Nürnberg empfängt Hertha: Das ultimative Kellerduell
zuletzt aktualisiert: 16.10.2009 - 10:21Berlin (RPO). Hertha BSC Berlin und der 1. FC Nürnberg stehen nach acht Spieltagen am Tabellenende der Bundesliga. Am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) kann zumindest eine Mannschaft einen Schritt aus der Krise machen. Beide treffen sich in Nürnberg zum Kellerduell. Dabei setzen beide Teams auf andere Rezepte.
Während man beim Bundesliga-Schlusslicht aus der Hauptstadt aus lauter Panik längst zum letzten Mittel Trainerwechsel gegriffen hat, bleibt man beim Club seiner Linie treu.
"Ich will keine Trainerdiskussion. Wir haben uns für Michael Oenning entschieden. Ich baue auf ihn", sagte Nürnbergs Präsident Franz Schäfer und gab dem Coach Rückendeckung. Sportdirektor Martin Bader blies ins gleiche Horn und relativierte den Ernst der Lage beim Tabellenvorletzten vor dem Spiel gegen Hertha. "Das ist kein Endspiel", sagte Bader und fügte an: "Wir sind erst am 9. Spieltag."
Fans halten zu Oenning
Trotz zuletzt drei Liga-Pleiten in Folge halten auch die Fans zu Oenning und verzichteten bei der Mitgliederversammlung am Dienstag auf Tumulte. Da sorgte die Mitteilung des Klubs, dass das Defizit aus der Saison 2008/2009 bei 5,8 Millionen Euro liege, schon für größere Unruhe. Gegen drohende Spielerverkäufe hilft nur sportlicher Erfolg. "Am Ende muss gegen Hertha ein Sieg stehen", sagte Schäfer.
Oenning selbst bleibt in der Krise seinem ruhigen und besonnenen Stil treu. "Mir ist vor dem Spiel nicht bange", sagte der Coach, der am Samstag zwei Stürmer aufbieten will. Dabei handelt es sich wohl um Christian Eigler und Isaac Boakye. Auf der rechten Seite soll Daniel Gygax nach zuletzt guten Trainingsleistungen wieder eine Chance erhalten.
Bei Hertha BSC ruhen die Hoffnungen allein auf den Schultern von Friedhelm Funkel. Das Konzept von Präsident Werner Gegenbauer und Manager Michael Preetz mit Trainer Lucien Favre ist kläglich gescheitert, nun soll Routinier Funkel die Hauptstädter retten.
Funkel hat die Probleme erkannt
Nach knapp zwei Wochen Dienstzeit an der Spree hat der Coach das ganze Ausmaß der Problematik erkannt. "Hertha ist mein bisher härtester Job", sagte Funkel im "kicker". Dabei blickt der gebürtige Neusser immerhin schon auf 18 Jahre als Trainer zurück.
Nach sieben Liga-Pleiten in Folge ist die Mannschaft hochgradig verunsichert. Vor allem die routinierten Spieler nimmt Funkel nun in die Pflicht. "Zwei, drei Spieler müssen jetzt vorangehen: natürlich Arne Friedrich als Kapitän, auch Pal Dardai und Steve von Bergen", sagte der Coach, dessen Premiere beim 1:3 gegen den Hamburger SV misslang.
Da Funkel kaum personelle Alternativen hat, macht er aus der Not eine Tugend. Er redet glücklose Spieler wie Null-Tore-Stürmer Artur Wichniarek oder Ersatzkeeper Sascha Burchert stark. Burchert musste nach drei unglücklichen Gegentoren gegen den HSV viel Spott und Häme einstecken.
Dennoch steht er am Samstag womöglich wieder im Tor, da Stamm-Keeper Jaroslav Drobny und Nachverpflichtung Timo Ochs noch angeschlagen sind. "Ich vertraue ihm", sagte Dauer-Optimist Funkel und lässt zumindest nach Außen keinen Zweifel an dem 19-Jährigen Keeper aufkommen.
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