1. Bundesliga 16/17
| 11.50 Uhr

Enttäuschende Nullnummer gegen Hamburg
Veh flüchtet sich in Durchhalteparolen

Eintracht Frankfurt: Armin Veh flüchtet sich in Durchhalteparolen
FOTO: dpa, ade kno
Frankfurt/Main. Natürlich musste die obligatorische Frage nach der Zukunft des Trainers kommen – ein öffentliches Treuebekenntnis erhielt Armin Veh an diesem Abend von seinem Chef allerdings nicht. "Der HSV ist ja keine Laufkundschaft", lautete die etwas seltsame Antwort von Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen. Und er druckste weiter herum: "Die Mannschaft hat mit Vehemenz und Kampfkraft dagegen gehalten."

Vielleicht war Bruchhagen in diesem Moment einfach genervt vom Thema, vom müden 0:0 seines Teams gegen den Hamburger SV oder vom anhaltenden Kampf um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Vielleicht aber war der 67-Jährige auch einfach nur ehrlich und wollte partout kein Versprechen geben, das eventuell einen Tag, eine Woche oder eine Niederlage später schon wieder nichts mehr wert sein könnte.

Veh selbst jedenfalls betrieb kräftig Eigenwerbung. Vielmehr versuchte er es – so gut es eben ging – nach einem Spiel, das die Gastgeber "sehr ängstlich und verunsichert" begonnen hatten. "In der zweiten Halbzeit haben die Jungs aber alles reingeworfen, sie haben alles gegeben. Das stimmt mich zuversichtlich", sagte Veh.

Vor 47.200 Zuschauern in der WM-Arena half das allein nicht, um die Frankfurter Sieglos-Serie zu beenden. Das Unentschieden zum Auftakt des 22. Spieltags war für die Hessen bereits das vierte Spiel nacheinander ohne Dreier. Und während der Abstand zu den Abstiegsplätzen immer kleiner wird, werden die Selbstzweifel immer größer.

"Mannschaft war total verängstigt"

"Man hat schon gesehen, dass wir uns Gedanken über die Situation machen. Das ist halt eben so, wenn wir da unten drin stehen", sagte Veh. Sportdirektor Bruno Hübner sprach bei seiner Spielanalyse später von einer "schwierigen Kost. Die Mannschaft war total verängstigt, sie tut sich schwer". Und sie bot den Konkurrenten FC Augsburg und Werder Bremen die Möglichkeit, in der Tabelle vorbeizuziehen.

Angesichts des drohenden Horrorszenarios übten sich die Frankfurter in Zweckoptimismus und suchten wirklich überall fast schon verzweifelt nach dem einen Hoffnungsschimmer. "Unser Ziel war erstmal, die Abwehr stabil zu halten. Das ist uns vom Ergebnis her gelungen", sagte Bruchhagen. Und auch Torhüter Lukas Hradecky sagte nach zuletzt sieben Gegentoren in zwei Partien: "Dass wir zu Null gespielt haben, können wir mitnehmen."

Die vom Ergebnis her tadellose Abwehrleistung wird allerdings nur ein Teil der Lösung sein, wenn der fünfte Abstieg der Vereinsgeschichte verhindert werden soll. "Wir müssen Konstanz zeigen und so oft wie möglich punkten", forderte Hradecky: "Wir Spieler wissen, dass es schwer ist. Aber wir glauben an uns."

(seeg/sid)
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