1. Bundesliga 17/18
| 12.18 Uhr

Mangel an Konstanz
Die Liga der Unzufriedenen

Mangel an Konstanz: Die Liga der Unzufriedenen
Dortmunder und Frankfurter Spieler nach dem 2:2. FOTO: dpa, hasa fdt
Meinung | Düsseldorf. In der Bundesliga wird tüchtig genörgelt. Sehr zu Recht diesmal. Nicht nur über seltsame Spielverläufe. Über die aber besonders. Von Robert Peters

Zwei Beispiele: Dortmund unterstreicht auch in Frankfurt grobe Mängel in der Defensivarbeit und lässt sich nach einer 2:0-Führung noch zwei Gegentore einschenken. Mönchengladbach bricht nach einer überzeugenden ersten Halbzeit und einer 1:0-Führung gegen Leverkusen völlig ein und verliert noch mit 1:5. Die Fans beider Mannschaften werden noch in ein paar Tagen Muskelkater vom andauernden Kopfschütteln haben.

Der Mangel an Konstanz ist zwar kein exklusives Phänomen in Gladbach und Dortmund. Dass er innerhalb eines einzigen Spiels zu besichtigen ist, bleibt allerdings sehr bemerkenswert.

Grund zur Zufriedenheit mit dem bisherigen Saisonverlauf haben wenige Mannschaften. Die Bayern müssen sich trotz ihrer zwei Siege in der nächsten Trainer-Heynckes-Zeit erst einmal finden. Die Dortmunder sind nach fabelhaftem Start in eine Schaffenskrise gesunken. Die Gladbacher haben noch kein komplettes Spiel überzeugend hinbekommen, obwohl die Punktebilanz einigermaßen stimmt. Die Leverkusener haben (trotz des 5:1 in Mönchengladbach) schon viel zu viele Zähler verschludert. Die Schalker punkten ordentlich, aber sie spielen langweiligen Fußball. Der FC Augsburg rutscht nach blendendem Start immer tiefer Richtung Keller. Und der HSV hängt schon wieder im Abstiegskampf.

Zu diesen beklagenswerten Momentaufnahmen gesellt sich ein allgemeiner Trend, der nicht minder alarmierend ist. Ganz im Gegensatz zur Hochglanz-Inszenierung des Produkts Bundesliga glitzert es im Innern dieser ersten Liga nur sehr selten. Der fußballerische Unterhaltungswert ist im Laufe der Jahre geringer geworden, weil sich die Mannschaften nach allen Regeln der taktischen Kunst gegenseitig neutralisieren, weil Risikobereitschaft auf dem Index steht, weil das Spiel im System erstarrt.

Noch hat das Publikum darauf nicht mit Liebesentzug und Wegbleiben reagiert. Noch nicht.

Quelle: RP
 
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