Bundesliga-Topspiel: Das Gipfeltreffen der Besten
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 26.02.2011 - 17:13München/Düsseldorf (RPO). Borussia Dortmund reist als Tabellenführer mit 13 Punkten Vorsprung zum Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga heute (18.30 Uhr/Live-Ticker) nach München. BVB-Torwart Roman Weidenfeller fällt wegen einer Knieverletzung aus.
Kurz vor dem großen Gipfel muss Kevin Großkreutz noch eine Sache unbedingt klarstellen. Großkreutz ist 22 Jahre alt, Mittelfeldspieler bei Borussia Dortmund und so etwas wie die westfälische Version der „Abteilung Attacke“. Als sich nun die leitenden Angestellten des FC Bayern München verbal auf das heutige Topspiel in der Fußball-Bundesliga in der Allianz-Arena einstimmten und allzu selbstbewusst tönten, man werde den BVB klar besiegen, da meldete sich Kevin Großkreutz zu Wort: "Wir sind die Nummer 1. Wir stehen für den geilsten und besten Fußball in der Bundesliga. Daran gibt es keinen Zweifel." Der Tabellenstand bestätigt die Überlegenheit nach wie vor recht anschaulich. Die Bayern rangieren mit stattlichen 13 Punkten Abstand nur auf dem dritten Platz.
Zum Glück gibt es Uli Hoeneß. Der Präsident des deutschen Rekordmeisters lässt sich so schnell nicht entmutigen. "Ein Unentschieden oder eine Niederlage halte ich für vollkommen ausgeschlossen", erklärt er. "Wir sind die bessere Mannschaft. Basta."
Das Bauchgefühl des obersten Münchner Funktionärs wird von einem statistischen Modell des Münsteraner Professors Andreas Heuer gestützt. Nach den Berechnungen des Wissenschaftlers liegt die Siegwahrscheinlichkeit der Bayern bei 52 Prozent. Zur Beruhigung aller Anhänger des gepflegten Fußballs aus Dortmund – Professor Heuer glaubt zu 95 Prozent an Borussia als Meister.
Sportlich ist das auch mit der Besetzung der Mannschaftsteile durchaus zu erklären. Zum Beispiel die Defensive. "Da ist Dortmund wesentlich stärker als die Bayern", sagt Thomas Helmer, der für beide Klubs während seiner Karriere spielte.
"Neven Subotic und vor allem Mats Hummels haben mich absolut überzeugt, und auch die Doppel-Sechs mit Sven Bender und Nuri Sahin gehört zur absoluten Liga-Spitze." Der BVB führte in dieser Saison bislang 818 Zweikämpfe mehr als die Bayern (5459:4641), Dortmund ließ in den vergangenen 23 Partien nur 103 Torschüsse im Strafraum zu (Bayern 158).
Ein deutlicher Dämpfer ist allerdings der Umstand, dass Torwart Roman Weidenfeller an einer Innenbanddehnung im linken Knie laboriert und nicht zur Verfügung steht. Reservekeeper Mitchell Langerak (22), vor der Saison für 600 000 Euro von Melbourne Victory gekommen, wird sein erstes Bundesligaspiel bestreiten.
"Ich bin ganz entspannt", bekundet Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. "Der Mitch ist ein total cooler Typ. Er hat in Australien bewiesen, dass er mit viel Druck super souverän umgehen kann. Der wird das schon machen."
Damit Langerak sein Können nicht über Gebühr in der bayerischen Landeshauptstadt unter Beweis stellen muss, sollen die Mitspieler für ausreichend Entlastung sorgen. "Wir sind ein Team und kämpfen füreinander", sagt Außenverteidiger Marcel Schmelzer. "Das macht uns stark." Bei den Bayern sieht man ebenso die Stäken in der Gemeinschaft. "Wir sind genauso ein gutes Kollektiv", findet Sportdirektor Christian Nerlinger.
Heute ist eine gute Gelegenheit zur Untermauerung dieser Meinung.
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