Trainer-Neuling mischt die Liga auf: Der Traumstart des Thomas Tuchel
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 02.11.2009 - 10:55Mainz (RP). Als Thomas Tuchel wenige Tage vor Saisonbeginn überraschend vom A-Junioren-Trainer zum Proficoach des FSV Mainz befördert worden war, verglichen viele seinen Aufstieg mit dem Werdegang von Jürgen Klopp bei den Rheinhessen. Doch Tuchel, mit 36 Jahren jüngster Cheftrainer der Bundesliga, ist in große Schuhe geschlüpft.
Klopp war Publikumsliebling. Vor allem mit seinem Namen ist untrennbar die noch kurze, aber bemerkenswerte und stimmungsvolle Geschichte des Klubs in der höchsten deutschen Spielklasse verbunden.
Vor drei Monaten war Tuchel noch ein Nobody im deutschen Profifußball. Und jetzt schlagen ihm überall große Sympathien und hoher Respekt entgegen, auch nach der couragierten Art und Weise, wie seine Mannschaft nun beim Meister in Wolfsburg ein 3:3 erkämpfte. Denn der junge Mann ist erfolgreich. Er macht seinen Job ohne jeden Anflug von Selbstgefälligkeit, bleibt authentisch und spielt den eigenen Anteil am starken Abschneiden des Wiederaufsteigers herunter – zu Gunsten des Teams.
Vielleicht hat Tuchel tatsächlich das Talent zu einem Großen, wie sein ehemaliger Lehrmeister Ralf Rangnick glaubt. Die eine oder andere große Trainerkarriere hat schließlich ähnlich bescheiden angefangen: Christoph Daum stieg in Köln vom Assistenz- zum Cheftrainer auf, Thomas Schaaf war in Bremen erst nur Jugend- und Amateurcoach. Und Inter Mailands Startrainer José Mourinho, nach eigener Einschätzung "The Special One", begann ebenfalls ganz klein als Co-Trainer und Dolmetscher des englischen Coachs Bobby Robson.
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