Sieben Tore in acht Tagen: Cacaus Argumente für Südafrika
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 01.03.2010 - 17:09Düsseldorf (RPO). Der VfB Stuttgart blüht in der Rückrunde regelrecht auf. Und einer verkörpert die Aufholjagd der Schwaben wie kein Zweiter: Cacau. Der Stürmer hat seine Formkrise überwunden und sich mit sieben Toren binnen acht Tagen freigeschossen. Bundestrainer Joachim Löw kommt an Cacau in dieser Form nicht vorbei.
Am Mittwoch trifft die deutsche Nationalmannschaft in München auf Argentinien. Ein Klassiker. Und wahrscheinlich trägt ein gebürtiger Südamerikaner das Trikot mit dem Adler auf der Brust. Jeronimo Maria Barreto Claudemir da Silva, kurz Cacau, im brasilianischen Santo Andre geboren, wird wohl für Deutschland stürmen.
Daran war in der Hinrunde kaum zu denken. Zwei magere Treffer erzielte der 28-Jährige, wurde durch eine Verletzung zurückgeworfen. Die Nationalmannschaft war so weit weg wie seine Heimat, doch jetzt ist Cacau ganz nah dran an der Weltmeisterschaft in Südafrika.
Cacau hat seine Kaltschnäuzigkeit wiedergefunden. Beim 5:1 der Stuttgarter in Köln am Samstag vor einer Woche feierte der Stürmer seine Wiederauferstehung. Mit vier Treffern avancierte er zum Matchwinner. Die Tore beflügelten Cacau regelrecht: Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona (1:1) traf er zur Stuttgarter Führung, gegen Eintracht Frankfurt sorgte er mit einem Doppelpack für den nächsten "Dreier" der Schwaben.
VfB-Trainer Christian Gross macht Cacau für den Aufschwung seiner Mannschaft mitverantwortlich. "Er personifiziert die Lebensfreude. Er geht gut mit der Konkurrenzsituation um, ist lauffreudig und aggressiv. Er ist auf dem Weg, seiner Karriere einen weiteren Impuls zu geben", sagte der Schweizer nach dem Sieg gegen die Hessen. Gross weiter: "Er hat einen Lauf und hilft uns derzeit sehr."
Wenn Cacau seine Form hält, kann er auch der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika weiterhelfen. Seine Konkurrenz schwächelt: Lukas Podolski wartet seit über 1300 Minuten auf ein Tor, Miroslav Klose spielt in München derzeit nur die zweite Geige. Einzig Stefan Kießling und Mario Gomez sind derzeit ebenfalls formstark, so dass es beim derzeitigen Stand einen Dreikampf um die beiden Plätze im Sturm geben würde.
Cacaus Problem: Klose und Podolski haben unter Bundestrainer Joachim Löw einen Freifahrtschein, spielen auch, wenn sie ein ganzes Jahr nicht treffen. Und Kießling muss allein wegen seiner Torausbeute einen Platz sicher haben. Das beste Argument, was Cacau hat, sind Tore. Und die erzielt er im Moment am Fließband. Vielleicht geht die Serie gegen Argentinien schon weiter. Dann kann auch Südafrika so langsam kommen.
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