Mehr Zuschauer, mehr Umsatz: Bundesliga schreibt schon wieder Rekorde
zuletzt aktualisiert: 25.01.2012 - 18:52Umsatzrekord, Zuschauerrekord, Schuldenabbau und zudem einen milliardenschweren Fernsehvertrag vor Augen: Die Bundesliga ist im EM-Jahr 2012 so gut aufgestellt wie nie zuvor und hat international nur noch die englische Premier League vor sich.
In der Saison 2010/2011 kamen im Schnitt 42.101 Zuschauer zu den Spielen der 1. Bundesliga - so viele wie in keiner anderen Fußball-Liga der Welt. Die 18 Erstligisten machten zudem einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro - der siebte Umsatzrekord in Folge.
Und auch aus dem neuen TV-Vertrag winken den Klubs bis zu 500 Millionen Euro jährlich. "Die Bundesliga ist eine Erfolgsgeschichte. Wir werden in der laufenden Spielzeit voraussichtlich die Zwei-Milliarden-Euro-Schallmauer durchbrechen. Schon jetzt ist die Bundesliga nach der Premier League die Liga mit dem zweithöchsten Umsatz. Und die Liga mit den europaweit höchsten Zuschauerzahlen", sagte DFL-Chef Christian Seifert am Mittwoch bei der Vorstellung des Bundesliga-Reports 2012 in Frankfurt/Main.
Besonders spannend ist für die 36 Erst- und Zweitligisten die Ausschreibung der Medienrechte ab der Saison 2013/2014. Aktuell kassieren die Klubs durchschnittlich 412 Millionen Euro pro Jahr aus den Medienrechten, einige Bundesligisten rechnen bereits von einem jährlichen Gesamterlös in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Auch die Zweitligisten erhoffen sich in Zukunft noch höhere Einnahmen.
"Die nationalen Medienrechte werden finanziell noch einmal nach oben gehen", kündigte Seifert zumindest eine Verbesserung der laufenden Konditionen an. Nach Angaben von Seifert wird die DFL am 9. Februar die verschiedenen Rechtepakete und den Stand der Verhandlungen vorstellen. Spannend ist dabei vor allem die Frage, ob die ARD-Sportschau auch in Zukunft die Bundesliga ausstrahlen wird oder ein Internet-Anbieter den Zuschlag erhält.
Zwei-Milliarden-Grenze geknackt
Ungeachtet der möglichen Erlös-Steigerungen aus den Medienrechten hat der Lizenzfußball finanziell derzeit kaum Sorgen. Denn zusammen mit der 2. Liga hat die Bundesliga die Zwei-Milliarden-Grenze schon längst überschritten. Insgesamt erlösten die 36 Erst- und Zweitligisten 2,23 Milliarden Euro. Innerhalb der vergangenen vier Jahre konnte der Umsatz damit um 18,9 Prozent gesteigert werden. Die Liga verzeichnete zudem den siebten Zuschauerrekord in den letzten zehn Jahren.
Davon profitieren insbesondere auch die Leistungszentren der Bundesliga. Die Investitionen der Klubs in die Nachwuchszentren wurde in der vergangenen Saison noch einmal um 7,1 Prozent auf 71 Millionen Euro gesteigert. Der Profifußball hat damit seit der verpflichtenden Einführung der Leistungszentren vor zehn Jahren mehr als eine halbe Milliarde (520 Millionen Euro) in den Nachwuchs investiert. "Und davon profitiert natürlich auch die Nationalelf. Wir können deshalb bei der EM 2012 um den Titel mitspielen, weil wir so hervorragend ausgebildete junge Spieler haben", sagte Seifert.
Auch der Schuldenabbau wird weiter vorangetrieben. Nach den Verlusten des Vorjahres in Höhe von 78 Millionen Euro schaffte die Bundesliga die Kehrtwende und erzielte einen Gewinn nach Steuern von 52,5 Millionen Euro. Nach wie vor bleibt der Profifußball auch ein bedeutender Steuerzahler in Deutschland. Mit 719 Millionen Euro zahlten die Vereine und Kapitalgesellschaften so viele Steuern und Abgaben wie noch nie in der Historie des Lizenzfußballs. Erstmals sind mehr als 14.000 Mitarbeiter direkt bei den Klubs oder ihren Tochtergesellschaften beschäftigt.
"Die von den Clubs im August 2010 beschlossenen Maßnahmen zu einer besseren Kostenkontrolle haben Früchte getragen. Der Profifußball hat damit weiterhin gute Aussichten, eine Erfolgsgeschichte zu bleiben, zumal die Bundesliga bei Fans, Sponsoren und Medienpartnern so populär wie nie zuvor ist", sagte Seifert.
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