Wir haben die wichtigsten Bilder der Bundesliga-Saison 2008/2009 gesammelt.
Unfassbar: Vier Tore in einem Spiel - und das gegen den damaligen Tabellenführer und späteren Deutschen Meister VfL Wolfsburg. Mario Gomez erzielte insgesamt 24 Saisontore, brachte den VfB Stuttgart damit in die Qualifikation zur Champions League.
Furchtbar: Eine klaffende Wunde an der Schädeldecke - es war die Schrecksekunde des letzten Spieltags. Beim Spiel von Hannover 96 bei Arminia Bielefeld wurde Torhüter Robert Enke von seinem Mitspieler Mario Eggimann mit dem Stollen am Kopf getroffen. 14 Zentimeter war die Wunde lang, Enke spielte erst mit einem blauen Turban weiter, dann aber doch gegen Florian Fromlowitz ausgetauscht.
Meistermacher: Mit dem FC Bayern holte er schon das Double aus Meisterschaft und Pokal, das sogar zweimal in Serie. Den VfL Wolfsburg machte Felix Magath binnen zwei Jahren vom Abstiegskandidaten zum Deutschen Meister, nachdem er den kompletten Kader als Trainer und Geschäftsführer umgekrempelt hatte. Anschließend ging er zum FC Schalke 04.
Nonplusultra: Es war das beste, weil schnellste Spiel der Saison. So ein Tempo wie Bayern München und 1899 Hoffenheim am vorletzten Spieltag der Hinserie gingen in einem Spiel in den vergangenen Jahren keine Mannschaften. Erst in der Nachspielzeit erzielte Luca Toni nach Rückstand den Siegtreffer, setzte dann zum verrückten Gewehrjubel gegen seine Mitspieler an.
Gemobbt: Der ruhige Friedhelm Funkel war sowohl der Basis, als auch den Oberen von Eintracht Frankfurt nicht gut genug. Nach wochenlangen "Trainer raus"-Rufen sagte der vor dem letzten Spieltag, dass er sich nach fünf Jahren verabschiedet. Mit Tränen in den Augen.
Einmalig: Nie zuvor schossen aus einer Mannschaft zwei Spieler jeweils mehr als 20 Tore. Grafite (links) und Edin Dzeko sind das beste Bundesliga-Sturmduo aller Zeiten. Der Brasilianer wurde mit 28 Treffern Torschützenkönig, der Bosnier mit 26 Toren Zweiter der Wertung.
Retter: Drei Tore in den letzten elf Saisonspielen - kein Spieler von Borussia Mönchengladbach war im letzten Drittel der Saison erfolgreicher als Innenverteidiger Dante. Hinten zwar mit erheblichen Schwächen, dafür vorne mit den wichtigen Führungstoren in Cottbus (zugleich das Siegtor in der Nachspielzeit) und gegen Dortmund, als mit dem Unentschieden der Klassenverbleib perfekt gemacht wurde.
Schreckminuten: Plötzlich sank Ümit Özat auf den Rasen des Karlsruher Wildpark-Stadions. Bewusstlos blieb der Abwehrspieler des 1. FC Köln liegen, die Mitspieler holen sofort die Sanitäter, die Özat retten. Trainer Christoph Daum hatte Tränen in den Augen, Özat auch - als er ein halbes Jahr später das Ende seiner Karriere aufgrund einer Herzmuskel-Entzündung bekanntgab.
Jubelpose: Nur so kannte man Vedad Ibisevic in der Hinrunde - jubelnd. 18 Tore schoss der Bosnier in 17 Spielen, schoss Aufsteiger 1899 Hoffenheim zur Herbstmeisterschaft. Im Winter-Trainingslager zog er sich einen Kreuzbandriss zu, konnte anschließend keine Minute mehr spielen.
Ablösung: Es war mal wieder ein Missverständnis auf der Trainerbank des FC Schalke 04: Fred Rutten hatte nicht den Erfolg, den die Verantwortlichen gerne gesehen hätten. Darum wurde er ebenso wie Manager Andreas Müller entlassen. Mike Büskens, Trainer der Reserve, übernahm bis Saisonende.
Super-Solo: Er schnappte sich den Ball in der eigenen Hälfte - und gab ihn bis zum Torjubel nicht mehr her. 60 Meter marschierte Alexander Baumjohann von Borussia Mönchengladbach über den Platz, um gegen Werder Bremen das Tor des Monats zu erzielen. Spätestens da wurde der FC Bayern auf ihn aufmerksam, machte in der Winterpause seinen Wechsel für den Sommer klar.
Zum Haare raufen: Das hatte es in der Bundesliga noch nie gegeben: Ein Trainer der mitten in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes vor dem letzten Spieltag entlassen wurde. Der Vorstand von Arminia Bielefeld setzte Michael Frontzeck nach dem 0:6 bei Borussia Dortmund vor die Tür. Da lag Bielefeld noch auf dem Relegationsplatz. Eine Woche später, mit Feuerwehrmann Jörg Berger, stiegen die Ostwestfalen als Tabellenletzter direkt ab.
Traum-Tor: Keiner konnte ihn stoppen - und dann machte er die komplette Defensive des FC Bayern auch noch lächerlich. Erst dribbelte sich Grafite durch die ganze Abwehr, ließ auch Torhüter Michael Rensing aussteigen und kickte den Ball anschließend mit der Hacke ins Tor. Wolfsburg siegte 5:1, eroberte die Tabellenspitze und gab sie bis zum Schluss nicht mehr her.
Abschied: Aus der Meisterschaft wurde nichts, auch die Champions League verpassten die Minimalisten von Hertha BSC Berlin. Somit war kein Geld da, um die Top-Torjäger Andrej Voronin (links) und Marko Pantelic zu halten. Immerhin spielen die Berliner in der neu gegründeten Europa League.
Endlich: Bis zum letzten Spieltag mussten die Spieler des VfL Wolfsburg warten, dann war die Meisterschaft endlich perfekt. Mit einem 5:1-Sieg gegen Werder Bremen bewies das Team von Trainer Felix Magath, dass es verdienter Deutscher Meister 2009 ist.
Abgang: Das Ende einer Beziehung, die nie so richtig gepasst hat. Von Beginn an zweifelten Fans und Experten daran, ob Jürgen Klinsmann der richtige Trainer für den FC Bayern München sein kann. Am 27. April wussten sie: Er ist es nicht. Nach den Ausscheiden im Viertelfinale von DFB-Pokal und Champions League sowie der 0:1-Heimniederlage in der Bundesliga gegen den FC Schalke 04 musste sich der Rückkehrer verabschieden - nach nur 302 Tagen.