Störfaktoren in der Vorbereitung: Die Brennpunkte der Bundesliga
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 07:57Düsseldorf (RPO). In drei Wochen rollt in der Bundesliga endlich wieder der Ball. Die Teams bereiten sich derzeit auf den Ernstfall vor. Wir zeigen Ihnen die größten Duelle und Störfaktoren in den jeweiligen Klubs.
Bayern München:
Die Vorbereitung läuft für Trainer Louis van Gaal nicht nach Wunsch, gleich 13 WM-Teilnehmer steigen verspätet ins Training ein, in einem Testspiel musste der Niederländer schon Ersatzkeeper Thomas Kraft und Fitnesscoach Marcelo Martins im Feld einwechseln. Mit Spannung wird der Dreikampf zwischen dem in der Vorsaison gesetzten Ivica Olic, WM-Star Miroslav Klose und dem bislang enttäuschenden Mario Gomez im Angriff erwartet. In der Abwehr muss van Gaal aus dem Trio Daniel van Buyten, Martin Demichelis und Holger Badstuber ein Duo machen. Demichelis gilt als Wackelkandidat.
Schalke 04:
Wunschspieler Raul ist endlich da, doch das Problem des zu großen Kaders ist damit nicht gelöst. 35 Spieler stehen derzeit bei den Königsblauen unter Vertrag – eindeutig zu viel. Deshalb sollen noch zahlreiche Akteure den Klub verlassen. Zudem sollen noch ein Stürmer und ein Spielmacher verpflichtet werden. In Kevin Kuranyi, Marcelo Bordon und Heiko Westermann verließen gleich drei Leistungsträger in der Sommerpause Gelsenkirchen. Die in der letzten Saison geförderten Nachwuchsspieler müssen sich zudem beweisen.
Werder Bremen:
Werder klagt über verletzte Leistungsträger wie Torsten Frings und Naldo, zudem sorgen Spekulationen um einen Wechsel von Mesut Özil und Per Mertesacker für Unruhe an der Weser. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Sturmpartner von Claudio Pizarro: Hugo Almeida und Zugang Marko Arnautovic streiten um den freien Platz.
Bayer Leverkusen:
Viele Blicke richten sich auf den noch verletzten Rückkehrer Michael Ballack. Der Kapitän der Nationalmannschaft schuftet derzeit für sein Comeback und soll die spielbestimmende Figur werden. Dass Ballacks Führungsstil mitunter bei den Mitspielern nicht gut ankommt, zeigt sowohl das Aufbegehren Philipp Lahms, als auch die Ohrfeige Lukas Podolskis im DFB-Team. Dem bislang gesetzten Manuel Friedrich sitzt Stefan Reinartz in der Innenverteidigung im Nacken. Der Youngster ist bei Coach Jupp Heynckes gesetzt, kann aber auch im defensiven Mittelfeld spielen.
Borussia Dortmund:
Der Konkurrenzkampf tobt auch bei den Schwarz-Gelben. Auf der Sechser-Position wird der Nebenmann von Nuri Sahin gesucht. Der lange verletzte Sebastian Kehl versucht seinen Vertreter Sven Bender wieder aus der Stammelf zu verdrängen. Auf der rechten Seite übt Lukasz Piszczek Druck auf Patrick Owomoyela aus. Routinier Dede will Marcel Schmelzer auf links wieder den Rang ablaufen. Für Verstimmung sorgt Nelson Valdez, dem ein Wechsel nahegelegt wird. Er will sich aber nicht "wegschmeißen" lassen.
VfB Stuttgart
Sami Khedira verlässt die Schwaben und wechselt zu Real Madrid. Sportlich kann sein Verlust durch Rückkehrer Christian Gentner aufgefangen werden, doch den Stuttgartern geht ein in der Mannschaft akzeptierter Führungsspieler verloren. Der plötzliche Wechsel von Manager Horst Heldt hat für Wirbel gesorgt. Neuling Fredi Bobic kennt das Umfeld, muss sich aber erst beweisen.
Hamburger SV:
Armin Veh will jede Position doppelt besetzen. Das birgt natürlich Konfliktpotenzial in sich. Das spannendste Duell liefern sich im Tor Frank Rost und Zugang Jaroslav Drobny, wobei erwartet wird, dass sich der Tscheche gegen den Routinier durchsetzt. Heiß wird es auch auf dem linken Flügel, wo sich in Marcell Jansen und Eljero Elia zwei Nationalspieler um einen Platz balgen.
