Bremens Lebensversicherung Claudio Pizarro: Der Mann mit der eingebauten Torgarantie
zuletzt aktualisiert: 03.12.2011 - 12:07Bremen (RPO). Pünktlich zum Nord-Süd-Gipfel ist er wieder da. Nach überstandener Knieverletzung ist Werder-Stürmer Claudio Pizarro vor dem Spitzenspiel bei Bayern München am Samstag (15.30 Uhr im LIVE!-Ticker)Bremens großer Hoffnungsträger. Der Peruaner verbindet wie kaum ein anderer Torjäger Schönspielerei mit gnadenloser Effektivität.
153 Treffer in 316 Spielen: Claudio Pizarro ist schon jetzt der erfolgreichste ausländische Torschütze in der Geschichte der Fußball-Bundesliga. Trotzdem ist der 33 Jahre alte Angreifer noch lange nicht satt. "Ich will in dieser Saison bester Torjäger werden, ich will die Krone", sagte Pizarro. Mit elf Treffern bei seinen bisherigen zwölf Einsätzen ist er auf einem guten Weg dahin - seine Quote ist in diesem Jahr besser denn je.
Es ist eine Art Liebesbeziehung, die Claudio Pizarro mit dem Ball pflegt. In der Bundesliga gibt es kaum einen Stürmer, der im gegnerischen Strafraum für so viel spielerischen Glanz sorgt.
Lob von Mehmet Scholl
Das scheint auch Mehmet Scholl so zu sehen. "Claudio Pizarro", hat der ehemalige Bayern-Profi einmal geantwortet, als er nach dem besten Fußballer gefragt wurde, mit dem er je zusammengespielt hat. Eine bemerkenswerte Wahl, hat Scholl in seinen 15 Profijahren bei den Bayern doch mit zahlreichen Ausnahme-Könnern zusammengespielt.
Sechs Jahre lang ging Pizarro für die Bayern auf Torejagd, brachte es zwischen 2001 und 2007 auf 71 Treffer in 174 Spielen. Mit dem Rekordmeister gewann er neben drei Meisterschaften (2003, 2005, 2006) auch dreimal den DFB-Pokal (2003, 2005, 2006) und holte einmal den Weltpokal (2001).
Seine sportliche Heimat ist aber Bremen. Unter dem jetzigen Trainer Thomas Schaaf war Pizarro 1999 in die Bundesliga gewechselt. Als völlig unbekannter Spieler kam er als damals 20-Jähriger für eine Ablösesumme von umgerechnet 1,5 Millionen Euro von Alianza Lima zunächst für zwei Jahre zum SV Werder - und schoss in seiner ersten Saison auf Anhieb zehn Tore. Im folgenden Jahr wurde Pizarro bei Werder Stammspieler und erzielte 19 Treffer. Es folgte das Gastspiel bei den Bayern.
Pizarros Rückkehr nach Bremen gelang erst über einen Umweg. Denn nach seinen sechs Jahren in München unterschrieb der Stürmer 2007 zunächst einen Vierjahresvertrag beim englischen Spitzenklub FC Chelsea. Weil er dort aber nicht über die Rolle eines Ersatzspielers hinauskam, wechselte er nur ein Jahr später zurück an die Weser - und fand dort sein Glück.
Pizarro rechtzeitig fit
Rechtzeitig vor dem Bundesliga-Knaller gegen die Bayern meldete sich Pizarro nun wieder fit. Bei der letzten Einheit der Bremer sprintete der Torjäger über den Trainingsplatz, als hätte es seine Bänderdehnung im rechten Knie nicht gegeben.
Kein Wunder, dass Werder-Trainer Thomas Schaaf von seinem Torjäger auch im Spiel gegen die Bayern das erwartet, was er am besten kann: Möglichst viele Tore schießen. Bremens Naldo bringt den Stellenwert Pizarros für sein Team auf den Punkt. "Es ist sehr wichtig für uns, wenn er dabei ist", sagte der Brasilianer: "Claudio macht aus einer Chance ein Tor."
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