Kommentar zur Entlassung von Markus Babbel: Der Fußballprofi als Freiwild
VON KOMMENTAR VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 07.12.2009 - 08:20Stuttgart (RP). Christian Gross setzte gleich ein Zeichen. Noch gestern Abend ließ der Polizistensohn, der als harter Hund gilt und kompromisslos seine Ziele zu erreichen versucht, die Spieler zum Training antreten. Schon am Mittwoch wartet auf den Schweizer das erste von vielen wichtigen Spielen. Beim rumänischen Meister Unirea Urziceni kann der VfB Stuttgart ins Achtelfinale der Champions League einziehen – und damit einige Millionen Euro verdienen.
Leicht haben sich die Verantwortlichen des VfB Stuttgart die Trennung von Markus Babbel, der sich nun auf seine Ausbildung zum Fußballlehrer konzentrieren kann, nicht gemacht. Lange, vielleicht zu lange haben sie ihrem Markus, der am 23. November 2008 seinen damaligen Chef Armin Veh beerbt und bis Saisonende viel Erfolg hatte (beste Rückrunde der Klibgeschichte), zugetraut, die Wende zu schaffen.
Schlimmer noch als ausgelassene Torchancen und fehlende Punkte war der Stimmungswandel der Fans. Sie sorgten letztlich dafür, dass Babbel nicht die versprochene Frist bis zur Winterpause behielt. Womöglich aber hätte die sportliche Führung nach dem 1:1 gegen Bochum ohnehin gehandelt.
Die Eskalation in Stuttgart mit hasserfüllten Rufen bis hin zu Morddrohungen hat deutlich gemacht, dass der Tod von Nationaltorhüter Robert Enke nur wenige Tage für Innehalten und Respekt gesorgt hat. Nur Träumer konnten glauben, dass sich das Verhalten in den Stadien und in ihrem Umfeld verändern würde. Mit dem Kauf von Eintrittskarten glauben viele Fans offenbar, dass die gut bezahlten Profis zum Freiwild werden. Kritik gehört zum Sport. Wer die nicht vertragen kann, ist fehl am Platz. Doch sie muss fair sein.
Markus Babbel ist beim VfB Stuttgart gescheitert – sportlich und am großen Druck von der Straße.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

























