1. Bundesliga 16/17
| 09.29 Uhr

Erste Spieltag nach dem Terror
Gewalttäter werfen Schatten auf das Gedenken

Fotos: Bundesliga trauert um Terror-Opfer von Paris
Fotos: Bundesliga trauert um Terror-Opfer von Paris FOTO: dpa, mb jai
Meinung Hunderttausende Besucher der Bundesligaspiele an diesem Wochenende haben sich vorbildlich verhalten und den Opfern von Paris die Ehre erwiesen. Doch auch am ersten Spieltag nach den Anschlägen gab es Gewalttaten. Von Martin Beils

Es dauerte etwas länger, an diesem Wochenende zu einem Bundesligaspiel zu gelangen. An den Eingängen der Stadien wurde intensiv wie nie zuvor kontrolliert. Zuschauer wurden abgetastet, die Autos von Menschen, die nah ans Stadion mussten, zum Teil gründlich durchsucht. Friedlich ging das fast überall vonstatten. Die Fußballfans bewiesen Geduld. Sie wussten um die Notwendigkeit der Kontrollen nach den Anschlägen in Frankreich und angesichts der Gefahrenlage in Deutschland und vor allem auch im Nachbarland Belgien. Ob die sonst üblichen Feuerwerkskörper daheim blieben, weil die Kontrollen so intensiv waren, oder ob es an den Bitten von Polizei und Klubs lag, mit Böllern keine Panik heraufzubeschwören?

Bei den Gedenkminuten, die den Partien vorausging, war es still. Beim Spitzenspiel zwischen Schalke 04 und Bayern München bewiesen mehr als 60.000 Zuschauer, wie ruhig sie für ein Weilchen sein können. Die Anteilnahme am Schicksal der Ermordeten von Paris und von deren Familien war greifbar.

Der Aufruf gegen Gewalt, den der Stadionsprecher vorlas, erreichte allerdings nicht alle Adressaten. Dutzende von offenbar unverbesserlichen Idioten, die dem FC Bayern und dem VfL Bochum nahestehen, versuchten vor der Partei Eingänge der Arena auf Schalke zu stürmen. Randalierer aus Bremen und Hannover benahmen sich auf der Anreise nach Wolfsburg bzw. Mönchengladbach so übel wie an jedem x-beliebigen Bundesligaspieltag. Auch einige Borussia-Fans fielen negativ auf.

Was muss eigentlich noch passieren, dass solche Menschen innehalten? Ihr Verhalten wirft einen Schatten auf die Bemühungen des Profifußballers und der Fans im ganzen Land, den Opfern von Paris die Ehre zu erweisen.

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