Auch Weltmeister müssen gehen: Das große Ausmisten der Bundesligisten
zuletzt aktualisiert: 01.01.2010 - 09:38Düsseldorf (RPO). Am kommenden Freitag beginnt die neue Transferperiode. Anstatt sich mit neuen Profis einzudecken, misten die Bundesligisten aber fleißig aus. Selbst ein Weltmeister bekommt den Verkaufsdruck der Vereine zu spüren.
Luca Toni von Bayern München führt eine Gruppe von Profis an, die bei den Klubs auf einer Streichliste stehen. Die Vereine können sich angesichts finanzieller Engpässe keine teuren Ladenhüter mehr leisten und nutzen die neue Transferperiode ab Freitag zur Verschlankung.
"Wir sind bereit, Luca Toni ablösefrei auszuleihen oder abzugeben", sagt Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß seit Tagen. Der Wechsel des Italieners zum AS Rom ist so gut wie perfekt. Auch den Defensivspielern Breno, Christian Lell und Andreas Görlitz wurde nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. Top-Star Franck Ribery soll trotz regelmäßiger Offerten bleiben. "Mit ihm wollen wir vorzeitig verlängern", kündigte Hoeneß an.
Ausverkauf in Bremen
Wie sehr Auslaufmodellen die Perspektivlosigkeit deutlich gemacht wird, zeigt sich bei Werder Bremen. Trainer Thomas Schaaf hatte in der Hinrunde selbst so gestandene Profis wie Jurica Vranjes nicht für den Kader nominiert, obwohl auf der Bank noch Plätze frei waren. Neben dem Kroaten sollen Dusko Tosic, Said Husejinovic und Marcelo Moreno gehen.
Bei Meister VfL Wolfsburg bekommen derzeit Daniel Baier, Rodrigo Alvim, Jonathan Santana die Ungeduld des Arbeitgebers zu spüren. Das Trio hat bei den "Wölfen" keine Zukunft mehr, während die Defensivspieler Jan Simunek und Peter Pekarik noch einen Aufschub erhielten. Wolfsburgs neuer Geschäftsführer Dieter Hoeneß schürte derweil den Konkurrenzdruck. "Die Transferperiode endet erst am 31. Januar. Bis dahin kann noch viel passieren."
Tabellenführer Bayer Leverkusen hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht. Ausgeliehen wurden die Stürmer Theofanis Gekas (Hertha BSC Berlin) und Richard Sukuta-Pasu (FC St. Pauli), Pierre De Wit wechselt zum 1. FC Kaiserslautern. Zudem möchte sich der Werksklub von Innenverteidiger Lukas Sinkiewicz trennen.
Bei Verfolger Schalke 04 stehen traditionsgemäß viele Spieler auf dem Abstellgleis. Nachdem Linksverteidiger Lewan Kobiaschwili bei Hertha BSC anheuerte, möchten sich die Königsblauen auch von Albert Streit, Gerald Asamoah und Halil Altintop trennen.
Hecking räumt auf
Beim 1. FC Nürnberg verschaffte sich Neu-Trainer Dieter Hecking zum Trainingsauftakt durch personelle Änderungen gleich Respekt und schickte Peter Perchtold, Güngör Kaya und Tomasz Welnicki zur zweiten Mannschaft.
Dafür holte er Abwehrspieler Philipp Wollscheid von den Amateuren zu den Profis, während sich Peer Kluge weiter mit Abwanderungsgedanken Richtung Schalke trägt. Laut Hecking erhielten die Spieler im Training in den nächsten Tagen "die Chance, mir etwas anzubieten."
Beim VfB Stuttgart kündigte Trainer Christian Gross an, dass in personeller Hinsicht "noch etwas passieren" wird. Die Schwaben wollen gerne einen Stürmer abgeben, um neue Kräfte zu verpflichten. Ein Kandidat ist Nationalspieler Cacau, an dem der Hamburger SV Interesse haben soll. Außerdem gelten Yildiray Bastürk und Jan Simak als Kandidaten für einen Wechsel. Die Tabellennachbarn VfL Bochum und 1. FC Köln möchten keine Spieler abgeben.
Während sich Mainz 05 von Daniel Gunkel, Dragan Bogavac und Jahmir Hyka trennen will, plant man bei Schlusslicht Hertha BSC Berlin, neben Bryan Arguez (Vertrag aufgelöst) auch Kaka, Cesar und Andre Lima abzugeben. Lima, der 2007 für 3,5 Millionen Euro geholt wurde und sich bei Hertha nicht durchsetzen konnte, wird weiter an Botafogo Rio de Janeiro ausgeliehen.
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