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Schalke - Karlsruhe 0:2: Der zweifache Timm stürzt Schalke

zuletzt aktualisiert: 06.10.2007 - 17:29

Gelsenkirchen (RPO). Die "Konterkönige" des Karlsruher SC haben auch die Hürde Schalke 04 genommen und sind nun erster Jäger von Bayern München. Der Aufsteiger gewann bei den Königsblauen 2:0 (0:0), verdrängte die Schalker auf Platz zwei und hat nach dem dritten Sieg in Folge nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Münchner, die am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg spielen.

Kopfballduell zwischen Michael Mutzel (l.) und Ivan Rakitic.  Foto: AP, AP
Kopfballduell zwischen Michael Mutzel (l.) und Ivan Rakitic. Foto: AP, AP

"Mit diesem Traumstart konnte keiner rechnen. Hätte mir das jemand vor der Saison gesagt, hätte ich ihn für größenwahnsinnig erklärt", meinte Trainer Edmund Becker, der von einer "Bayern-Jagd" erst gar nichts hören will: "Wenn wir 40 Punkte haben, stecken wir uns neue Ziele."

Und obwohl Becker überzeugt ist, dass auch seine Spieler nicht überheblich werden und "auf diesem Gebiet richtig ticken", müssen sich einige KSC-Überflieger allmählich selbst kneifen. "Langsam wird's unheimlich", sagte der überragende Spielmacher Tamas Hajnal, der beide Tore von Christian Timm (69., 83.) nach schnellen Gegenstößen mustergültig vorbereitet hatte. Der Ex-Schalker Hajnal, der bei den Königsblauen zwischen 1998 und 2004 nie über die Rolle des Ersatzspielers hinausgekommen war, fügte genüsslich hinzu: "Das war eine schöne Rückkehr für mich. Das hat richtig Spaß gemacht."

Doppeltorschütze Timm, der sich nach Schlusspfiff in der Mitte eines wilden Jubeltanzes von Teamkollegen und Fans für seine ersten beiden Pflichtspieltore im KSC-Trikot feiern ließ, warnte später aber eindringlich: "Borussia Dortmund war auch ganz oben dran und ist dann mit drei Niederlagen abgestürzt. Das geht ganz schnell."

Doch wohl niemand unter den 61.482 verwunderten Zuschauern erwartet diesen KSC in der laufenden Saison noch ernsthaft in der Gefahrenzone der Liga. Bärenstark in der Abwehr, hochkonzentriert, ballsicher und in der zweiten Halbzeit auch gewohnt konterstark, zeigten die Karlsruher dem Favoriten seine Grenzen auf. "Zurzeit läuft einfach alles extrem gut. Jedes Rädchen greift ins andere. Der Charakter der Mannschaft ist enorm", erklärte Sportdirektor Rolf Dohmen.

Auch Schalkes Trainer Mirko Slomka lobte die Gäste über den grünen Klee ("Das war ein Klassespiel vom KSC"), kritisierte aber vor allem Schiedsrichter Helmut Fleischer, der der vermeintlichen Schalker Führung durch Kevin Kuranyi in der 64. Minute wegen einer angeblichen Abseitsstellung zu Unrecht die Anerkennung verweigert hatte. "Wir suchen nicht nach Ausreden. Wir wollen nur, dass alle aufmerksam sind, nicht nur die Spieler. In so einem Spiel kommt es auf Kleinigkeiten an, und wenn dann so ein Tor nicht gegeben wird, ist das schon eine große Kleinigkeit", meinte Slomka.

Die Schalker kassierten nach drei Siegen in Folge ohne Gegentor ihre erste Saisonniederlage in der Bundesliga und erst die zweite Heimniederlage gegen den KSC überhaupt nach der vom 5. Oktober 1996. Die Spieler kritisierten danach eher sich selbst als den Referee. "Wir müssen unsere eigene Leistung bringen. Wenn wir das nicht schaffen, brauchen wir gar nicht erst auf die Bayern zu schauen", erklärte Jermaine Jones. Fabian Ernst fügte mit Blick auf die Spekulationen und Diskussionen rund um das nicht gegebene Tor hinzu: "Fußball findet nicht im Konjunktiv statt."

Den Schalkern fehlte im siebten Spiel innerhalb 21 Tagen spürbar die Kraft, um den kompakten KSC niederzuringen. Aber selbst dieses Argument ließ Kuranyi nicht gelten: "Es ist erst ganz am Anfang der Saison. Da kann noch keiner müde sein. Es lag am Kopf, nicht an den Beinen."

Beste Schalker Spieler waren Kapitän Marcelo Bordon und Rafinha. Beim KSC ragten neben dem Doppeltorschützen Timm noch Görlitz und Hajnal heraus.


Statistik

Schalke: Neuer - Rafinha, Westermann, Bordon, Höwedes - Ernst - Jones, Bajramovic (46. Özil) - Rakitic (78. Azaouagh) - Asamoah (63. Lövenkrands), Kuranyi. - Trainer: Slomka

Karlsruhe: Miller - Görlitz, Eggimann, Franz, Eichner - Porcello, Mutzel - Timm, Hajnal (85. Aduobe), Iaschwili - Freis (67. Kapllani). - Trainer: Becker

Schiedsrichter: Helmut Fleischer (Sigmertshausen)

Tore: 0:1 Timm (68.), 0:2 Timm (83.)

Zuschauer: 61.482 (ausverkauft)

Beste Spieler: Rafinha, Bordon - Timm, Görlitz, Hajnal

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karte: - Görlitz (2)


 
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