1. Bundesliga 17/18
| 20.36 Uhr

Aufsteiger feiert zweiten Sieg
Traumstart für Hannover, Rückschlag für Schalke

Hannover - Schalke: die Bilder des Spiels
Hannover - Schalke: die Bilder des Spiels FOTO: dpa, pst pat
Hannover. Der aufmüpfige Bundesliga-Rückkehrer Hannover 96 hat Schalke 04 mit Trainer-Aufsteiger Domenico Tedesco den ersten schweren Dämpfer verpasst. Die Niedersachsen kämpften den Champions-League-Aspiranten am zweiten Spieltag mit 1:0 (0:0) nieder und schoben sich mit sechs Punkten selbst in die Spitzengruppe vor.

Domenico Tedesco rief seine Spieler zusammen und redete noch auf dem Platz auf sie ein. Nach dem ersten schweren Dämpfer mit Schalke 04 sah der Trainer-Aufsteiger dringenden Gesprächsbedarf. Ein paar Meter weiter fiel André Breitenreiter Manager Horst Heldt um den Hals – und freute sich diebisch über den Coup mit Bundesliga-Rückkehrer Hannover 96 gegen den Ex-Klub.

"Ich bin einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben. Es war natürlich ein besonderes Spiel", sagte der Coach der Niedersachsen, der vor anderthalb Jahren bei den Königsblauen entlassen worden war, bei Sky: "Wir haben absolut verdient gewonnen, wir haben bis zur 70. Minute den besseren Fußball gespielt." Sein Team kämpfte den Champions-League-Aspiranten nieder und schob sich mit sechs Punkten selbst in die Spitzengruppe vor.

"Darüber müssen wir sprechen"

Tedesco, vor einer Woche nach dem 2:0 gegen Vizemeister RB Leipzig noch gefeiert, musste zugeben: "Wir hatten keinen Zugriff und haben jedes Luftduell verloren. Darüber müssen wir sprechen."

Den Siegtreffer erzielte fünf Minuten nach seiner Einwechslung 96-Rekordtransfer Jonathas in seinem ersten Spiel für Hannover (67.). Vorausgegangen war ein grober Schnitzer von Thilo Kehrer, den Marvin Bakalorz zur Vorlage für den Neun-Millionen-Mann aus Brasilien nutzte.

Während die 96er seit Breitenreiters Amtsantritt im März weiter ungeschlagen sind, muss S04 die erste Pflichtspiel-Niederlage unter Tedesco verkraften. Vor der Länderspielpause offenbarten sich dem 31-Jährigen etliche Baustellen. "Wir haben es nicht geschafft, dem Druck von Hannover zu entkommen. Wir haben nicht das richtige Mittel gefunden", meinte Verteidiger Bastian Oczipka.

Vor dem Anpfiff richteten sich die Augen auf die Nordkurve der 96er. Der Streit zwischen 96-Präsident Martin Kind und den Anhängern der Niedersachsen hatte vor dem Duell für jede Menge Wirbel gesorgt. Im ersten Bundesliga-Heimspiel nach dem Wiederaufstieg setzten die Hannover-Fans ihren Protest gegen die anstehende Übernahme der Profiabteilung durch den Unternehmer fort - ein Teil der Kurve blieb weitgehend stumm.

Dennoch sah Breitenreiter einen guten Start seines Teams. Von der ersten Minute an bearbeiteten selbstbewusste 96er die Schalker mit aggressivem Pressing. Tedesco gestikulierte wild an der Seitenlinie.

Fährmann rettet gegen Sané

Die erste Torchance entsprang einer Standardsituation: Hannovers Innenverteidiger Salif Sané prüfte den neuen S04-Kapitän Ralf Fährmann mit einem gefährlichen Kopfball nach einem Freistoß aus dem Halbfeld (16.). Auch in der Folge blieben die Hausherren aktiver, Schalkes Mittelfeldzentrale mit Nationalspieler Leon Goretzka war meist abgemeldet.

Fährmanns Amtsvorgänger Benedikt Höwedes, der mit einem Wechsel zu Juventus Turin liebäugelt, konnte von der Bank aus vor dem Pausenpfiff keinen gefährlichen Schuss seines Teams auf das Tor von Hannovers Torhüter Philipp Tschauner sehen.

Tedesco reagierte und brachte zum Wiederanpfiff Guido Burgstaller für den blass gebliebenen Franco Di Santo. Die Gäste kamen etwas besser aus der Kabine und hofften bereits in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs auf einen Elfmeter. Doch Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) wertete ein Handspiel von Sané nach Rücksprache mit dem Videoassistenten als nicht strafstoßwürdig (50.).

Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff beobachteten von der Tribüne aus nach einer weiteren 96-Chance durch Felix Klaus (56.), wie Schalke sich um mehr Spielanteile bemühte. Doch Hannover schlug zu und stand auch bis in die Schlussphase in der Defensive stabil.

(dpa)
 
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