Neue Rolle: Diego soll "Wölfe" aus der Krise führen
zuletzt aktualisiert: 25.02.2011 - 09:32Wolfsburg (RPO). Wenn er gerade mal nicht suspendiert ist, spielt er unter Trainer Pierre Littbarski einen Tick offensiver und zeigte sich zuletzt ernorm verbessert: Diego soll den VfL Wolfsburg aus der Krise führen.
Die Mannschaft verunsichert, die Fans frustriert: Der VfL Wolfsburg macht in der Bundesliga schwierige Zeiten durch. Hoffnungsträger auf die rasche Wende ist Spielmacher Diego. Der kleine Brasilianer soll den Werksklub dank seiner Spielintelligenz und Willensstärke aus dem Keller führen - und zeigte breits erste Ansätze.
"Das war weltklasse", sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt über Diego nach dem 2:1-Sieg seiner Elf gegen die "Wölfe" am vergangenen Wochenende. Trotz der Niederlage ging Diego mit gutem Beispiel voran, zeigte Biss und leitete viele gefährliche Szenen ein - allerdings fehlten im Sturm die richtigen Abnehmer für seine Ideen.
"Diego war unglaublich beweglich, er hat starke Pässe gespielt und bewiesen, dass er ein Führungsspieler ist", sagte Wolfsburgs Interimstrainer Pierre Littbarski. Der Weltmeister von 1990 hatte den Brasilianer zuvor für ein Spiel suspendiert, weil er gegen Hannover 96 entgegen der Absprachen zum Elfmeter angetreten war. Vielleicht weckte Littbarski mit dieser Maßnahme den nötigen Ehrgeiz bei Diego.
"Er hatte eine gute Mischung aus Dribbling und rechtzeitigem Abspielen", sagte Dieter Hoeneß nach dem Spiel gegen Freiburg. In den Partien zuvor hatte Wolfsburgs Manager seinen Rekord-Einkauf (16 Millionen Euro) auch kritisiert und ihm eine gewisse Übermotivation bescheingt. "Er muss auf dem Platz etwas ruhiger werden", mahnte Hoeneß. Nun scheint der Ex-Werderaner das nötige Maß gefunden zu haben.
Diego sieht Fortschritt
Diego sah nach dem Freiburg-Spiel einen deutlichen Fortschritt im Team. "Es ist ein seltsames Gefühl. Wir haben heute richtig gut zusammengespielt und toll als Mannschaft funktioniert." Der Südamerikaner kam mit seiner neuen Rolle bestens zurecht. Littbarski hatte ihn hinter Stürmer Patrick Helmes als hängende Spitze aufgeboten. Dadurch fiel mühsame Defensivarbeit weg. "Ich habe mich richtig frei gefühlt", sagte der Regisseur.
In den Spielen zuvor lief es auch für Diego nur selten nach Wunsch. Sein Wechsel vom italienischen Rekordmeister Juventus Turin in die VW-Stadt schien zu einem Missverständnis auszuwachsen. Nach dem Weggang von Top-Stürmer Edin Dzeko zu Manchester City musste Diego noch mehr Verantwortung übernehmen. Die Bilanz blieb zunächst negativ. Dem VfL gelangen seit der Winterpause nur ein Sieg und drei Tore in sechs Spielen.
Nun aber soll die Wende kommen, und Diego will großen Anteil daran haben. Der Ballzauberer hängt sich im Training rein und reißt die Teamkollegen auch verbal mit. In den Augen seines Trainers hat er seine neue Rolle gefunden: "Er ist ein starker Charakater und hilft uns mit seinem Offensivdrang enorm", sagte Littbarksi, der seinen Führungsspieler immerhin mit einem Weltmeister verglich: "Vom Spielertyp hat er eigentlich viel Ähnlichkeit mit mir."
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