1. Bundesliga 17/18
| 11.24 Uhr

"Ugly Sweater"-Trend erobert die Bundesliga
Das sind die hässlichen Weihnachtspullis der Vereine

Bilder: Das sind die Weihnachtspullis der Bundesligisten
Bilder: Das sind die Weihnachtspullis der Bundesligisten FOTO: Screenshot Online-Shop BVB
Düsseldorf. In England und den USA sind sie längst bekannt: In jedem Winter bringen dort Vereine möglichst unansehnliche Weihnachtspullover auf den Markt. Auch Bundesligisten machen bei dem Trend mit. Nicht für alle lohnt sich das. Von Tim Specks

Natürlich waren es wieder die Engländer. Um das Ende des vergangenen Jahrhunderts herum schwappte ein Modetrend aus den Fankurven der Premier League herüber auf die Ränge deutscher Fußballstadien. Statt im Trikot oder zumindest mit einem Schal des Herzensvereins bekleidet, standen dort immer mehr Anhänger in zivil. Ursprünglich wurde das vor allem von englischen Schlachtenbummlern praktiziert, um der Polizei die Zuordnung zu einem bestimmten Verein zu erschweren. Bis heute sieht man auch in den Stadien der oberen deutschen Ligen zuweilen Horden von Fans, die sich das britische Modell zueigen gemacht haben.

Mittlerweile ist der nächste Trend aus Großbritannien in Deutschland angekommen - dass er sich jedoch ähnlich durchsetzt wie die Zivilbekleidung, dürfte vor allem der Wunsch der vereinseigenen Marketingabteilungen sein: Die Rede ist von "Ugly Sweaters", also bewusst unansehnlichen Weihnachtspullovern. Schon vor Jahren brachten etliche Premier-League-Klubs solche Modelle auf den Markt. Jetzt zieht ein Großteil der Bundesligavereine nach.

11 der 18 Erstligaklubs haben kurz vor dem anbrechenden Weihnachtsgeschäft bereits ein aktuelles Modell im Angebot. Die Devise dabei scheint klar: Je hässlicher der Pulli, desto besser. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, dennoch gehen die Interpretationen des Begriffs "Hässlichkeit" bei den Pullovern weit auseinander. Vergleichsweise zurückhaltend etwa haben die Verantwortlichen das Hamburger Modell gestaltet -  ohne den "HSV"-Schriftzug würde das Stück beinahe als klassischer Norweger-Pulli im Kaufhaus durchgehen. Wenig festlich geht es auch auf dem Leipziger Oberteil zu: Dort prangt neben dem "RB Leipzig"-Schriftzug - wenig überraschend - lediglich das stilisierte Logo des Vereins. So ganz verstanden scheinen die Sachsen den Trend nicht zu haben.

Andere Klubs greifen da schon deutlich tiefer in die Kitsch-Kiste. Der 1. FC Köln etwa fährt direkt das komplette Programm auf: Ein Kamin, Christbaumkugeln, Geschenke, Weihnachtssocken und natürlich - sozusagen als Rentierersatz - Geißbock Hennes prangen auf dem Modell der Domstädter. Überhaupt müssen des Öfteren die Vereinsmaskottchen als Protagonist auf den Pullis herhalten - so zum Beispiel das Stuttgarter Krokodil "Fritzle" oder der Münchner Bär "Bernie".

Den vielleicht pfiffigsten Einfall hatten wohl die Designer auf Schalke. Auf dem königsblauen Pulli nämlich ist eine durchsichtige Tasche in Kaminoptik aufgenäht. Dort kann das Smartphone platziert werden, auf dem dann ein Kaminfeuervideo abgespielt werden kann. Das Video, in dem Stürmer Guido Burgstaller für den Pulli wirbt, ist im Übrigen ähnlich unangenehm anzuschauen, wie der Pullover selbst.

Nicht alle deutschen Erstligaklubs indes machen bei dem fragwürdigen Trend mit. Borussia Mönchengladbach zum Beispiel verzichtet darauf, einen "Ugly Sweater" anzubieten, da sich der Verkauf finanziell nicht lohnt. Auch etwa in Leverkusen, Mainz und Bremen gehen die Fans leer aus - dass sie das bedauern, ist allerdings eher fraglich.

Woher der Trend ursprünglich kommt, ist umstritten. Auch etliche Vereine der US-Profiligen im Basketball, Eishockey und Football etwa liefern sich schon seit Jahren einen Wettstreit um den hässlichsten Weihnachtspulli. In den Staaten gibt es sogar den "National Ugly Sweater Day", an dem das Tragen der Pullis sozusagen zum Brauchtum erhoben wird - jeweils am dritten Freitag im Dezember, in diesem Jahr also dem 15. Dezember. An diesem Tag trifft in der Bundesliga Borussia Mönchengladbach auf den Hamburger SV. Zumindest auf der Gästeseite dürfte man dann den einen oder anderen "Ugly Sweater" erspähen.

 
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