Fußball: Bundesliga: DFB-Präsident fürchtet erste Insolvenz
zuletzt aktualisiert: 18.01.2005 - 12:28Hamburg (rpo). Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, plädiert für eine Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens durch die Deutsche Fußball Liga (DFL): "Es ist wichtig, nicht nur die Liquiditätsbetrachtung für eine Saison einzubeziehen", sagte Zwanziger. Das Finanzgebaren einiger Bundesliga-Vereine bereitet dem DFB-Präsidenten Sorgen.
"Das Allerschlimmste, was der Bundesliga widerfahren könnte, wäre ein Insolvenzverfahren eines Vereins", sagte Zwanziger, "dadurch würde der Wettbewerb auf den Kopf gestellt werden, Punkte würden am Grünen Tisch vergeben werden, Auf- und Abstieg wären völlig dem Zufall preisgegeben.
Ich sehe natürlich auch, dass es in der Tat Situationen geben könnte, wo man so etwas nicht mehr ausschließen kann." Nach Ansicht des ehemaligen DFB-Schatzmeisters müsse zudem diskutiert werden, "ob die Praxis der Anleihe nicht intensiver einzubeziehen ist in das Lizenzierungsverfahren - auch im Interesse der Chancengleichheit".
Der Tabellenzweite Schalke 04 hat seine Zuschauereinnahmen bis 2027 für 85 Millionen Euro an Stephen Schechter abgetreten, auch Dortmund führte Gespräche mit dem London Investmentbanker. Zuvor hatten schon Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß und Werner Altegoer, Aufsichtsratsvorsitzender des VfL Bochum, harsche Kritik an der Finanzpolitik von Schalke und Dortmund geübt.
Altegoer hatte der DEL durch die Blume zudem vorgeworfen, dass die aktuelle Praxis beim Lizenzierungsverfahren zu einer Wettbewerbsverzerrung führe. Die DFL hatte diese Kritik aber zurückgewiesen und darauf hingewiesen, dass das deutsche System Vorbildcharakter in Europa habe. Um die Lizenz zu bekommen, müssen die deutschen Profiklubs bislang lediglich die Liquidität für die kommende Spielzeit nachweisen.
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