

Jörg Schmadtke war auch nach dem Schlusspfiff noch nicht wieder besänftigt. "Die Ungleichbehandlung kann ich nicht nachvollziehen, das ärgert mich jedes Mal", sagte der Manager des 1. FC Köln nach dem 1:1 bei Werder Bremen, das der 51-Jährige in der 2. Halbzeit aus ungewohnter Perspektive verfolgte. Schiedsrichter Guido Winkmann hatte den früheren Torwart nach einem Wortgefecht aus dem Innenraum verwiesen. 

Schmadtke hatte sich vor allem darüber beschwert, dass sich Winkmann bei dem umstrittenen Elfmeterpfiff zugunsten der Bremer nach einem Zweikampf zwischen FC-Verteidiger Dominique Heintz und Werder-Angreifer Anthony Ujah nicht noch einmal nach der Sicht der Spieler erkundigte. Bei einer Ecke wenige Minuten zuvor hatte der Unparteiische dies getan.

"Wir haben uns unterhalten, der Schiedsrichter meinte, eine Beleidigung vernommen zu haben", sagte Schmadtke zu den Szenen, die sich in der Halbzeitpause abspielten und räumte offen ein, was zu seinem kuriosen Platzverweis führte: "Ich habe den Unparteiischen Eierkopp genannt. Es war nicht richtig, es zu sagen. Im Rheinland, wo ich herkomme, ist das aber keine Beleidigung." 

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