1. Bundesliga 17/18
| 20.59 Uhr

Duell um die Torjäger-Kanone
Zwei Typen - zwei Torjäger

Duell um die Torjäger-Kanone: Pierre-Emerick Aubameyang gegen Robert Lewandowski
Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski noch gemeinsam bei Borussia Dortmund. FOTO: dpa, Bernd Thissen
München/Dortmund. Pierre-Emerick Aubameyang gegen Robert Lewandowski - zwei vollkommen unterschiedliche Typen liefern sich ein Preisschießen um die Torjägerkanone. Im Fernduell beim Stand von 30:29 ist Spannung garantiert.

Der Paradiesvogel gegen den Fitnessfanatiker, der Provokateur gegen den Musterprofi - oder einfach: Pierre-Emerick Aubameyang gegen Robert Lewandowski. Zwei weltweit umworbene Starstürmer liefern sich am Samstag ein Fernduell um die Torjägerkrone der Fußball-Bundesliga. "Ich denke noch nicht an die Kanone", behauptet Lewandowski zwar, doch dürfte das Understatement sein.

Schließlich hatte Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß vor einer Weile der Sport Bild gesagt: "Wenn Aubameyang zwei Tore macht, herrscht bei Lewandowski Alarmstufe eins." Zwei Treffer des Gabuners gegen Werder Bremen würden im Übrigen reichen, wenn der Pole gegen den SC Freiburg nicht trifft. Beiden also, nicht nur dem extravaganten Mittelstürmer von Borussia Dortmund, dürfte ziemlich viel daran liegen, das Wettschießen für sich zu entscheiden.

Lewandowski jagt den persönlichen Rekord

Lewandowski schiebt allerdings eine persönliche Marke in den Vordergrund. "Mein Ziel waren 30 Tore plus X", sagte er dem vereinseigenen TV-Sender. 30 hat er jetzt, Aubameyang steht bei 29. Es ist anzunehmen, dass die Mitspieler die Abschlusskünstler noch häufiger suchen werden als ohnehin. Wenngleich beim BVB der gesamtsportliche Erfolg auf dem Spiel steht und die Bayern im Grunde nur für die Galerie auflaufen.

30 Tore hatte Lewandowski in der vergangenen Saison erzielt, damals war das genug für seine zweite Torjägerkanone nach der Premiere 2014. "Wenn ich noch eins mache, habe ich meinen persönlichen Rekord verbessert. Das will ich schaffen", sagte der 28-Jährige. Er fügte an: "Wenn ich dann am Ende eins mehr habe als alle anderen, ist es gut. Für mich war es aber wichtiger, die Drei vorne zu haben." Wieder Understatement.

Denn anders als Aubameyang ist Lewandowski einer, der öffentlich nicht in dem Maße kokettiert und auffällt, aber ganz klare Pläne verfolgt. So war es für den Rekordmeister ein Meilenstein, den vielleicht sogar Unersetzlichen bis 2021 an sich gebunden zu haben. Den Abwerbeversuchen von Rivalen wie Real Madrid widerstanden zu haben, dürfte teuer gewesen sein. "Er ist einer der besten Stürmer der Welt. So einfach ist das", sagte Trainer Carlo Ancelotti.

Ständige Wechselgerüchte um Aubameyang

In diese Kategorie gehört inzwischen auch Aubameyang - und deshalb muss der BVB um eine Zukunft mit dem 27-Jährigen kämpfen. Dortmund hat ungünstigere Aussichten als die Bayern bei Lewandowski. Gerade erst wurde über ein unmoralisches Angebot aus China spekuliert. Erstligist Tianjin Quanjian soll ein Jahresgehalt von 50 Millionen Euro bieten - und 80 Millionen als Ablösesumme.

Viel wahrscheinlicher scheint aber ein Abgang in Richtung Paris St. Germain. BVB-Sportdirektor Michael Zorc will "in den nächsten Wochen ein Gespräch führen", sagte er dem kicker. Fängt Aubameyang seinen Konkurrenten Lewandowski auf der Zielgeraden ab, wird es noch schwieriger, die richtigen Argumente für einen Verbleib zu finden.

Doch so provokativ sich Aubameyang zuweilen stilisiert, siehe sein jüngster Maskenjubel, beim Thema Wechsel wird er schmallippig. "Ich habe nichts zu sagen", betonte Aubameyang kürzlich. Doch so offen wie das Duell um den besten Torjäger dürfte diese Angelegenheit nicht sein.

Aubameyang und Lewandowski könnten auch ein klein wenig Bundesliga-Geschichte schreiben. Nur einmal erzielten zwei Stürmer in einer Saison 30 Tore: Gerd Müller (FC Bayern) und Jupp Heynckes (Borussia Mönchengladbach) vor 43 Jahren. Lewandowski gelangen bisher elf Mehrfachpacks - nur Müller hatte 1971/72 einen mehr. Damals schaffte der "Bomber" auch seinen 40-Tore-Rekord, der bleibt auf jeden Fall unangetastet.

(sid)
 
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