1. Bundesliga 16/17
| 08.44 Uhr

Bundesliga-Kommentar
Dortmund sorgt für einen Feiertag

Meinung | Düsseldorf. Bayern München hat die Meisterschaft beim 1:2 gegen Mainz nicht verspielt. Die Münchner haben die Meisterschaft beim 0:0 in Dortmund auch nicht gewonnen. Aber sie sind der Titelverteidigung ein Stückchen näher gekommen, weil sie den einzigen Mitbewerber auf Distanz gehalten haben. Von Robert Peters

Der Rekordmeister zeigte in Dortmund, dass er unter Druck zu herausragenden Leistungen fähig ist. Die Münchner mobilisierten ihr ganzes Leistungsvermögen, allein die Chancenverwertung passte nicht.

Es ist das größte Kompliment für Borussia Dortmund, dass der Verfolger den Branchenführer zu seiner Vorstellung zwang. Kein anderes Team der Liga ist in der Lage, die Münchner derart herauszufordern. Dortmund bewies, dass es auf dem Weg ist, zu einem gleichwertigen Konkurrenten heranzuwachsen.

Noch ist es nicht so weit, wie der BVB-Trainer Thomas Tuchel mit Recht feststellte. Aber es war schon ein wenig kokett, als er auf die Frage, was am Niveau der Bayern fehle, antwortete: "Fast alles."

Das stimmt natürlich nicht. Dortmund spielt längst in derselben Tempoliga. Die taktische Qualität wächst von Spiel zu Spiel. Und inzwischen hat der BVB eine Besetzung auf der Bank, die es Tuchel erlaubt, auf Gegner und Spielsituationen zu reagieren. An der Seitenlinie sitzen nicht mehr nur Nachwuchskräfte, sondern Spieler der ersten Kategorie.

Tuchel ist stolz auf diese Entwicklung. Das darf er sein. Denn er hat den Rückweg des BVB an die Spitze maßgeblich geprägt. Und er wird sich ebenso wenig wie seine Spieler damit zufrieden geben, für nur eine Partie ein ernsthafter Gegner für die Bayern zu sein. Die Dortmunder wollen mehr. "Wir wollen diesen Hunger bewahren", sagt ihr Trainer.

Das gibt Hoffnung auf weitere Fußball-Feiertage wie den vom Samstag in Dortmund. Da machte die Bundesliga mit ihren beiden Aushängeschildern in 200 Ländern Werbung für ihr Produkt. Dass hinter Bayern und Dortmund eine große Lücke klafft, lassen wir ausnahmsweise mal beiseite. Weil Feiertag ist.

Quelle: RP
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