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Borussia Mönchengladbach: Ein Hurrikan am Niederrhein

VON TOBIAS KÄUFER - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012

Borussia Mönchengladbach (RP). Der Venezolaner verlängerte seinen Vertrag bei Borussia bis 2014. Der Mittelfeldspieler mit dem hochbegabten linken Fuß ist in Südamerika einer der ganz großen Stars – und hofft mit seiner Nationalmannschaft auf die allererste WM-Teilnahme. 

Mehr als nur auf Augenhöhe: Venezuelas Juan Arango (l.) im Duell mit Brasiliens Daniel Alves.  Foto:  Imago
Mehr als nur auf Augenhöhe: Venezuelas Juan Arango (l.) im Duell mit Brasiliens Daniel Alves. Foto: Imago

Die Fans in der Heimat haben ihr Urteil längst gefällt: Die Leser des Internetportals "Ultimas Noticias" wählten Juan Arango zu Venezuelas besten Fußballer aller Zeiten. Und die Berichterstattung über den "Hurrikan der Karibik" bestimmt mittlerweile auch die zahlreichen südamerikanischen Fußball-Sender: Ob Fox Sports, ESPN oder Gol TV – die Bildschirme Südamerikas gehören nicht mehr mehr nur Lionel Messi und Cristiano Ronaldo allein, wenn in den unzähligen Talkshows und Magazinen über Fußball aus Europa diskutiert wird. Aus dem Baseball-Land Venezuela ist eine Fußball-Nation geworden.

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Ausverkauft Es gibt keine Karten mehr für die Partie gegen Schalke. Der Borussia-Park ist mit 54 047 Zuschauern ausverkauft.

Personalsorgen gibt es bei Borussia eigentlich keine. Einzig der Einsatz von Martin Stranzl, den eine Grippe plagte, ist noch fraglich. Marco Reus (Adduktorenprobleme) ist wieder fit.

Sogar Präsident Hugo Chavez lässt sich beim Daumen drücken während der Spiele der Nationalmannschaft filmen. Die Spiele – vor Jahren Ladenhüter – sind mittlerweile ausverkauft. Maßgeblichen Anteil daran hat Juan Arango, der das einzige südamerikanische Land, das bislang noch nie an einer Fußball-WM teilgenommen hat, zu einem bemerkenswerten Aufstieg geführt hat – und nun seinen Vertrag bei Borussia um zwei Jahre verlängert hat.

"Die WM wäre ein Traum für mich"

"Ja, ich will zur WM 2014 nach Brasilien", sagt er. Im Sommer 2011 führte Arango in Argentinien sein Heimatland erstmals in das Halbfinale der Copa America, der Südamerikameisterschaft. In der bereits laufenden südamerikanischen WM-Qualifikation schickte die "Vinotinto", wie das Team wegen seiner weinroten Trikots genannt wird, sogar den Favoriten Argentinien mit 1:0 nach Hause. Mit sieben Punkten aus vier Spielen steht Venezuela derzeit auf Rang drei der Qualifikationstabelle. Ein Platz, der am Ende der "Eliminatorias" für das WM-Ticket reichen würde.

"Das wäre ein Traum für Venezuela. Und für mich. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das schaffen können", sagt Arango. Venezuelas Nationaltrainer Cesar Farias hat sich vor ein paar Wochen in Gladbach blicken lassen. "Juan kann den Unterschied ausmachen. Er hat die Fähigkeit, mit einem Pass ein Spiel zu entscheiden", sagt er.

Der sportliche Höhenflug der Borussia und Venezuelas hat viele Interessenten auf den Plan gerufen. Arangos spanischer Berater Salvador Maestro musste dabei einige wilde Wechselgerüchte dementieren. Der kolumbianische Traditionsverein America de Cali hatte ungeniert die bevorstehende Vertragsunterzeichnung vermeldet. Arango habe seinen Vertrag bei der Borussia aufgelöst und werde umgehend nach Cali reisen, wo er Familie habe. Irgendwann beendete Maestro den Spuk: "Vielleicht haben sie mit einem anderen Juan Arango gesprochen." Der Venezolaner kann darüber lachen: "Ich habe gar kein Facebook, kein Twitter. Ich habe nicht einmal eine eigene E-Mail-Adresse. Ich halte von all dem nicht so viel." Überhaupt ist Arango kein Mann der großen Worte.

In Mönchengladbach fühlt sich der Südamerikaner pudelwohl: "Der Verein ist erstklassig geführt und ich sehe eine Perspektive, insbesondere wenn es uns gelingen sollte, vielleicht sogar international zu spielen." Aber Arango warnt: "Bislang haben ich noch nichts in der Hand. Weder mit der Borussia, noch mit der Nationalmannschaft. Wir müssen weiter konsequent arbeiten. Aber ich weiß, dass wir das Potential haben, wirklich weit zu kommen." Bis 2014 kann viel passieren. Mit Borussia – und der Nationalmannschaft.

Quelle: RP/seeg


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