Sportlicher Jahresrückblick – Teil 3: Die Rückkehr des Meister-Wolfs
zuletzt aktualisiert: 21.12.2011 - 16:25Düsseldorf (RPO). RP Online blickt auf das Sportjahr 2011 zurück. Im dritten Teil geht es um den Abgang von Felix Magath bei Schalke 04 und die Rückkehr zum VfL Wolfsburg.
Am 15. März endete für Felix Magath das Kapitel Schalke. Der Klub entband ihn von seinen Aufgaben als Vorstandsmitglied, Trainer und Manager, und der einst so Mächtige kontert wenige Stunden später mit der fristlosen Kündigung. Nur zwei Tage später stand der Fußballlehrer auf dem Übungsplatz des VfL Wolfsburg. Das Wechselspiel der Trainer in der Bundesliga nahm im Frühjahr 2011 Formen an, die viele Fans des Fußballs als grotesk, verrückt empfanden und immer noch empfinden. Magath ist wieder der starke Mann des Vereins, mit dem er 2009 den Meistertitel gewann. Und der FC Schalke holte Ralf Rangnick zurück, den er im Dezember 2005 entlassen hatte. Bis zum Jahreswechsel 2011 war Rangnick oberster Fußballlehrer der TSG Hoffenheim.
Weil Magath beim VfL Wolfsburg seit seiner Rückkehr nicht nur als Trainer, sondern auch als Geschäftsführer Sport fungiert, trennte sich der Klub von Dieter Hoeneß, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung. Hoeneß war erst im Januar 2010 in die Autostadt gekommen. Er hatte nicht verhindern können, dass der Ex-Meister sportlich ins Schlingern geriet und sich sogar auf einem Abstiegsrang wiederfindet. Das Team war zu diesem Zeitpunkt Vorletzter.
Magath und Schalke erklärten, dass sie sich auf eine „gütliche und einvernehmliche“ Trennung verständigt hätten. "Die gegenseitigen Vorwürfe sind vom Tisch“, hieß es in der gemeinsamen Presseerklärung. "Sofern Herr Magath zustimmungspflichtige Geschäfte ohne vorherige Zustimmung des Aufsichtsrates getätigt haben sollte, sind diese durch den Aufsichtsrat nachträglich genehmigt worden.“
Magath wurde nun als Retter in Wolfsburg installiert – als dritter Cheftrainer in vergangenen Spielzeit nach dem Engländer Steve McClaren und Pierre Littbarski. "Ich war gleich Feuer und Flamme“, sagte er bei seinem Amtsantritt.
Der ehemalige Bayern-Trainer Louis van Gaal sprach im Hinblick auf das Trainer-Karussell von einer "verrückten Welt“ des Fußballs. "Es kann doch nicht sein, dass das passieren kann“, sagte er über die Wechsel von Magath und Rangnick. „Es gibt ein Transferfenster für Spieler. Ich denke, dass das auch für Trainer gelten müsste. Es ist doch nicht normal, dass Magath erst bei Schalke war und jetzt in Wolfsburg ist und Rangnick bei Hoffenheim und jetzt bei Schalke. Das ist ja Wettbewerbsverzerrung.“ Van Gaal fügte hinzu: "Wir haben gegen Wolfsburg gespielt, und da war noch ein anderer Trainer. Ein Trainer ist auch bestimmend für eine Mannschaft.“ Dass er selbst auf ähnliche Weise vorgehen würde, schloss der Niederländer aus: "Magath macht das, Rangnick macht das. Es ist doch verrückt. Ich habe das noch nie gemacht."
Der "Kaiser" nannte die Vorgänge in der Liga ebenfalls verrückt. "Der Fußball ist irrational“, erklärte Franz Beckenbauer, "aber zurzeit ist da wirklich sehr viel Bewegung, das ist ja fast ein Zirkus.“ Der damalige Leverkusener Trainer Jupp Heynckes kritisierte: "Die Bundesliga ist im Moment ein Tollhaus. Der Fan hat Schwierigkeiten, das zu verstehen. Aber die Klubs machen das ja mit.“
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