1. Bundesliga 16/17
| 21.33 Uhr

Überraschung möglich
Das Wettbieten um die Bundesliga-Rechte beginnt

Die TV-Rechtepakete ab 2017
Die TV-Rechtepakete ab 2017
Bis zu sechs Milliarden Euro will die Bundesliga in vier Jahren für ihre Medienrechte kassieren. Der größte Teil soll aus dem deutschen Markt kommen. Beim Wettbieten könnte es einen unerwarteten Ausgang geben, der viele Fußballfans glücklich macht.

Die heiße Phase des Milliarden-Pokers kann beginnen. Die Auktionsphase um die Medienrechte der Fußball-Bundesliga startet nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an diesem Montag. Bis zum 6. Juni will die Deutsche Fußball Liga (DFL) insgesamt 17 Rechtepakete meistbietend und möglichst geheim verkaufen.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und seine Vermarktungskollegen haben ein kompliziertes Konstrukt entwickelt, das noch mehr Geld in die Kassen spülen soll - nach Möglichkeit über eine Milliarde Euro pro Saison. Die Auktion beginnt mit den Live-Rechten, die bisher schon rund 80 Prozent der jährlichen Einnahmen in Höhe von 663 Millionen Euro für die laufende und 673 Millionen Euro für die kommende Saison ausmachen. Weiter dreistellige Millionenbeträge sollen aus der Auslandsvermarktung hinzukommen.

Der bisherige Rechteinhaber Sky möchte weiter mit dem Slogan "Alle Spiele, alle Tore" Abonnements verkaufen. "Wir verteidigen, was wir haben", hatte Sky-Chef Carsten Schmidt im vergangenen Jahr während eines Kongresses in Köln gesagt. Konkurrenz kann es durch einen Kniff der DFL geben. Neu in der Ausschreibung ist, dass es nicht nur Pay-Pakete gibt, sondern auch einige Livespiele für frei empfangbare Fernsehsender angeboten werden.

DFL hofft auf große Konkurrenz für Sky

Die Pakete mit dem Samstagspiel um 18.30 Uhr und den beiden Sonntagspartien können auch von Pay- und Free-TV-Anbietern gekauft werden. Die Idee der DFL: Auch frei empfangbare Sender wie etwa RTL bieten mit Sky um die Wette. Der Clou für die Fußballfans: Sie könnten demnächst bis zu 90 Spiele ohne zusätzliche Zahlungen live sehen.

Die große Hoffnung der DFL ist allerdings, dass Sky Konkurrenz durch Telekommunikations-Unternehmen bekommt. Die beim letzten Bieter-Wettbewerb unterlegene Telekom hat zuletzt wieder in Sport investiert und Rechte für Basketball und Eishockey gekauft. Dass sich der Branchen-Riese auf Dauer mit den kleinen Sportarten begnügt, scheint unwahrscheinlich.   

Wie interessant und attraktiv Fußball für Unternehmen der Telekommunikationsbranche ist, zeigt der Blick über die Grenzen. So ist in Spanien Telefónica am Ball, und in Großbritannien muss sich Sky die Spiele der Premier League mit der British Telecom teilen.
Solche Konzerne haben das Geld, um Sky auszustechen. Anschließend dürften sie an Sky Sub-Lizenzen für das klassische TV vergeben und selber über verschiedene Internet-Plattformen senden.     

Ein neuer Spieler beim Poker um die Bundesligarechte dürfte Discovery werden. Zumindest hat das US-Unternehmen mit der Tochterfirma Eurosport in den zurückliegenden Monaten mehrfach sein Interesse bekundet. Es ist sowohl im Pay- als auch im Free-TV-Markt aktiv. Dass Discovery es mit seinen Expansionsplänen ernst meint, zeigte es 2015 mit dem Kauf der Olympia-Rechte für den europäischen Markt für 1,3 Milliarden Euro.

Der DFL ist das recht, und sie hofft auch auf weitere neue Interessenten wie Amazon. Oder die englische Perform Group, die hierzulande mit Internet-Portalen wie spox.com und goal.com aktiv ist. Schon einmal hat Perform die Konkurrenz aus Unterföhring überboten und Sky bei den Premier-League-Rechten für Deutschland ausgestochen.

Für die meisten Fans wichtig, finanziell für die Bundesliga weniger bedeutend sind die Highlight-Rechte, die von der DFL erst im zweiten Teil der Auktionsphase bis zum 6. Juni verkauft werden. Dabei geht es vor allem um das Paket, das die ARD für ihre "Sporschau" benötigt.
Als Konkurrent gilt RTL - es sei denn, der Privatsender setzt auf die Live-Rechte, etwa für die Spiele am Samstag um 18.30 Uhr. Auch das ist möglich: "Sportschau" und ein Livespiel als direkte Konkurrenz im frei empfangbaren Fernsehen. 

(areh/dpa)
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