Leverkusen - Dortmund 1:3: Dreierschlag! BVB überrumpelt Bayer
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 22:27Leverkusen (RPO). Sechs Minuten brauchte Borussia Dortmund am Abend, um die Spannung eines Spitzenspiels in eine Demonstration der eigenen Stärke zu verwandeln. Mit drei blitzschnellen Treffern nach der Pause legte der Spitzenreiter den Grundstein für den 3:1-(0:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen, das vor der Partie als ärgster Verfolger des BVB galt. Nach den 90 Minuten stellt sich für die Fußballinteressierten im Lande die Frage, ob sich der Tabellenführer auf dem Weg zum Deutschen Meistertitel überhaupt noch verfolgen lässt.
Joachim Löw hatte sich in der Halbzeitpause von seinem Tribünenplatz in der BayArena aus noch vor allem darüber gefreut, dass „hier heute 16 deutsche Spieler auf dem Platz stehen“. Beide Teams seien unheimlich bemüht und spielten nach vorne, gab der Bundestrainer zu Protokoll. „Auch wenn der letzte Pass nicht ankommt.“ Doch es bedurfte keines letzten Passes, sondern nur eines langen Einwurfs, damit die Gäste fünf Minuten nach Wiederanpfiff in Führung gehen konnten.
Torschütze Kevin Großkreutz durfte sich dabei bei Gegenspieler Daniel Schwaab bedanken, dass dieser den eigentlich harmlosen Ball im Fünfmeterraum fatalerweise durchrutschen ließ. Das 0:2 resultierte aus einem simplen Abschlag, an dem Manuel Friedrich vorbeitrat und so erneut Großkreutz zum Torerfolg förmlich einlud. Als Dortmunds Jung-Nationalspieler Mario Götze dann auch noch Adler zum 0:3 tunnelte, war die Realität für die Werkself ziemlich grausam geraten.
Heynckes wechselte in der Folge drei Akteure auf einen Streich, aber mehr als eine optische Feldüberlegenheit und der Ehrentreffer durch den nimmer müden Stefan Kießling zehn Minuten vor dem Ende sprang auf der Habenseite nicht mehr heraus. Besagter Kießling hatte dabei sogar noch weitere Möglichkeiten, dem Spiel verlorene Spannung wieder zu geben.
Leverkusens Trainer Jupp Heynckes hatte im Vorfeld des Spitzenspiels von seiner Mannschaft mehr Angriffswucht als gegen Ende der Hinrunde gefordert und deswegen auch nach längerer Zeit mal wieder auf eine Formation mit zwei Spitzen (Stefan Kießling und Patrick Helmes) gesetzt. Doch was den Turbo in Bayers Offensivspiel zünden sollte, entwickelte sich im Gegenteil zum Hemmschuh. Im Mittelfeld fehlten die Anspielstationen, die Außen Sidney Sam (ungewohnt auf links) sowie Renato Augusto blieben wirkungslos, und lange Bälle in die Spitze fing Dortmunds starkes Innenverteidiger-Duo Mats Hummels und Neven Subotic mit fast schon beängstigender Leichtigkeit ab.
Der souveräne Tabellenführer seinerseits – ohne den Asien-Cup-Reisenden Shinji Kagawa und den angeschlagenen Lucas Barrios in der Startelf – legte ab der ersten Minute das in der Hinrunde so oft praktizierte, extrem laufintensive Pressing an den Tag, immer in Überzahl den Ballführenden attackierend, über weite Strecken der Partie. Sven Bender mit seinem Pfostenkopfball in Minute zwei oder der Pole Robert Lewandowski, der Mitte der ersten Halbzeit freistehend an René Adler scheiterte, hätten das Spiel schon viel früher in für Dortmund genehme Bahnen lenken können.
Michael Ballack verfolgte die 90 Minuten übrigens komplett von der Ersatzbank aus. Es war auch irgendwie kein Abend für ein Comeback.
Statistik
Leverkusen: Adler - Schwaab, Manuel Friedrich, Reinartz, Castro - Lars Bender (60. Vidal), Rolfes - Renato Augusto, Sam (60. Barnetta) - Helmes (60. Derdiyok), Kießling. - Trainer: Heynckes
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender (46. da Silva), Sahin - Blaszczykowski, Götze (68. Barrios), Großkreutz (87. Felipe Santana) - Lewandowski. - Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore: 0:1 Großkreutz (49.), 0:2 Großkreutz (53.), 0:3 Götze (55.), 1:3 Kießling (80.)
Beste Spieler: Großkreutz, Götze, Subotic
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Kießling, Manuel Friedrich (5) - Großkreutz (2)
Torschüsse: 16:11
Ecken: 6:7
Ballbesitz: 56:44 Prozent
Fouls: 9:16
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