Freiburg - Bremen 0:6: Bremen demontiert überforderte Freiburger
zuletzt aktualisiert: 21.11.2009 - 20:42Freiburg (RPO). Nach der erneuten Aufführung des fünf Jahre alten Klassikers "Bremen ballert im Breisgau" war sogar das Thema Meisterschaft nicht mehr tabu. "Es wäre schön, nach dem 34. Spieltag auf dem ersten Platz zu stehen", sagte Vorstandsboss Klaus Allofs nach dem 6:0 (1:0)-Kantersieg von Werder Bremen am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Aufsteiger SC Freiburg.
Die Ambitionen der Hanseaten, die am 4. Dezember 2004 mit demselben Ergebnis in Freiburg gewonnen und die zumindest bis Sonntagabend die Tabellenführung übernommen haben, kommen nicht von ungefähr. Schließlich konnte der DFB-Pokalsieger seine beeindruckende Erfolgsserie auf 20 ungeschlagene Pflichtspiele in Folge ausbauen und darf sich deshalb zu Recht in die Schlange der Titelanwärter einreihen.
"Wir können stolz sein"
"Wir gehören zu den acht Mannschaft, die Meister werden können", erklärte Allofs, der trotz des Offensiv-Feuerwerks seiner Profis nicht komplett in Euphorie verfallen wollte: "Wir können natürlich stolz auf die Leistung sein. Aber das macht uns nicht automatisch zum Favoriten."
Wer den Auftritt der Bremer vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion gesehen hat, muss die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf aber zwangsläufig zu den Anwärtern auf die Meisterschaft zählen. Obwohl die Bremer ohne ihre Leistungsträger Torsten Frings, Claudio Pizarro und Tim Borowski auskommen musste, dominierten die Gäste die ungleiche Partie nach Belieben.
Freiburg: Pouplin - Makiadi, Krmas, Bastians, Butscher - Banovic, Schuster (60. Flum) - Caligiuri, Jäger (46. Bechmann) - Reisinger, Idrissou (73. Mujdza). - Trainer: Dutt
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo (76. Pasanen), Boenisch - Jensen, Bargfrede (76. Prödl), Hunt - Özil - Hugo Almeida (70. Rosenberg), Marin. - Trainer: Schaaf
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore: 0:1 Hugo Almeida (33.), 0:2 Marin (55.), 0:3 Hugo Almeida (57.), 0:4 Özil (67.), 0:5 Naldo (73., Foulelfmeter), 0:6 Rosenberg (82.)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Beste Spieler: Özil, Hugo Almeida, Marin -
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: - Rosenberg
Die Tore von Hugo Almeida (33./57.), Marko Marin (55.), Mesut Özil (67.), Naldo (73., Foulelfmeter) und Markus Rosenberg (82.) spiegelten den Spielverlauf korrekt wider. "Nach so einem Spiel gibt es keinen Grund, irgendwas zu kritisieren. Da würde man ein Haar in der Suppe suchen", meinte Schaaf, dessen Klub so oft in Freiburg gewonnen hat wie kein anderer Verein. Wenn es allerdings nach Allofs geht, dann können die vom überragenden Nationalspieler Özil angeführten Bremer sogar noch besser spielen.
"Mesut kann noch besser spielen"
"Ich habe vielleicht hohe Ansprüche, aber Mesut kann noch besser spielen - das gilt übrigens für viele Spieler in der Mannschaft", meinte Allofs, dessen Ausblick auf die Rückkehr der verletzten Profis in den Ohren der Kontrahenten wie eine Kampfansage klingen dürfte: "Es ist gut für uns, dass wir unter der Woche kein Spiel haben. Dann können vielleicht die verletzten Spieler schneller zurückkommen. Das wäre noch besser für uns."
Auf die Rückkehr angeschlagener Spieler kann Freiburgs Trainer Robin Dutt nicht hoffen. Der Coach kassierte die Klatsche im ersten Heimspiel nach dem Tod von Klubchef Achim Stocker mit seinem besten Personal. Dennoch will Dutt an seiner offensiv ausgerichteten Taktik festhalten.
"Wenn man nur mauert, dann steigt man irgendwann sowieso ab. Wir werden also weiter versuchen, uns spielerisch weiterzuentwickeln", erklärte der Trainer: "So ein Ergebnis ist nicht schön, aber es wird uns nicht umwerfen. So lange der Punkteschnitt so ist, dass wir Abstand nach unten haben, werden wir weiter versuchen, spielerisch zu gewinnen."
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