Bundesliga-Kommentar: Der Albtraum eines Torhüters
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 03.11.2008 - 08:19Düsseldorf (RP). Christopher Gäng konnte sich des Mitgefühls seiner Mitstreiter bei Hertha BSC Berlin sicher sein. Für den 20-Jährigen ging ein Traum in Erfüllung mit seiner Premiere in der Bundesliga, als Vertreter des verletzten Stammtorwarts Jaroslav Drobny.
Dann aber erlebte er einen Albtraum, weil ihm wie entfesselt aufspielende Bremer gleich fünf Bälle ins Tor setzten. Doch wie es sich gehört für einen Fußballer der Eliteklasse, will sich der junge Mann nicht unterkriegen lassen. „Es geht immer vorwärts“, sagte er. Schließlich begann die Bundesliga-Karriere eines gewissen Oliver Kahn mit einer ähnlichen Abfuhr, einem 0:4 in Köln. Der spätere Titan war damals 18.
Trübsal blasen nach einem verpatzten Einstand – das war auch die Sache von Florian Fromlowitz nicht, als er für Nationalspieler Robert Enke nach dessen Handbruch zwischen den Pfosten des Hannoveraner Tores stand und beim Debüt für „96“ ebenfalls fünf Treffer kassierte – von der Torfabrik aus Hoffenheim.
Die bittere Lektion hielt ihn nicht davon ab, am Abend darauf zum Interview ins Fernsehstudio zu gehen und offen über den völlig missratenen Einstand zu sprechen. Man darf ja ehrlich zu Fehler stehen, nur nicht den Zusatz-Fehler machen, sich das Selbstvertrauen nehmen zu lassen.
Fromlowitz zeigte nach dem schwachen Spiel Stärke, und mittlerweile hat er sich schon ein ganz anderes Ansehen verschafft. Denn in den drei folgenden Ligaspielen musste er nur noch einmal hinter sich greifen, nach dem 3:0-Sieg gegen den Hamburger SV fand er seinen Namen sogar in einer „Elf des Tages“ wieder.
Auch das ist ein weiteres Kapitel bemerkenswerter deutscher Torhütergeschichte.
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