1. Bundesliga 16/17
| 20.56 Uhr

DFL vor kniffliger Aufgabe
Streit um TV-Gelder ist programmiert

Die TV-Rechtepakete ab 2017
Die TV-Rechtepakete ab 2017
Düsseldorf. Die Posten sind verteilt – jetzt geht es ans Eingemachte. Wenn es in den kommenden Monaten um die Verteilung der TV-Milliarden geht, könnte es mit der nach außen demonstrierten Einigkeit im deutschen Profifußball schnell wieder vorbei sein. Mindestens vier Fraktionen wollen ihr Stück vom Kuchen abhaben – zumeist auf Kosten der anderen.

Ein erneuter Streit um das liebe Geld, wie er schon vor der Wahl des neuen Vorstands der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Mittwoch immer wieder offen aufgeflammt war, scheint programmiert. Schließlich fühlen sich alle Interessengruppen im Kampf um die 1,5 Milliarden Euro, die es ab der Saison 2017/18 pro Spielzeit geben wird, im Recht.

Die Spitzenklubs, die Traditionsvereine, die sogenannten Werksmannschaften und die Zweitligisten haben sich ihre Argumente in den vergangenen Wochen bereits mehrfach um die Ohren gehauen – der Knatsch um die Moneten hatte dem Ansehen des gesamten Profifußballs zum Ärger der Ligabosse nachhaltig geschadet.

"Das wird nicht so einfach sein wie in der Vergangenheit", sagte der alte und neue DFL-Präsident Reinhard Rauball nun mit Blick auf die anstehende Entscheidung über die Verteilungsparameter. Der neunköpfige Vorstand will bis zum Jahresende Klarheit schaffen, um den Klubs Planungssicherheit zu geben. Ob die Prophezeiung Rauballs ("Wir brauchen drei oder sogar vier Sitzungen, um dieses Thema abzuhandeln") eintrifft, bleibt abzuwarten.

Schließlich ist derzeit noch nicht absehbar, wie die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen sind. So fordert Branchenführer Bayern München mehr Geld, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. "Ich erwarte eine seriöse Lösung und faire Lösung durch die DFL, bei der die Topklubs entsprechend ihrer Funktion als Lokomotive berücksichtigt werden", sagte Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt schon zu diesem Thema.

Die Traditionsvereine führen dagegen "weiche" Argumente (Zuschauer, TV-Quoten) ins Feld, um eine Umverteilung zu ihren Gunsten zu erreichen. Zu diesem Zweck haben sich Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, der Hamburger SV, der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart zum "Team Marktwert" zusammengeschlossen.

"Wir halten es für zwingend notwendig, dass neben den bestehenden Säulen auch der aktuelle Marktwert des jeweiligen Vereins bei der Verteilung berücksichtigt wird", meinte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann gleich nach Abschluss des neuen TV-Vertrags: "Damit fordern wir nur das, was in sämtlichen europäischen Top-Ligen bereits üblich ist – nämlich eine gerechtere und zeitgemäße Verteilung der TV-Gelder – auch in der Bundesliga."

Den Werksklubs wäre es allerdings am liebsten, wenn die bisherige Verteilungspraxis über die rein sportlichen Kriterien (Fünfjahreswertung) beibehalten würde. Auch die Zweitligsten würden am Status quo, der ihnen 20 Prozent der TV-Gelder sichert, gerne auch zukünftig festhalten.

Dafür sollen ihre Vorstandsmitglieder Helmut Hack (SpVgg Greuther Fürth), Michael Meeske (1. FC Nürnberg) und Soeren Oliver Voigt (Eintracht Braunschweig) kämpfen. Dem Trio stehen aus dem Oberhaus Peter Peters (Schalke 04), Jan-Christian Dreesen (Bayern München) und Klaus Filbry (Werder Bremen) gegenüber. Dazu kommen Rauball sowie DFL-Boss Christian Seifert und DFL-Direktor Ansgar Schwenken.

(seeg/sid)
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