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Zvonimir Soldo panorama ap 2009
  Foto: AP, AP
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Soldos schwierige Mission: Dem 1. FC Köln steht ein hartes Jahr bevor

VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 - 10:24

Düsseldorf (RPO). Das verflixte zweite Jahr nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga hat der 1. FC Köln überstanden. Erstmals seit dem ersten Abstieg 1998 spielen die Domstädter zum dritten Mal in Serie in der höchsten deutschen Spielklasse. Dennoch: Trainer Zvonimir Soldo steht vor einer schwierigen Mission.

"Wir wollen so früh wie möglich mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Wir müssen den 1. FC Köln in der Bundesliga auf Dauer etablieren" – während Soldo vor Beginn der neuen Spielzeit darauf bedacht ist, keine großen Erwartungen zu schüren, gibt sich Lukas Podolski angriffslustiger. "Ich will mit meinem Klub in der kommenden Spielzeit einen großen Schritt nach vorne machen. Vielleicht schaffen wir ja die Überraschung und kommen in die Europa League. Das wäre eine Sensation. Aber man darf ja mal träumen", schrieb der deutsche Nationalspieler, der noch im WM-Urlaub weilt, im "Express".

Die Worte Podolskis wecken bei den Kölner Fans die alljährlichen Hoffnungen, dass der Klub jetzt einen Schritt nach vorne macht. Für den Verein könnte es dennoch ein böses Erwachen geben.

Kaum Geld für neue Spieler

Die finanzielle Situation erlaubt den "Geißböcken" in diesem Sommer keine großen Taten auf dem Transfermarkt. 20 Millionen Euro Verbindlichkeiten drücken den Klub, Geld für qualitative Zugänge ist nicht vorhanden. Zugänge, die Podolski bei seiner Rückkehr nach Köln so vehement gefordert hatte, um den Klub wieder an die Bundesliga-Spitze zu führen. "Unsere Möglichkeiten sind arg begrenzt. Die Kosten des Transfers von Podolski werden uns in den nächsten Jahren weiter einengen", erklärte Manager Michael Meier im "kicker".

So gab der FC für Linksverteidiger Konstantinos Giannoulis (Iraklis Saloniki), Sturm-Tank Alexandru Ionita (Rapid Bukarest), Mittelfeld-Talent Christopher Buchtmann (FC Fulham), Ersatztorwart Miro Vardovic (Hajduk Split) sowie die beiden Mittelfeldspieler Mato Jajalo (AC Siena) und Martin Lanig (VfB Stuttgart) weniger als drei Millionen Euro aus. Die Neuen sind allesamt weitgehend unbekannt, lediglich der aus Stuttgart gekommene Lanig verfügt über Bundesliga-Erfahrung, dem Blondschopf fehlt wegen eines Kreuzbandrisses aber Spielpraxis.

Die Baustellen in den einzelnen Mannschaftsteilen wurden durch die Transfers nicht geschlossen. Soldo verlangt nach einem offensiven Mittelfeldspieler, der das im vergangenen Jahr lahme Angriffsspiel der Kölner antreibt. Allein Zoran Tosic sorgte in der Rückrunde für Überraschungsmomente, doch der von Manchester United ausgeliehene Serbe wechselte zu ZSKA Moskau und hinterlässt eine große Lücke auf der rechten Außenbahn.

Außenverteidiger gesucht

Zudem drückt den FC auf den beiden Außenpositionen in der Viererkette der Schuh. WM-Teilnehmer Miso Brecko spielte auf der rechten Seite eine durchwachsene Saison, schaltete sich zu selten in die Offensive ein. Deshalb ist Soldo noch auf der Suche nach einer Alternative und warnt die Verantwortlichen: "Wenn wir beides nicht bekommen, offensive Verteidiger und dribbelstarke Außen, wird es schwierig."

Schwierig wird es dann vor allem für den Trainer selbst. Schon in der vergangenen Saison hallten vereinzelt "Soldo raus"-Rufe durch das RheinEnergie-Stadion, in dem der FC nur drei Spiele gewann und oft Fußball zum Abgewöhnen bot. Holt Soldo in den ersten Spielen keine Punkte, kommt sein Abschied schneller als geplant.

Der Trainer selbst will sein Verhalten ändern, mehr mit den Spielern kommunizieren. Schon in der Vorbereitung deutet sich an, dass der Coach auf einem guten Weg ist. Vor dem ersten Training hielt Soldo eine 20-minütige Ansprache, dem Vernehmen nach die längste seiner Amtszeit. Auf dem Platz gibt er klare Instruktionen.

Blutjunger Kader

Soldo muss die vielen jungen Spieler auf Anhieb in der Bundesliga etablieren. Von den 35 im Kader stehenden Akteuren sind 24 Jahrgang 1985 oder jünger. Leistungsträger wie Faryd Mondragon, Petit, Milivoje Novakovic müssen die Verantwortung tragen. Auch Podolski steht trotz seiner erst 25 Jahre in der Pflicht. Im vergangenen Jahr scheiterte der "Kölsche Prinz" an den großen Aufgaben, die er übernehmen sollte.

Apropos Podolski: Das eisige Verhältnis zwischen dem WM-Teilnehmer und Sturmpartner Novakovic in der vergangenen Saison sollte sich bessern. Die beiden Angreifer minimierten ihr Zusammenspiel auf und ihren Umgang neben dem Platz auf das Nötigste, Soldo hielt dennoch an beiden fest, weil es an Alternativen mangelte.

Mit dem Kauf des Rumänen Ionita hat Soldo nun einen Trumpf in der Hinterhand, um Druck auf die beiden etatmäßigen Stürmer auszuüben. Nur, wenn Soldo die zahlreichen Probleme in den Griff bekommt, können Podolski und die Fans womöglich von mehr träumen als nur dem Klassenerhalt.


 
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