"Wir fühlen uns gewappnet": Dortmund ist bereit für die Titelverteidigung
zuletzt aktualisiert: 31.07.2011 - 11:55Sandhausen (RPO). Gelassen, ja beinahe tiefenentspannt blickte Jürgen Klopp unter seiner großen schwarz-gelben Schirmmütze hervor auf die Journalisten. Schon die Körpersprache des Trainers nach dem 3:0 (1:0) in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten SV Sandhausen verriet: Der Titelverteidiger fühlt sich vor dem Start der Fußball-Bundesliga am Freitag gegen den Hamburger SV für die Titelverteidigung gerüstet.
"Wir sind gut in Schuss. Es sieht schon alles relativ rund aus. Wir fühlen uns gut vorbereitet und gewappnet", erklärte Klopp und fügte hinzu: "In den nächsten Tagen bis Freitag kommt jetzt noch die Frische." Es klang nicht nur wie eine Warnung an den HSV, sondern vor allem an den deutschen Rekordmeister Bayern München, der den BVB so gerne wieder vom Thron stoßen möchte.
Manko Chancenverwertung
Dass die Borussia das Potenzial hat, auch am Ende der 49.. Bundesliga-Saison ganz oben zu stehen, bezweifelt kaum jemand. Doch es gibt auch noch Fragezeichen und Schwachstellen. Die mangelnde Chancenausbeute ist ein Kritikpunkt. "Wir haben wieder zu viele gute Gelegenheiten nicht genutzt", sagte Klopp nach dem Auftritt seiner Mannschaft in Sandhausen, wo der 44-Jährige "vor 700 Jahren" einmal ein Oberligaspiel als aktiver Fußballer bestritten hatte.
Spielerisch eine Augenweide, doch mitunter zu verspielt präsentierte sich das junge Team - und vergaß dabei phasenweise einmal mehr das Toreschießen. Dieses Manko hatte sich schon durch die vergangene Saison gezogen und war dem BVB auch bei der Niederlage nach Elfmeterschießen im Supercup beim Erzrivalen Schalke 04 zum Verhängnis geworden. Zudem wird Mittelstürmer Lucas Barrios wegen einer Oberschenkelverletzung zu Beginn der Saison fehlen.
Eine Problemzone könnte im Härtefall auch das defensive Mittelfeld werden. Neuzugang Ilkay Gündogan muss zeigen, ob er den Verkauf von Nuri Sahin zum spanischen Spitzenklub Real Madrid kompensieren kann. Sven Bender saß nach seiner Verletzung noch auf der Bank und ist laut Klopp erst "bei 80 Prozent" seines Leistungsvermögens. Und ob Sebastian Kehl nach seinen zahlreichen Verletzungen in der Vergangenheit noch einmal absolutes Top-Niveau erreichen kann, ist fraglich. "Ich glaube an mich. Und der Trainer tut das auch - sonst hätte er mich nicht wieder zum Kapitän gemacht", sagte Kehl.
Kagawa als Wiederbelebung
Eine deutliche Wiederbelebung ist dagegen die Rückkehr von Shinji Kagawa. Der Japaner, der in der vergangenen Rückrunde wegen eines Fußbruchs komplett fehlte und von Klopp "wie ein Neuzugang" angesehen wird, unterstrich in Sandhausen seine Bedeutung als Motor und Torschütze. Der 22-Jährige bereitete das 1:0 durch Robert Lewandowski (10.) mit einem Traumpass vor und vollendete ein Zusammenspiel mit Gündogan akrobatisch zum 2:0 (56.), ehe erneut Lewandowski für den 3:0-Endstand sorgte.
"Wir haben vor, ihn noch weiter zu entwickeln", sagte Klopp: "Wir gehen davon aus, dass seine Leistungen in der Vorrunde der vergangenen Saison noch nicht das Ende der Fahnenstange für ihn sein müssen." Der Meistertitel hat den BVB nicht satt gemacht, der Klub ist weiter hungrig auf Erfolge.
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