1. Bundesliga 17/18
| 20.02 Uhr

Saisonstart in der Bundesliga
Wer kann die Bayern stoppen?

Das ändert sich in der Bundesliga
Das ändert sich in der Bundesliga
Düsseldorf. Die Bundesliga geht in ihre 55. Saison. Es gibt ein paar neue Anstoßtermine, die Schiedsrichter haben einen Videoassistenten, und Bibiana Steinhaus ist die erste Unparteiische der Geschichte. Von Robert Peters

Drei Monate Sommerpause sind vergangen, ohne dass es irgendjemand gemerkt hat. Confed-Cup, Audi-Cup, Telekom-Cup und das große Transfertheater im Wettbewerb um die besten Spieler haben die Wartezeit brillant verkürzt. Freitag startet die Bundesliga in ihre 55. Spielzeit. Einiges ist wie immer, zum Beispiel die Frage: Wer stoppt eigentlich die Bayern? Anderes ist neu. Es gibt ein paar Montagsspiele, neue Anstoßzeiten am Sonntag, den Videoassistenten und (kaum zu glauben) die erste Schiedsrichterin in der Männergesellschaft erste Liga. Die wesentlichen Themen:

Bibiana Steinhaus. Künftig müssen sich die Herren Fußballstars nicht nur im Pokal von einer Schiedsrichterin die Regeln erklären lassen. "Ich habe mir Akzeptanz und und Respekt erarbeitet", sagt Bibiana Steinhaus (38), "jetzt ist der optimale Zeitpunkt." Seit zehn Jahren pfeift sie Profispiele, in diesem Sommer ist sie aus der zweiten Liga aufgestiegen. Ob ihr Bayern Münchens erklärte Frohnatur Franck Ribéry auch in der Bundesliga die Schnürsenkel lösen wird wie am Wochenende im Pokal, ist nicht zu erwarten. Hoffentlich nicht.

Der Favorit. Es kann nur einen geben, so wie jedes Jahr. Bayern München hat sich zwar eine ziemlich gruselige Vorbereitungsserie in Asien geleistet. Doch die Konkurrenten hoffen mal wieder vergeblich darauf, dass die Münchner ernsthaft in einer dauerhaften Krise versinken. Die Mannschaft ist zu stark. Selbst wenn sich Trainer Carlo Ancelotti weiterhin taktischen Neuerungen verschließt, kann er auf die vielgerühmte individuelle Klasse seiner Spieler vertrauen. National ist den Münchnern kein Team gewachsen.

Die Verfolger. Borussia Dortmund kann die Bayern ärgern - aber nur, wenn Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé an Bord bleiben. Danach sieht es allerdings nicht aus. Zumindest einer der Angreifer wird den BVB verlassen. RB Leipzig machte vergangene Saison durch die fröhliche Hetzjagd auf die gegnerischen Spieler Eindruck, im Trainersprech: durch Pressing und Gegenpressing. Die Gegner lassen sich davon zunehmend weniger irritieren. Und weil Leipzig in der Champions League viel Kraft lassen wird, kann es das Spiel nicht über die gesamte Saison durchziehen.

Die Aufsteiger. Hannover und Stuttgart sind im Vergleich zu den Absteigern Ingolstadt und Darmstadt große Klubs. Sie kehren mit entsprechenden Ansprüchen auf die große Bühne zurück. Noch vollbringen sie ihre bemerkenswertesten Taten freilich im Funktionärsbereich. Hannovers Präsident Martin Kind will am liebsten Alleinbesitzer des Klubs werden, und er verweigert potenziellen Gegnern die Mitgliedschaft im Verein. Der VfB Stuttgart trennte sich ein paar Tage vor dem Saisonstart vom Sportvorstand Jan Schindelmeiser und holte Michael Reschke aus München.

Die Europa-Kandidaten. Neben Dortmund und Leipzig halten sich gleich sieben Klubs für stark genug, 2018 in den europäischen Wettbewerben auftreten zu dürfen. Hoffenheim, der 1. FC Köln und Hertha BSC üben es schon diese Saison. Schalke, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg wollen unbedingt wieder mitmachen. Im besten Fall werden es vier von ihnen schaffen. "Die Saison wird ganz eng", ist deshalb der Satz der Vorbereitung. Gesagt haben ihn der Kölner Manager Jörg Schmadtke, sein Gladbacher Amtsbruder Max Eberl und alle Kollegen.

Die Abstiegskandidaten. Der SC Freiburg hat sich glücklicherweise bereits in der Qualifikation aus der Europa League verabschiedet. Als die Breisgauer zuletzt mal länger international mitspielten, stand am Ende der Abstieg. "Auch diesmal wird es schwer", sagt Trainer Christian Streich. Aber das sagt er jedes Jahr mit verzweifeltem Blick. Ernste Sorgen müssen sich Augsburg und Mainz 05 machen. Und was aus dem Hamburger SV wird, weiß der nicht mal selbst. Eine überzeugende Rückrunde mit der siebtbesten Bilanz hat jedenfalls den klassischen Fehlstart mit einer Pokalniederlage nicht verhindert. Das 1:3 beim Drittligisten VfL Osnabrück wirkt bestimmt als Stimmungskiller.

Neue Anstoßtermine. Die Vermarkter bei der Deutschen Fußball Liga haben in den Fernsehverträgen die Rekordsumme von 4,6 Milliarden für die nächsten vier Jahre ausgehandelt und sich dafür ein paar neue Termine eingehandelt. Je fünf Spiele werden am Sonntag um 13.30 Uhr und am Montag um 20.30 Uhr ausgetragen. Das Sonntagabendspiel wird um 18 Uhr angepfiffen.

Der Videoassistent. In einem Keller in Köln-Deutz sitzen ab dieser Saison zusätzliche Helfer für die Schiedsrichter. Sie werden auf dem Bildschirm wichtige Szenen noch einmal anschauen und das Gespann der Unparteiischen auf dem Platz bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Traditionalisten müssen allerdings keine Angst haben. Die Diskussionen um falsche Entscheidungen, die zuverlässig die Nachbereitung der Spiele begleiten, werden nicht enden. Fehler wird es weiter geben. Zum Glück.

Quelle: RP
 
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