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Pierre Littbarski Panorama 2011
  Foto: dapd, dapd
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Krise des VfL Wolfsburg: Diego im Abseits, Hoeneß unter Druck

zuletzt aktualisiert: 09.02.2011 - 15:19

Köln/Wolfsburg (RPO). Diego kam als Schlüsselspieler und Hoffnungsträger, jetzt steht die Fußball-Diva im Abseits: Mit dem Elferklau in Hannover hat der Mittelfeldstar für den bisherigen Tiefpunkt in seiner verkorksten Beziehung mit dem VfL Wolfsburg gesorgt. Nach nicht einmal sechs Monaten hat der sensible Brasilianer seinen Kredit bei den Niedersachsen aufgebraucht.

Inzwischen ist es kaum noch vorstellbar, dass der 16-Millionen-Mann bei den "Wölfen" jemals die Rolle einer Führungsfigur einnehmen kann. Der schwierige Charakter ist in allen Bereichen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Aber auch von Manager Dieter Hoeneß hatte man sich in der Autostadt mehr versprochen.

Bei der Vorstellung des neuen VfL-Cheftrainers Pierre Littbarski am Dienstag stand jedoch Diego im Fokus. "Diese Entscheidung habe ich zu akzeptieren", sagte der Spielmacher der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung kleinlaut, nachdem er wegen seines folgenschweren Ego-Auftritts an der Leine, der zur 0:1-Niederlage gegen "96" führte, für das kommende Bundesliga-Wochenende von Littbarski suspendiert worden war.

Immerhin verzichtete der Südamerikaner darauf, im derzeitigen Chaos beim VfL für weiteren Zündstoff zu sorgen und hielt sich mit Kritik an der Maßnahme zurück: "Natürlich bin ich sehr enttäuscht darüber, dass ich am Samstag gegen den Hamburger SV nicht dabei sein kann."

Nicht das erste Mal

Nicht zum ersten Mal sorgte Diego in Wolfsburg mit seinem eigenwilligen Gehabe für Missstimmung am Elfmeterpunkt, schon Anfang Dezember war es im Heimspiel gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen zu einer Auseinandersetzung mit dem inzwischen zu Manchester City abgewanderten Edin Dzeko gekommen. Damals hatte Diego noch klein beigegeben ("Ich muss Edins Wunsch akzeptieren"), der Kapitän schoss nach der unnötigen Diskussion meterweit über das Tor.

Dieses Mal setzte sich Diego gegen Neuzugang Patrick Helmes durch und leitete mit seinem Schuss an die Latte turbulente Tage in Wolfsburg ein. 48 Stunden nach der Niederlage war der englische Trainer Steve McClaren entlassen worden, Littbarski übernahm das Ruder und strich Diego aus dem Kader für das HSV-Spiel.

Viel steht am Samstag auf dem Spiel, dem VfL droht bei einer Niederlage der Sturz auf den Relegationsplatz, Dieter Hoeneß steht in der ohnehin schon prekären Lage vor noch stürmischeren Zeiten. 13 Jahre war der ehemalige Profi Manager bei Hertha BSC in Berlin und ging als letztendlich Gescheiterter. In Wolfsburg steht der 58-Jährige schon nach 13 Monaten vor einem Scherbenhaufen.

"Im Nachhinein muss man sagen, dass es eine Fehleinschätzung war, McClaren zu verpflichten. Das ist klar, wenn man den Trainer entlassen muss", sagte Hoeneß und nahm zumindest eine Teilschuld an der Misere des Klubs auf sich, der erst vor 20 Monaten mit dem Gewinn des Meistertitels den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte gefeiert hatte.

Hoeneß hat mit dem Verkauf von Dzeko, der in der Winterpause 35 Millionen Euro in die Kassen spülte, einen wirtschaftlichen Erfolg gelandet, ansonsten ist seine Bilanz mager - die sportliche Situation muss man als katastrophal bezeichnen.

Viel zu spät entschloss sich der mächtige Hoeneß zur Trennung von McClaren. Auch nach der schwachen Hinrunde, die mit dem peinlichen DFB-Pokal-Aus beim 1:3 gegen Zweitligist Energie Cottbus zu Ende ging, hielt er am Engländer fest und verpflichtete im Winter in Abstimmung mit dem Trainer gleich sechs neue Spieler. Erst nach vier Rückrunden-Spieltagen kam das Aus für den ehemaligen englischen Nationalcoach.

Ob McClarens Nachfolger Littbarski tatsächlich bis zum Saisonende Trainer bleiben darf oder schon vorher wieder zugunsten einer großen Lösung weichen muss, ist bislang unklar. Im VfL-Umfeld kursieren schon jetzt die Namen Ralf Rangnick, Martin Jol, Huub Stevens und Lucien Favre. Sollte Hoeneß aber auf Littbarski setzen und nach seinen umstrittenen Personalentscheidungen auch mit der Beförderung des Co-Trainers danebenliegen, dürfte die Zeit des Managers in Wolfsburg schneller als erwartet ablaufen.

Quelle: SID/chk

 
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