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St. Paulis Misere: Das Versagen vor dem Tor

zuletzt aktualisiert: 16.12.2010 - 08:18

Hamburg (RPO). Bundesliga-Aufsteiger FC St. Pauli zeigt ansehnlichen Fußball, versagt aber regelmäßig vor dem gegnerischen Tor. Mit nur 14 Treffern haben die Hamburger die schlechteste Offensive der gesamten Liga. Trainer Holger Stanislawski schwant angesichts der Misere bereits Böses.

Der größte Gegner des FC St. Pauli ist 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch. Eigentlich bietet das gegnerische Tor also genügend Platz, um den Ball darin zu versenken. Doch dem Aufsteiger will es in der laufenden Saison einfach viel zu selten gelingen.

Erst 14 Mal rappelte es in den bisher 16 Spielen im Netz der Kontrahenten. Seltener trifft kein Team der Fußball-Bundesliga. "Das ist unser großes Problem", sagt Trainer Holger Stanislawski: "Wir kränkeln vor dem Tor und sind daher ein wenig verschnupft."

Sollten sich die Symptome auch am kommenden Samstag gegen den FSV Mainz 05 (18.30 Uhr/Live-Ticker) nicht bessern, könnte sich die Triefnase zu einer hartnäckige Grippe ausweiten. Ein Dreier soll her, der Vorsprung auf die Abstiegsränge vergrößert werden. "Man kann schönen Fußball bieten, am Ende aber doch ein böses Erwachen erleben. Fakt ist nun mal, dass man Tore braucht, um ein Spiel zu gewinnen", betont Stanislawski. Doch genau daran hapert es.

Durchschnittlich nur alle 103 Minuten treffen die Hamburger ins Schwarze. Die Bilanz der vergangenen acht Spiele ist verheerend: 3:16 Tore. Den letzten Treffer und damit auch den letzten Sieg der Hanseaten besorgte auch noch ein Gegner. Christian Tiffert vom 1. FC Kaiserslautern bugsierte den Ball vor knapp zwei Wochen ins eigene Gehäuse. Am Ende gewann St. Pauli 1:0. Das letzte Stürmertor des Aufsteigers liegt hingegen schon zwei Monate zurück. Damals weckte Marius Ebbers gegen den 1. FC Nürnberg ungewohnte Glücksgefühle.

Dabei ist der Angreifer so etwas wie das Sinnbild für St. Paulis Misere. 20-mal netzte der 32-Jährige in der vergangenen Saison ein. In der 2. Liga war er gefürchtet, im Oberhaus wird er derzeit wohl nur noch belächelt. Magere zwei Treffer gelangen dem Sturmführer bisher. Die Suche nach einem Hoffnungsträger in den eigenen Reihen fällt schwer. Gegen Mainz soll womöglich Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah an vorderster Front ran. Die Bilanz des früheren Schalkers: Zwei Saisontore.

Fast folgerichtig werden im Umfeld der Hamburger bereits Rufe nach Verstärkungen in der Winterpause laut. Bisher sträubt man sich am Millerntor jedoch, noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. "Wir vertrauen unserem Kader", wiederholt Sportchef Helmut Schulte immer wieder. Zumal das Geld für ganz große Sprünge fehlt. Allenfalls ein Leihgeschäft scheint in den kommenden Wochen möglich. Zuletzt wurde der Schalker Erik Jendrisek gehandelt.

Ob mit neuem oder vorhandenem Personal - die Wende muss her. St. Pauli spielt zwar ansehnlich und kombiniert gefällig, sobald aber das gegnerische Tor in die Nähe rückt, schlottern die Knie. "Wir gucken uns die Geschenke an, packen sie aber nicht aus", sagt Stanislawski. Abwehrspieler Ralph Gunesch ergänzt: "Chancen haben wir genug. Aber es muss auch etwas Zählbares herausspringen. Die Situation nervt uns alle."

Quelle: SID/chk

 
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