1. Bundesliga 17/18
| 11.57 Uhr

Wer macht das Rennen?
Die Europa-League-Kandidaten im Check

Bundesliga: Die Kandidaten für die Europa League im Check
Zwei Trainer, die noch hoffen: Peter Stöger und Dieter Hecking. FOTO: dpa, fg
Düsseldorf. Noch sieben Teams machen sich in der Bundesliga Hoffnung auf die Europa League. Wer hat die besten Chancen auf Europa? Wir haben den Check gemacht. Von Antje Rehse

Derzeit haben Hertha BSC und Werder Bremen die Nase vorn, aber die Konkurrenz ist ihnen dicht auf den Fersen. Platz sieben, der bei einem Sieg von Borussia Dortmund im Pokalfinale gegen Frankfurt auch noch reichen würde, hat Freiburg inne. Doch es geht knapp wie selten zu. Die Mannschaften im Formcheck:

Platz 5: Hertha BSC

Punkte: 46
Tore: 38:37
Restprogramm: (H) RB Leipzig, (A) Darmstadt 98, (H) Bayer Leverkusen

Die Hauptstädter haben den Platz inne, auf den die Konkurrenz scharf ist. Aber können sie ihn verteidigen? Das Restprogramm mit zwei Heimspielen und der Reise zu Bundesliga-Schlusslicht Darmstadt spricht für die auswärtsschwachen Berliner. Die Formkurve zeigt allerdings nach unten. Zwei Siegen stehen in den vergangenen sieben Spielen fünf Niederlagen gegenüber. Allerdings scheint sich die Personalsituation im Endspurt zu entspannen. Mitchell Weiser und Valentin Stocker kehrten in der Woche vor dem Leipzig-Spiel ins Mannschaftstraining zurück. Marvin Plattenhardt und John Anthony Brooks werden aber wohl ausfallen.

Platz 6: Werder Bremen

Punkte: 45
Tore: 52:51
Restprogramm: (A) 1. FC Köln, (H) 1899 Hoffenheim, (A) Borussia Dortmund

Die Hanseaten sind ohne Zweifel die Mannschaft der Stunde. 14 Spiele, neun Siege und Platz zwei in der Rückrundentabelle. Damit mauserte sich der einstige Abstiegskandidat zum Anwärter auf das internationale Geschäft. Das Restprogramm hat es aber in sich. Dem direkten Duell in Köln beim heimstarken "Effzeh" folgen Begegnungen mit den Champions-League-Anwärtern Hoffenheim und Dortmund. Luxusprobleme für Trainer Alexander Nouri ("Ich habe nichts gegen das Wort Europa, ich bin ja nicht die AFD" ): In Thomas Delaney und Serge Gnabry drängen zwei Leistungsträger zurück in die Startelf. Auch Claudio Pizarro meldet sich fit, dürfte aber hinter dem überragenden Max Kruse und Fin Bartels in Köln nur Joker sein.

Platz 7: SC Freiburg

Punkte: 44
Tore: 38:55
Restprogramm: (H) FC Schalke 04, (H) FC Ingolstadt, (A) Bayern München

Der eigentliche Sensationsaufsteiger ist noch mitten drin im Rennen um Europa. Zwei Dinge bereiten den Breisgauern aber Sorgen. Am letzten Spieltag geht es zum FC Bayern München, der sich bekanntlich nur ungern die Stimmung bei der Meister-Sause verhageln lässt. Und das Torverhältnis ist im Vergleich zur Konkurrenz unterirdisch. Freiburg spielt eine starke Rückrunde. Zuletzt gab es nach davor vier Siegen in Folge allerdings zwei Niederlagen. Und nur zwei Teams kassierten in der Rückrunde mehr als die 26 Gegentore der Freiburger. Die Frage ist: Will Freiburg überhaupt nach Europa?

Platz 8: 1. FC Köln

Punkte: 42
Tore: 43:37
Restprogramm: (H) Werder Bremen, (A) Bayer Leverkusen, (H) FSV Mainz 05

Nach einer furiosen Hinrunde ist Köln wieder auf dem Boden der Tatsachen. Seit der Winterpause läuft es für das Team von Peter Stöger zäh. Immerhin konnten die Kölner den Negativ-Trend mit zwei kämpferisch überzeugenden Auftritten gegen Hoffenheim und in Dortmund stoppen. Das Restprogramm ist knifflig, birgt aber auch Chancen. Mit einer Niederlage gegen Bremen wäre Köln wohl raus aus dem Rennen, mit einem Sieg aber wieder voll dabei. Für Köln spricht das gute Torverhältnis. Vor dem Spiel bangt der FC noch um den kranken Yuya Osako, die personelle Situation hat sich im Vergleich zum Winter deutlich entspannt. Ein großes Problem für den FC: Zuletzt traf Anthony Modeste nicht mehr. Dessen Tore braucht Köln aber unbedingt, wenn es doch noch klappen soll.

Platz 9: Borussia Mönchengladbach

Punkte: 42
Tore: 41:45
Restprogramm: (H) FC Augsburg, (A) VfL Wolfsburg, (H) Darmstadt 98

Mit drei Teams in Abstiegsgefahr hat die Borussia auf dem Papier das einfachste Restprogramm. Neun Punkte aus drei Spielen sind durchaus möglich, auch wenn Augsburg eine Art Angstgegner ist. Der Nachteil: Die Gladbacher können nicht durch einen Sieg in einem direkten Duell einem Konkurrenten gleichzeitig Punkte abnehmen. Die Formkurve der Borussen verlief zuletzt wechselhaft. Fünf Siegen aus den letzten zehn Bundesliga-Spielen stehen vier Niederlagen und ein Unentschieden gegenüber. Zudem hat das Verletzungspech Borussia voll erwischt. Thorgan Hazard und Raffael werden gegen Augsburg genau wie Tony Jantschke, Oscar Wendt und Josip Drmic fehlen, der Einsatz von Christoph Kramer und Fabian Johnson ist fraglich.

Platz 10: FC Schalke 04

Punkte: 41
Tore: 43:36
Restprogramm: (A) SC Freiburg, (H) Hamburger SV, (A) FC Ingolstadt

Schalke ist neben Bremen das einzige Team in der Gruppe der Europa-League-Anwärter, das noch zwei Auswärtsspiele vor der Brust hat. Das anstehende Duell gegen Freiburg hat für Schalke schon Endspielcharakter. Geht es verloren, ist Schalke wohl endgültig raus aus dem Rennen. Die Wundertüte aus Gelsenkirchen fehlt im Rennen um Europa eigentlich die Konstanz. Immerhin: Schalke hat von allen sieben Mannschaften das beste Torverhältnis. Anfang der Woche musste Schalke den Schock über die schwere Verletzung von Alessandro Schöpf verdauen, der einen Kreuzbandeinriss erlitt.

Platz 11: Eintracht Frankfurt

Punkte: 41
Tore: 32:35
Restprogramm: (H) VfL Wolfsburg, (A) FSV Mainz 05, (H) RB Leipzig

Nach einer völlig verkorksten Rückrunde (letzter Platz) hat die Eintracht nur noch Außenseiterchancen. Für die Hessen geht es noch gegen zwei Teams im Abstiegskampf, die beinhart um die Punkte kämpfen werden. Frankfurt gewann nur eins der letzten zwölf Ligaspiele, blieb dabei achtmal ohne Torerfolg. Das sind nicht die Zahlen eines Europa-League-Teilnehmers. Der Fokus dürfte zudem auf dem Pokalfinale liegen.

 
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