1. Bundesliga 15/16 Bundesliga
| 20.24 Uhr

Pflichtsieg des BVB
"Toter Vogel" Aubameyang lenkt von langweiligem 1:0 ab

Aubameyang lässt den Paradiesvogel auf der Tribüne raus
Aubameyang lässt den Paradiesvogel auf der Tribüne raus FOTO: Screenshot Sky
Dortmund. Wenn bei einem Fußballspiel ein Zuschauer beinahe die Hauptrolle spielt, dann spricht das nicht für den sportlichen Unterhaltungswert auf dem Rasen. Von Andreas Gruhn

Pierre-Emerick Aubameyang fehlte den Dortmundern am Samstag angeschlagen beim mühsamen wie mageren 1:0 gegen Hannover 96 im Angriff zwar aufgrund einer Verletzung. Da er aber in seinem schrillen Outfit auf der Tribüne aussah wie ein Gockel im Brautkleid, war er doch äußerst präsent im ehemaligen Westfalenstadion.

Seit Angela Merkel bei WM und EM hat kaum ein Zuschauer auf der Tribüne mehr derart viel Heiterkeit erregt – im Stadion wie in den sozialen Netzwerken. Verteidiger Neven Subotic entfuhr es beim Anblick der Garderobe des Gabuners: "Er sieht aus wie ein toter Vogel." Sein Trainer Thomas Tuchel war bei "Sky" amüsiert: "Entweder du hast den Style oder du hast ihn nicht. Auba hat ihn." Das Spiel habe einen enormen Wert gehabt, sagte Tuchel. Auch wenn es nicht so schön und leicht ausgeschaut hat. Aber dafür war ja jemand anderes zuständig.

Es gab genau zwei Höhepunkte in diesem Bundesligapiel, an dessen Ende die Dortmunder praktisch bereits die Vizemeisterschaft feiern konnten. Neben Aubameyangs vermutlich sündhaft teurem Fehlgriff war es das Tor des Tages durch Henrykh Mkhitaryan, ein spektakulärer Fernschuss nach einem Konter, der rechts unten im Eck einschlug. Ansonsten mühten sich die Dortmunder, obwohl sie aufgrund des Heimspiels einmal nicht auf einem frisch gepflügten Acker um die Unversehrtheit ihrer Gliedmaßen fürchten mussten. Die Dortmunder schonten sich nicht etwa bewusst für die nächsten Wochen mit dem Europa-League-Duell mit dem FC Porto und dem Spiel beim Tabellendritten Leverkusen. Sie wirkten im Aufbauspiel erstaunlich fahrig und ungenau, was eben auch viel Kraft kostet. "Es war zäh heute. Das sah verkopft aus, nach 20 Minuten hat sich das unpräzise Spiel eingeschlichen. Der Gegner verteidigt dann leidenschaftlich und sehr eng", sagte Tuchel.

Weil Hannover aber kaum in gefährliche Abschlusspositionen kam, war auch dieser Sieg selten gefährdet. "Wir haben sicherlich ein paar Möglichkeiten gehabt, wo wir selbstbewusster und entschlossener aufs Tor gehen und mehr erreichen können", sagt der Trainer des Tabellenletzten, Thomas Schaaf.

Die Dortmunder haben nun wenige Tage Zeit bis zum Hinspiel gegen den FC Porto, dem rund um das Dortmunder Stadion ein deutlich höherer Stellenwert beigemessen wird. Will der BVB etwas gewinnen, muss er auf die Pokalwettbewerbe hoffen. "Wir werden Donnerstag, Sonntag, Donnerstag auf allerhöchstem Niveau geprüft. Wir wissen, dass wie besser spielen können. Und wir fühlen uns bereit dafür", sagte Tuchel.

Wahrscheinlich ist das Dortunder Angriffsspiel, in dem Nationalspieler Marco Reus am Samstag abgesehen von einem Großchance in der neunten Minute und einem Freistoß an die Latte blass blieb, dann um eine Attraktion reicher - sollte Top-Torjäger Aubameyang wieder fit sein. Nur der Dortmunder Tribüne würde etwas fehlen.

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