1. Bundesliga 17/18
| 13.37 Uhr

Kurioser 17. Spieltag
Blitz-Start und Nachspielzeit-Wahnsinn in der Bundesliga

Ulreich hält Elfmeter in der Nachspielzeit
Ulreich hält Elfmeter in der Nachspielzeit FOTO: dpa, mut htf
Düsseldorf. Kurz vor Weihnachten beschenkte die Bundesliga die Fußball-Fans mit einem Bundesliga-Samstag, der es in sich hatte. Vor allem direkt nach Anpfiff und in der Schlussphase wurde es wild. Von Emmanuel Schneider

"Ein Spiel dauert 90 Minuten", ist eine der bekanntesten Fußballer-Phrasen. Zu Wahrheit gehört allerdings: Manchmal dauert ein Spiel noch ein paar Minuten länger und kann durchaus noch kippen. Das zeigte sich auf spektakuläre Weise an diesem Samstag.

Der geneigte Bundesliga-Fan, der sich entschlossen hatte, ein Einzelspiel im Live-TV zu schauen, wird sich hinterher wahrscheinlich zumindest ein wenig geärgert haben: Selten war es in der Samstags-Schlusskonferenz aufregender und wilder als am letzten Hinrundenspieltag. 

Schon der Start war kurios. Innerhalb weniger Sekunden fielen an drei Bundesliga-Standorten die Treffer im Akkord. Frankfurt (gegen Schalke) und Augsburg (gegen Freiburg) eröffneten in der ersten Spielminute den Tor-Reigen, wenige Sekunden später netzte Bremens Bargfrede zur Führung gegen Mainz ein. Keine drei Minuten, schon drei Tore: Was für ein Auftakt!

Zwischen der Anfangsphase und der Schlussphase bewegte sich der Spieltag auf durchschnittlichem, soliden Niveau. Ein paar Tore, Gelbe Karten, Abstiegskampf, alles im grünen Bereich. Umso dramatischer wurde es dann in der Schlussphase: Vier Treffer und eine Elfmeter-Situation wirbelten den Spieltag durcheinander.

Vier Tore und ein Elfer-Held

Finnbogason schnürt Dreierpack für Augsburg FOTO: dpa, puc soe

Der FC Augsburg liegt, bis die Nachspielzeit anbricht, mit 1:3 gegen den SC Freiburg zurück. Dann folgt der doppelte Auftritt des Alfred Finnbogason: In der 91. Minute verkürzt er auf 2:3. Kurz vor Schluss bekommt der FCA noch eine Flanke in den Strafraum. Per Kopf macht Finnbogason seinen Dreierpack perfekt, die Fuggerstädter feiern den Isländer. Augsburg nimmt durch den Einsatz des Angreifers noch einen Punkt mit.

Zur gleichen Spielminute (90.+3) feiert auch der FSV Mainz seinen Nachspielzeit-Helden. Der Schweizer Fabian Frei trifft mit der letzten Aktion zum Ausgleich und führt Mainz nach 0:2-Rückstand noch zum 2:2 gegen Werder Bremen. Beide Teams treten allerdings im Abstiegskampf weiter auf der Stelle.

Naldo lässt Schalke fast so jubeln wie im Derby FOTO: dpa, htf fgj

Noch etwas später (90.+5) schlagen die Mentalitätsmonster des FC Schalke zu, die sich seit dem Derby (4:4) mit Aufholjagden bestens auskennen. Diesmal lagen die Königsblauen 0:2 gegen Eintracht Frankfurt zurück, dennoch zeigt das Team von Trainer Domenico Tedesco wieder Willensstärke - und erneut avanciert Abwehrchef Naldo beim 2:2 zum gefeierten Ausgleichstorschützen und lässt die Gelsenkirchener jubeln.

Drama auch in Stuttgart: Die Schwaben zeigte eine taktisch disziplinierte Leistung gegen den Rekordmeister, kurz vor Schluss führt aber der FC Bayern. Alles wie immer, wenn der FCB in Stuttgart antritt - in den vergangenen 15 Spielen gab es für die Bayern 15 Siege. In der fünften Minute der Nachspielzeit allerdings scheinen sich die Dinge zu ändern. Niklas Süle foult ungeschickt den Stuttgarter Ascacibar, Schiedsrichter Patrick Ittrich entscheidet nach Blick auf die TV-Bilder an der Seitenlinie auf Elfmeter. Dann wird ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Sven Ulreich, der während des Spiels von Teilen der Fans ausgepfiffen und beschimpft wurde, zum Elfmeter-Helden. Den schwach geschossenen Strafstoß von Chadrac Akolo wehrt der Keeper ab. Anschließend muss Ulreich von Thomas Müller nahezu zum Jubeln gezwungen werden.

Clemens schießt den 1. FC Köln zum ersten Sieg FOTO: dpa, rwe soe

Als wäre das noch nicht ereignisreich genug: Der 1. FC Köln feierte am 17. Spieltag seinen ersten Sieg (1:0 gegen Wolfsburg) in der laufenden Saison und verdoppelte damit auf einen Schlag das Punktekonto. Im Abendspiel gegen Hoffenheim schoss der US-Youngster Christian Pulisic  Borussia Dortmund zum ersten Heimsieg seit dem 23. September. Der zweite Sieg unter dem neuen Cheftrainer Peter Stöger. Der Österreicher gab sich nach der Trendwende nüchtern: "Ich hab gar nichts gemacht. Es war ja wenig Zeit. So wahnsinnig viele Dinge haben wir gar nicht verändert."

 
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