VfL Wolfsburg:
Das Transfer-Theater um Edin Dzeko belastet das Team des neuen Trainers Steve McClaren. Der Stürmer will weg, aber der Klub lässt erst ab 40 Millionen Euro Ablöse mit sich reden. Auch Sturmpartner Grafite denkt über eine Luftveränderung nach. Gehen beide, muss Manager Dieter Hoeneß neben einer neuen Abwehr (Arne Friedrich und Simon Kjaer) auch noch eine neue Sturmreihe holen.
FSV Mainz 05:
Durch die Verletzung von Torwart Heinz Müller haben die Rheinhessen plötzlich ein Problem zwischen den Pfosten. Kommt einer der derzeit vereinslosen Keeper Michael Rensing (zuletzt FC Bayern), Timo Hildebrand (zuletzt Hoffenheim) oder Markus Pröll (zuletzt Frankfurt)? Das dürfte Publikumsliebling Müller auf Dauer nicht gefallen. Auf der Spielmacherposition duellieren sich Jan Simak und Andreas Ivanschitz.
Eintracht Frankfurt:
Trainer Michael Skibbe hat im Angriff die Qual der Wahl. Die Crux besteht für den Trainer darin, aus vier Kandidaten zwei auszuwählen. Die besten Karten haben derzeit Zugang Theofanis Gekas und Halil Altintop, doch der genesene Ioannis Amanatidis und Martin Fenin geben sich mit Stammplätzen auf der Ersatzbank nicht zufrieden. Hier droht Knatsch.
1899 Hoffenheim:
In Hoffenheim herrscht Aufbruchstimmung. Nach der zuletzt enttäuschenden Saison sollen zunächst die Stimmung, dann das sportliche Abschneiden verbessert werden. Dafür wurde der Kader verkleinert. Maicosuel, Franco Zuculini und Timo Hildebrand mussten ihre Spinde im Kraichgau räumen. Andreas Ibertsberger hofft Andreas Beck als rechten Verteidiger verdrängen zu können.
Borussia Mönchengladbach:
Durch die Transfers von Mohamadou Idrissou und Igor de Camargo wollte Trainer Michael Frontzeck die Qualität im Angriff verbessern. Doch de Camargo ist verletzt, konnte bislang kaum mit der Mannschaft trainieren. Auch Raul Bobadilla fehlt zum Auftakt, so dass zunächst alle Angriffshoffnungen auf Idrissou ruhen.
1. FC Köln:
In Köln versucht Shootingstar Adam Matuschyk seinen Stammplatz im zentralen Mittelfeld gegen den starken Zugang Martin Lanig zu verteidigen, scheint aber im Duell mit dem Ex-Stuttgarter chancenlos zu sein. Die Stürmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic dürfen sich nicht noch einmal so eine schwache Saison wie zuletzt leisten, der neuverpflichtete Alexandru Ionita soll dem kriselnden Duo Beine machen.
SC Freiburg:
Mit nur drei Stürmern gehen die Breisgauer in die neue Spielzeit – ohnehin schon gewagt, klagt der als verletzungsanfällige Tommy Bechmann nun über Knieprobleme. Schon im Vorjahr erzielte das Team von Trainer Robin Dutt nur 35 Treffer – eine Steigerung ist nicht zu erwarten.
Hannover 96:
Bei den Niedersachsen ist die Torhüter-Frage ungeklärt. Zwar erhielt Florian Fromlowitz das Jersey mit der Nummer eins des verstorbenen Robert Enke, doch in Markus Miller verpflichtete 96 einen ehrgeizigen Schlussmann, der seine Chance auf den Stammplatz wittert.
1. FC Nürnberg:
Gleich sechs Talente kämpfen um drei Positionen im Mittelfeld. Die Youngster Christoph Sauter, Robert Mak, Almog Cohen und Mehmet Ekici fügten sich blendend ein und üben Druck auf die arrivierten, wenngleich nur unwesentlich älteren, Maik Frantz und Ilkay Gündogan aus.
1. FC Kaiserslautern:
Aufstiegsheld Rodnei, zuletzt von Hertha BSC Berlin ausgeliehen, wurde dauerhaft verpflichtet. Doch der Brasilianer besitzt keine Stammplatzgarantie, im Gegenteil: Die "Roten Teufel" holten in Jan Simunek aus Wolfsburg populäre Konkurrenz für den Nebenmann von Martin Amedick.
FC St. Pauli:
Im Tor begegnen sich Platzhirsch Mathias Hain und Zugang Thomas Kessler auf Augenhöhe. Kessler kam aus Köln, um Spielpraxis zu erlangen, doch der Oldie wehrt sich nach Kräften. Einer wird unzufrieden aus dem Zweikampf herausgehen. Hoffnungsträger Gerald Asamoah verletzte sich in der Vorbereitung und fällt vorerst aus. Ein Schock für den Aufsteiger, der nur über wenig Bundesliga-Erfahrung verfügt.
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