Bundesliga schwächelt vom Punkt: Die Angst der Schützen beim Elfmeter
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 19.01.2011 - 07:32Düsseldorf (RPO). Die Bundesliga staunt über ein neuartiges Phänomen – die Schwäche bei Elfmetern. Selbst erfahrene Schützen zeigen plötzlich Nerven. Am Wochenende wurden alle vier Strafstöße in Deutschlands höchster Spielklasse nicht verwandelt. Der Buchtitel von Peter Handke "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" existiert nur noch auf dem Papier.
In den vergangen drei Spielzeiten lag die Quote der verwandelten Elfmeter in der Bundesliga konstant zwischen 76 und 78 Prozent. Von dieser Quote sind die Schützen in der aktuellen Spielzeit meilenweit entfernt. Von 50 verhängten Strafstößen wurden lediglich 32 – oder 64 Prozent – verwandelt. Die Fehlschüsse von Philipp Lahm, Papiss Cisse, Javier Pinola und Grafite am vergangenen Wochenende bestätigten den Negativtrend.
Freilich ist die Saison noch lang und die Statistik kann sich in den folgenden 16 Spieltagen noch zugunsten der Schützen verschieben, doch die plötzliche Schwäche überrascht. Nationalspieler Cacau vom VfB Stuttgart, der Bremer Leitwolf Torsten Frings und Dortmunds Spielmacher Nuri Sahin gelang in der laufenden Spielzeit sogar das Kunststück, gleich zwei Mal vom Punkt zu scheitern. Dabei hatte Routinier Frings zuvor 20 Mal in Serie getroffen.
Hoffnungsträger Arjen Robben
Auch beim FC Bayern ist das Personal tendenziell verunsichert, wenn der Schiedsrichter auf den Punkt zeigt. Gerade einmal vier der jüngsten zehn Versuche waren saisonübergreifend erfolgreich. Zuletzt scheiterte Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm in Wolfsburg am Pfosten, nachdem schon seine Nationalmannschaftskollegen Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez in der laufenden Saison verschossen hatten. Im Vorjahr hatten sich bereits Jörg Butt, Holger Badstuber und Franck Ribery an der Aufgabe die Zähne ausgebissen.
Die Bayern haben jedoch auch schon das Patentrezept in der Hinterhand: Arjen Robben. Der etatmäßige Schütze des FC Bayern hatte die Fehlschüsse der Kollegen verletzt von der Tribüne beobachten müssen. Doch mit dem Comeback des niederländischen Außenstürmers soll die bayerische Bilanz wieder aufpoliert werden. Robben trat bislang fünf Mal aus elf Metern für die Bayern an und traf fünf Mal.
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